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Mönchspfeffer: Hilfreich bei PMS?

Die Heilpflanze soll Frauen helfen, die in den Tagen vor der Monatsblutung Beschwerden haben – also an einem prämenstruellen Syndrom leiden

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 07.01.2020

Mönchspfeffer – kurz erklärt

Mönchspfeffer, der im Lateinischen Vitex agnus-castus heißt, gilt schon seit Langem als hilfreiches Mittel bei Menstruationsbeschwerden. Ob er dagegen tatsächlich hilft, ist wissenschaftlich aber nicht belegt.

Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)

Welche Inhaltsstoffe kommen in Mönchspfeffer vor?

Als pflanzliche Arznei dienen die Früchte. Sie enthalten ätherisches Öl, das sich unter anderem aus den Substanzen Sabinen, 1,8 Cineol und alpha-Pinen zusammensetzt. Daneben kommen sogenannte Iridoidglykoside vor – vor allem Aucubin und Agnusid – sowie Diterpene, Flavonoide und Gerbstoffe.

Gegen was hilft Mönchspfeffer?

  • Prämenstruelles Syndrom

Laborversuche haben gezeigt, dass Inhaltsstoffe aus Mönchspfefferfrüchten regulierend in den weiblichen Hormonhaushalt eingreifen können. Sie bewirken unter anderem, dass weniger Prolaktin freigesetzt wird. Dieses Hormon regt neben weiteren Effekten die Milchbildung in der Brust an.

Es kann jedoch auch bei bestimmten Störungen erhöht sein, die den weiblichen Zyklus betreffen. So vermuten Forscher, dass Schmerzen in der Brust (Mastodynie) zum Teil durch erhöhte Prolaktinspiegel im Körper verursacht werden. Ebenso spielt Prolaktin eventuell eine Rolle, wenn die Monatsblutung unregelmäßig auftritt oder es davor zu Beschwerden kommt. Mediziner sprechen dabei von einem prämenstruellen Syndrom, kurz: PMS. Doch auch andere Mechanismen haben darauf einen Einfluss. So reagieren Frauen mit PMS wohl besonders empfindlich auf die hormonellen Änderungen von Östrogen und Progesteron in der zweiten Zyklushälfte. Auch Hirnbotenstoffe wie Serotonin sind involviert.

Es gibt bislang sehr wenige medizinisch hochwertige Studien, welche die Effekte von Mönchspfeffer auf das PMS untersucht haben. Deshalb ist es noch nicht wissenschaftlich belegt, dass die Heilpflanze hilft. Dennoch berichten viele Frauen, dass Mönchspfeffer zumindest leichtere Beschwerden lindert, weshalb sich der Einsatz etabliert hat.

  • Kinderwunsch

Möglicherweise profitieren Frauen, die aufgrund eines sehr unregelmäßigen Zyklus nicht schwanger werden, von der Einnahme der Arzneipflanze. Dies muss jedoch erst in Studien näher untersucht werden.

Wichtig: Spannt der Busen oder fühlen Sie sich vor der Menstruation unwohl, dann klären Sie die Symptome mit dem Frauenarzt oder der Frauenärztin ab. Erstens können die Beschwerden verschiedene Ursachen haben. Zweitens können Sie im Gespräch mit dem Arzt klären, ob ein Präparat mit Mönchspfeffer für Sie infrage kommt.

Wann tritt die Wirkung ein? Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Bis die potenziellen Effekte von Mönchspfeffer eintreten, können einige Wochen vergehen. Sie sollten entsprechende Fertigarzneimittel in ausreichend hoher Konzentration über mindestens drei Monatszyklen einnehmen.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Mönchspfeffer ruft normalerweise kaum Nebenwirkungen hervor. Es kann jedoch zu allergischen Reaktionen kommen, die auch schwer ausfallen können: Juckreiz, Hautausschlag, Schwellungen im Gesicht, Atemnot und Schluckbeschwerden. Bei starken Symptomen rasch einen Arzt aufsuchen! Manche Frauen reagieren mit Magen- und Darmproblemen, Kopfschmerzen und Schwindel auf Mönchspfeffer.

Frauen, die die Antibabypille einnehmen, eine Hormonersatztherapie machen,  bestimmte Brustkrebsformen oder Hypophysenstörungen haben, sollten die Heilpflanze nicht anwenden. Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist von der Einnahme ebenfalls abzuraten, da Mönchspfeffer die Milchbildung stören kann.

Wer Medikamente einnimmt, die sich auf den körpereigenen Botenstoff Dopamin auswirken, darf Mönchspfeffer nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin anwenden. Dazu gehören zum Beispiel Mittel gegen Parkinson und psychische Probleme.

Wichtig: Lassen Sie sich zu Dosierung, Anwendung und unerwünschten Effekten der Heilpflanze in der Apotheke beraten.

Quellen:

European Medicines Agency (EMA): Agni casti fructus. Online: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/agni-casti-fructus (Abgerufen 01/2020)

Wichtl M: Teedrogen und Phytopharmaka. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2016