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Cayennepfeffer: Hilfreich gegen Schmerzen

Cayennepfeffer, auch Chili genannt, regt die Durchblutung in der Haut an, wirkt schmerzstillend und lockert verspannte Muskeln

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 17.12.2019

Cayennepfeffer – kurz erklärt

Chili – auch als Cayennepfeffer bezeichnet –, verleiht Gerichten wie Chili con Carne ihre Schärfe. Die Cayennepfefferarten Capsicum frutescens und Capsicum annuum werden in der Medizin gegen Nerven- und Muskelschmerzen eingesetzt. Die Anwendung auf der Haut löst einen brennenden Schmerz aus, der jedoch rasch nachlässt.

Chili

Welche Inhaltsstoffe kommen in Cayennepfeffer vor?

Als Arznei kommen die getrockneten reifen Früchte zum Einsatz. Sie enthalten unter anderem Scharfstoffe, und zwar die sogenannten Capsaicinoide. Die Substanz Capsaicin spielt dabei die größte Rolle.

Gegen was hilft Cayennepfeffer?

  • Muskelschmerzen und Verspannungen

Capsaicin lindert Schmerzen, indem es den sogenannten TRPV1-Rezeptor aktiviert, ihn zunächst überstimuliert und anschließend für weitere Reize unempfindlich macht. Durch diesen Rezeptor nehmen wir Schmerzreize wahr. Er leitet aber auch Hitzesignale der Haut ans Gehirn weiter und ist beteiligt, wenn wir Schärfe schmecken.

Diese Effekte lassen sich medizinisch nutzen und sind wissenschaftlich teils gut belegt. Durch das Wärmesignal erwärmt und rötet sich die Haut an der Stelle, an der sie mit Capsaicin in Kontakt gekommen ist. Sie wird stärker durchblutet. Dadurch lassen sich beispielsweise Muskelschmerzen und Verspannungen im Rücken lindern. Wohl auch solche, die durch Weichteilrheuma im Schulter-Nacken-Bereich auftauchen.

  • Nervenschmerzen

Ein weiteres Einsatzgebiet sind Nervenschmerzen, die zum Beispiel durch eine Gürtelrose oder eine Polyneuropathie auftreten.

Wann tritt die Wirkung ein? Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Der durchblutungsfördernde Effekt tritt rasch ein, ebenso ein Brennen auf der Hautstelle, an der Capsaicin aufgebracht wurde. Die schmerzstillende Wirkung stellt sich mit einer gewissen Zeitverzögerung ein. Die Anwendung erfolgt äußerlich, meist in Form spezieller Pflaster oder als Salben und Cremes. Wie oft und wie lange Sie die Arznei anwenden dürfen, hängt vom Einsatzgebiet ab.

Wer eine empfindliche Haut hat, reagiert womöglich mit starker Hautrötung und Brennen auf den Scharfstoff. Probieren Sie eine Creme oder Salbe deshalb zunächst an einer kleinen Stelle aus und überprüfen Sie, wie die Haut darauf antwortet. Achten Sie darauf, dass Cayennepfeffer nicht in die Nase oder die Augen gerät. Waschen Sie sich nach der Anwendung die Hände.

Wer Capsaicin-haltige Arzneimittel bei Nervenschmerzen anwendet, sollte dies vorher unbedingt mit dem Arzt besprechen. Das gilt vor allem für Diabetiker. Normalerweise findet die Behandlung beim Arzt statt.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Die häufigste unerwünschte Wirkung ist ein starkes Brennen auf der Haut. Capsaicin sollten Sie nicht auf verletzter oder gereizter Haut auftragen. Für Kinder eignet sich der Scharfstoff nicht.

Wichtig: Lassen Sie sich zu Dosierung, Anwendung und unerwünschten Effekten der Heilpflanze in der Apotheke beraten.

Hier finden Sie Medikamente, die Cayennepfeffer als Wirkstoff enthalten

Capsaicin

Quellen:

European Medicines Agency (EMA): Capsici fructus. Online: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/capsici-fructus (Abgerufen 12/2019)

Wichtl M: Teedrogen und Phytopharmaka. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2002