Der Pflegekräftemangel ist eine der großen Herausforderung unserer Zeit, denn die Zahl pflegebedürftiger Menschen wächst stetig. Wie Pflegekräfte in Zukunft durch Roboter entlastet werden könnten, untersucht das Forschungsprojekt „Teleskoop“. Die Kernidee: Pflegekräfte erledigen anfallende Aufgaben per Roboter aus der Ferne.

„Telerobotik gegen den Pflegenotstand“ – so lautet das Motto des kürzlich gestarteten Projekts, bei dem in den kommenden drei Jahren ein Telerobotik-Hersteller, die Berliner Charité und das FZI Forschungszentrum Informatik kooperieren. Getestet werden sogenannte „Robodies“, menschenähnliche Telerobotiksysteme. Diese sollen dann vor Ort bei pflegebedürftigen Menschen eingesetzt werden.

Technik funktioniert intuitiv

Anders als Pflegeroboter, die per Künstlicher Intelligenz (KI) autonom arbeiten, funktionieren die „Robodies“ nicht vollautomatisch. Sie werden von Pflegekräften aus der Ferne bedient. Um beispielsweise den Puls einer zu pflegenden Person zu messen, muss nicht zwingend ein echter Mensch anwesend sein.

Die Forschungsgruppe betont, dass durch den Einsatz von „Robodies“ keinesfalls auf persönliche Bedürfnisse und „das Menschliche“ verzichtet werden müsse. Denn die Pflegenden bedienen den Roboter nicht etwa über einen Joystick und per Bildschirm, sondern ganz intuitiv mit bestimmten Körperbewegungen. Das sei sicher für die Pflegebedürftigen und Pflegende könnten „real interagieren“, glauben die Entwickler:innen.

Charité macht den Praxistest

Kostenpunkt des im Oktober 2021 gestarteten Forschungsprojekts: knapp 700.000 Euro. 93 Prozent der Summe trägt das Bundesministerium für Bildung. Forschende der Berliner Charité testen die Neuentwicklung im Arbeitsalltag und sammeln schon jetzt Informationen für die Anforderungen und mögliche Aufgabengebiete künftiger Robody-Generationen.

Zum Thema

-