Beinwell – kurz erklärt

Beinwell (Symphytum officinale) ist seit über 2000 Jahren als Heilpflanze bekannt. Die Pflanze galt schon damals als hilfreiches Mittel gegen Knochenbrüche, Verrenkungen und Gelenkbeschwerden. Auch heute ist das Einsatzgebiet von Beinwell ähnlich: Prellungen, Rückenschmerzen, Gelenkbeschwerden. Aufgrund der giftigen Alkaloide, die in der Pflanze stecken, darf Beinwell nur äußerlich angewendet werden.

Beinwell (Symphytum officinale)

Beinwell (Symphytum officinale)

Welche Inhaltsstoffe kommen in Beinwell vor?

Arzneilich wirksam ist Beinwellwurzel. Sie enthält den Pflanzeninhaltsstoff Allantoin. Außerdem finden sich sogenannte Pyrrolizidinalkaloide, Gerbstoffe, Schleimstoffe sowie Rosmarinsäure in den Wurzeln.

Gegen was hilft Beinwell?

  • Sportverletzungen, Muskelschmerzen, Gelenkbeschwerden

Extrakte aus Beinwellwurzel kommen äußerlich – in Form von Salben und Umschlägen – zum Einsatz. Werden sie auf die Haut aufgetragen, kann Beinwell leichte Entzündungen mindern, Schmerzen lindern und die Wundheilung unterstützen. Für diese Effekte scheint der Inhaltsstoff Allantoin verantwortlich zu sein. Schleim- und Gerbstoffe spielen vermutlich ebenfalls eine Rolle.

Aufgrund dieser Wirkungen kann Beinwell bei leichten Sportverletzungen helfen – zum Beispiel einem verstauchten Knöchel oder einer Prellung. Auch Muskelschmerzen, etwa im Rücken, können die Extrakte abschwächen. Liegt eine beginnende Arthrose vor, die oberflächlich liegende Gelenke betrifft, kann Beinwell die Beschwerden lindern – alllerdings nur ergänzend zur Standardtherapie und in Absprache mit dem behandelnden Arzt.

Erste Hilfe bei Sportverletzungen: die PECH-Regel

Die Abkürzung PECH fasst die Sofortmaßnahmen nach Muskel- und Gelenkverletzungen zusammen

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Da Beinwellwurzel sogenannte Pyrrolizidinalkaloide enthält, sollten Sie Zubereitungen aus der Heilpflanze vorsorglich nicht einnehmen. Die Pflanzeninhaltsstoffe können womöglich die Leber schädigen und Krebs auslösen. Experten raten zudem davon ab, Beinwell-Umschläge selbst zuzubereiten, da auch in diesen Mixturen teilweise ein recht hoher Gehalt an Alkaloiden vorkommen kann. In Fertigpräparaten aus der Apotheke werden die Extrakte dagegen so aufbereitet, dass die Menge an Alkaloiden bestimmte Grenzwerte nicht überschreitet.

Wichtig: Lassen Sie sich zu Dosierung, Anwendung und unerwünschten Effekten der Heilpflanze in der Apotheke beraten.

Quellen:

Wichtl M: Teedrogen und Phytopharmaka. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2016

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