Diabetes Ratgeber

Bei der Stange bleiben, die Therapie konsequent mitmachen: Für Menschen mit Typ-2-Diabetes ist das sehr wichtig. Hier kann ein kleiner Motivationsschub helfen: Wer etwa erlebt, dass sich durch Abnehmen die Blutzuckerwerte verbessern oder dass Tabletten den Blutdruck senken, dem fällt es leichter, gesünder zu leben und regelmäßig seine Medizin zu nehmen.

Vorteile für Herz und Nieren

Diabetesmedikamente, oft in Kombination, zeigen häufig solche raschen Erfolge. „Dabei behandeln wir längst nicht mehr nur den Blutzucker“, sagt Antje Weichard, leitende Fachärztin am Diabeteszentrum Magdeburg. Moderne Zuckersenker haben weitere positive Effekte, zum Beispiel auf Gewicht oder Blutdruck. Oder sie bieten Vorteile etwa bei Herz- und Nierenproblemen. Die Therapie richtet sich nach dem persönlichen Risikoprofil. Daher sieht sie auch nicht bei jedem Typ-2-Diabetiker gleich aus.

Wirkung zeigt sich schnell

„Zu Beginn einer Behandlung ist Geduld gefragt“, sagt Weichard, die auch Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes Niedergelassener Diabetologen ist. Medikamente sind oft gewöhnungsbedürftig: weil man zunächst Nebenwirkungen spürt oder weil man sie spritzen muss. Da ist es gut, dass Patienten häufig sofort Erfolge sehen — vor allem bei den Zuckerwerten. Und wenn man weiß, dass ein Medikament auch beim Abnehmen helfen kann, nimmt man eine anfängliche Übelkeit eher in Kauf. „Der behandelnde Arzt klärt über die Effekte der gewählten Mittel auf. Das hilft dabei, sich auf die Therapie einzulassen“, erklärt Weichard.

Grundlage für eine erfolgreiche Diabetestherapie sind gesunde Ernährung, der Abbau von Übergewicht und regelmäßige Bewegung. „So kann man oft lange ohne Medikamente auskommen“, sagt die Expertin. Lassen sich die Werte aber durch Veränderungen des Lebensstils nicht ausreichend senken, sind Medikamente unumgänglich.

Nützliches Wissen

„Menschen mit Diabetes sollten über ihre Krankheit und ihre Medikamente gut Bescheid wissen“, sagt Dr. Christian Römmen, Apotheker in Monheim. „Dann kommen sie in vielen Situationen besser zurecht.“ Gerade zu Anfang der Therapie sind viele unsicher. „Zögern Sie nicht nachzufragen“, rät Römmen.

In den folgenden Steckbriefen erfahren Sie, wie die wichtigsten Diabetesmedikamente wirken und optimal eingesetzt werden.

Medikamente gegen Typ-2-Diabetes

Diabetesmedikament Metformin

Medikamente gegen Typ-2-Diabetes: Biguanide (Metformin)

Metformin ist eines der wichtigsten Medikamente zur Behandlung des Typ-2-Diabetes. Es senkt den Blutzuckerspiegel, indem es auf mehreren Wegen in den Glukosestoffwechsel eingreift

Blutdrucksenkendes Medikament

Medikamente gegen Typ-2-Diabetes: SGLT-2-Hemmer

Wirkstoffe wie Dapagliflozin und Empagliflozin gehören zur Gruppe der SGLT-2-Hemmer. Sie sorgen dafür, dass vermehrt Glukose mit dem Urin ausgeschieden wird. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel

Diabetesmedikament Liraglutid

Medikamente gegen Typ-2-Diabetes: GLP-1-Analoga

GLP-1-Analoga regen die Bauchspeicheldrüse an, Insulin auszuschütten. Sie ahmen dabei die Wirkung des Darmhormons GLP-1 nach

Diabetesmedikament Vildagliptin

Medikamente gegen Typ-2-Diabetes: DPP-4-Hemmer (Gliptine)

Gliptine hemmen den Abbau des Darmhormons GLP-1. Dieses hilft dabei, den Blutzucker zu senken

Diabetesmedikament Glibenclamid

Medikamente gegen Typ-2-Diabetes: Sulfonylharnstoffe

Sulfonylharnstoffe senken den Blutzucker, indem sie in der Bauchspeicheldrüse die Freisetzung von Insulin stimulieren

Unsere Experten:

Antje Weichard, leitende Fachärztin am Diabeteszentrum Magdeburg und Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes Niedergelassener Diabetologen e.V.

Dr. Christian Römmen, Apotheker in Monheim

Mehr über Arzneimittel:

Bunte Tabletten

Alles Wichtige über Medikamente

Beipackzettel finden, Wechselwirkungen checken, Tipps zu Wirkung, Nebenwirkungen und Anwendung von Arzneimitteln