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Die Verbraucherschützerin Simone Bueb von der Verbraucherzentrale Bayern und die Psychologin und Dating-Expertin Pia Kabitzsch aus Berlin geben Tipps:

Dating-Portal oder Partnervermittlung – Was ist die beste Wahl?

Die Bandbreite an Online-Diensten, um einen Partner oder eine Partnerin zu finden, ist groß. Doch werden dort auch Menschen ab 60 fündig oder sollte man es eher mit einer Zeitungsannonce probieren? „Es kann sich lohnen, mutig zu sein und digitale Angebote auszuprobieren“, sagt Psychologin und Dating-Expertin Pia Kabitzsch aus Berlin. Für Ältere gebe es auch spezielle Kontaktbörsen.

Gut zu wissen: Auf Partnervermittlungen füllen neue Mitglieder zunächst einen Persönlichkeitstest aus. „Auf Grundlage dieses Tests werden ihnen Singles vorgeschlagen, die gut passen könnten, weil sie ähnliche Werte und Interessen teilen“, erklärt Kabitzsch. Auf Dating-Portalen ist mehr Eigeninitiative gefragt. Jeder Nutzende legt sein eigenes Profil an und kann nach potenziellen Partnern suchen. Dabei kann man oft persönliche Kriterien angeben, etwa das Alter, der Wohnort. Manche Plattformen bieten t sich kaum. Das Profil wird dann zwar häufiger ausgespielt, aber wichtiger ist eigentlich, dass das Profil an sich gut ist“, sagt die Psychologin.

Woran erkenne ich einen seriösen Online-Dienst?

Auf den ersten Blick lässt sich oft nicht einschätzen, ob ein Online-Dienst seriös ist. „Bevor man sich irgendwo anmeldet, sollte man erstmal ein wenig recherchieren“, rät Simone Bueb, Referentin Recht und Digitales bei der Verbraucherzentrale Bayern in München. Sie rät, Bewertungen zu lesen und ins Impressum zu schauen. Dort könne man herausfinden, wo die Firma ihren Sitz habe. „Wenn der Sitz im Ausland ist, findet man häufig keinen Ansprechpartner bei Problemen oder wenn man kündigen möchte“, erklärt die Verbraucherschützerin.

Auch ein Blick auf die Allgemeinen Geschäftsbestimmungen und die Datenschutzbestimmungen sei sehr hilfreich: Wie lange läuft der Vertrag? Wie sind die Kündigungsfristen? Wo werden die Daten gespeichert? Werden sie möglicherweise weitergegeben? Was passiert mit den Daten, wenn man kündigt? Bueb sagt: „Wenn man kündigt, hat man das Recht darauf, dass der Dienst die persönlichen Daten löscht.“ Auf der Website der Verbraucherzentrale findet sich dazu auch ein Musterbrief.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Viele Anbieter locken mit günstigen Einstiegsangeboten oder einer kostenfreien Nutzung. „Oft entpuppt sich das als Kostenfalle“, warnt Simone Bueb. Denn nach einer Probephase könne es passieren, dass man schnell in einem Jahresvertrag feststeckt. „Fragen Sie genau nach den Preisen und lesen Sie in den Geschäftsbestimmungen nach“, rät die Verbraucherberaterin. Wer einen kostenfreien Probevertrag annehme, solle sich am besten rot im Kalender markieren, wann diese Probezeit vorbei ist. „Im Alltagstrubel vergisst man das sonst leicht“, so Bueb. Und: Für Verträge gilt das 14-tägige Widerrufsrecht. „Manchmal behaupten Online-Dienste, dass es kein Widerrufsrecht gibt, weil die Dienstleistung schon genutzt wurde. Aber das stimmt so nicht.“

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Online-Dating statt Zeitungsannonce – wie funktioniert das?

Die Gegenwart ist digital – auch in ­Liebesdingen. „Es kann sich lohnen, mutig zu sein und digitale Angebote auszuprobieren“, rät Psychologin und Dating-­Expertin Pia Kabitzsch aus Berlin. Für ältere Menschen gibt es auch spezielle ­Websites. Manche Portale arbeiten wie Partnervermittlungen. Als neues Mitglied füllt man zunächst einen Persönlichkeitstest aus. „Auf Grundlage dieses Tests werden Ihnen Singles vorgeschlagen, die ähnliche Werte und Interessen teilen“, erklärt Kabitzsch. Auf anderen Partner-Portalen ist mehr Eigen­initiative gefragt. Nutzer und Nutzerinnen legen ihr eigenes Profil an und suchen selbst nach Menschen, die zu ihnen passen könnten. Manche Portale bieten gegen Aufpreis ­zusätzliche Funktionalitäten an, damit das eigene Profil gut von anderen gefunden wird. „Das lohnt sich aber oft nicht“, so die Psychologin.

