Alkalische Phosphatase (AP): Ein wichtiges Enzym

Die alkalische Phosphatase spielt als Enzym eine wichtige Rolle in mehreren Bereichen unseres Körpers

von Dr. Martin Allwang, aktualisiert am 23.05.2014

Nach Knochenbrüchen erhöhen sich die AP-Werte. Mit der Heilung des Bruchs normalisieren sie sich wieder


Kurz gesagt:

Bei Skelett-, Leber- oder Gallenerkrankungen kann die Aktivität der alkalischen Phosphatase im Blut ansteigen. Der erhöhte oder erniedrigte Wert allein ermöglicht daher keine Diagnose.

Was ist alkalische Phosphatase?

Die alkalische Phosphatase ist ein Enzym, das vor allem in Knochen, Muskeln und Leber sowie in den Gallengängen vorkommt.

Welcher Wert ist normal?

Bei Frauen sind Werte von 35 bis 105 U/l normal, bei Männern liegt der Referenzbereich im Serum zwischen 40 und 130 U/l. Kinder haben aufgrund ihres aktiveren Knochenstoffwechsels (Wachstum) oft viel höhere Werte, ohne dass eine Krankheit zugrunde liegt. Auch bei Schwangeren sind erhöhte Werte häufig.

Wann steigt der Wert?

Wenn eines der oben genannten Gewebe geschädigt ist, taucht vermehrt alkalische Phosphatase im Blut auf. Das Spektrum der möglichen Ursachen eines erhöhten Spiegels ist sehr weit und umfasst zahlreiche Skelett-, Leber- und Gallenerkrankungen. Auch bei Tumoren mit Knochenbeteiligung kann die alkalische Phosphatase erhöht sein.

Wann ist der Wert zu niedrig?

Erniedrigte Werte können mit der Einnahme von Medikamenten (hormonelle Verhütungsmittel) oder ebenfalls mit Erkrankungen zu tun haben. Das Spektrum reicht von der Schilddrüsenunterfunktion bis hin zu seltenen Erbkrankheiten.

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München