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Wie gestalte ich mein Profil interessant?

Gut aussehender, jugendlicher Privatier mit Großgrundbesitz sucht … Natürlich dürfen Sie sich bei Ihrem Online-Profil von Ihrer besten Seite zeigen. Aber bleiben Sie ehrlich und authentisch. „Erzählen Sie von sich und was Ihre Person ausmacht“, sagt die Psychologin Pia Kabitzsch. Das können sein: Hobbys, Interessen, Lieblingsbücher, Reisen. „Online-Dating gilt oft als oberflächlich, aber es ist nur so oberflächlich, wie wir damit umgehen“, sagt Kabitzsch. Zum guten Ton gehört, dass die Informationen in der Profilbeschreibung wahr sind.

Ein Profil besteht aus einer Beschreibung und Bildern. Kabitzsch rät zu Ehrlichkeit und Authentizität. Dazu gehört auch, dass die Informationen in der Profilbeschreibung korrekt sind. Wer sich 20 Kilogramm leichter oder zehn Zentimeter größer mache, riskiere einen Vertrauensbruch beim ersten Treffen. „Das ist kein guter Start, weil dann häufig das Gefühl aufkommt, dass die Person noch mehr verheimlicht“, erklärt Kabitzsch. Verbraucherschützerin Bueb gibt zu bedenken: „Gehen Sie achtsam mit Ihren persönlichen Informationen und Daten um. Sie empfiehlt, nur den Vornamen zu verwenden, die Telefonnummer und Adresse nicht weiterzugeben und erst mal nur auf der Plattform zu schreiben.

Was sollte ich bei Bildern beachten?

Sich von der Schokoladenseite zeigen – das wollen die meisten Menschen auf ihrem Dating-Profil und verwenden ihre schönsten Bilder, häufig aus dem Urlaub. Oder sie zeigen Fotos, auf denen sie jünger sind. Psychologin Pia Kabitzsch rät davon ab: „Studien haben gezeigt, dass es viel besser ankommt, wenn man ­aktuelle Bilder und Fotos aus dem Alltag ver­wendet, denn das erzählt mehr über einen und macht vertrauenswürdig – und genau darum geht es ja, wenn ich jemanden kennenlernen möchte.“ Ihr Tipp: Besser als Selfies sind Bilder, die zu einem Gespräch einladen, etwa über das Buch, das man in den Händen hält, oder die Wanderung, auf der das Foto aufgenommen wurde.

Wie kann ich ein falsches Profil erkennen?

Ein Nachteil beim Online-Dating: Auf den Plattformen wird nicht nur getrickst, sondern mitunter auch um Geld betrogen. „Wenn ein Profilbild wahnsinnig schön und perfekt ist, sollte das stutzig machen“, sagt Verbraucherschützerin Bueb. „Auch wenn Menschen sehr schnell persönlich werden und nach privaten Daten fragen, sind das Warnzeichen.“ Pia Kabitzsch fügt hinzu: „Auffällig ist, wenn jemand nicht telefonieren möchte, keine Informationen über sich preisgibt, keine Fotos von sich schickt und das persönliche Treffen immer wieder verschiebt.“ Beide Expertinnen raten: „Überweisen Sie niemals Geld!“

Worauf kommt es an beim ersten Treffen?

Sie finden jemanden sympathisch und möchten sich treffen? Psychologin Kabitzsch sagt: „Manche möchten die Person schneller kennenlernen, andere fühlen sich sicherer, wenn sie erst einige Nachrichten ausgetauscht haben.“ Ihr Tipp: Suchen Sie einen Ort aus, an dem Sie sich wohlfühlen. Generell rät sie eher dazu, sich in der Öffentlichkeit zu treffen, etwa in einem Café oder im Park zum Spazie­rengehen. „Wenn das Gespräch ins Stocken kommt, findet man leicht wieder Themen, über die man reden kann“, so Pia Kabitzsch. „Beim ersten Treffen sind meist beide nervös, denn man kennt sich ja noch nicht wirklich“, sagt die Psychologin.

Dass das Gespräch stocke oder man sich nicht sofort verliebe, sei jedoch nicht automatisch ein schlechtes Zeichen. „Wenn man eine gute Zeit miteinander verbracht hat, dann lohnt es sich immer, auf ein zweites Date zu gehen.“ Und wenn nicht? „Melden Sie sich auch dann bei der Person und bedanken Sie sich für das Treffen. Aber sagen Sie, dass es für Sie nicht so richtig gepasst hat.“ Viele hätten beim Dating die Erwartung, dass sie sich sofort verlieben, aber „ein Date kann auch erfolgreich sein, wenn man einfach eine nette Zeit miteinander hatte“, sagt die Psychologin.

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