Warum werden Laborwerte zum Eisenstoffwechsel überprüft?

Eisen ist für die sogenannte Zellatmung von großer Bedeutung. Das Spurenelement bindet Sauerstoff an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, verteilt ihn im Körper und versorgt auf diese Weise unsere Organe und Muskeln. Ist dieser Eisenstoffwechsel gestört, kann das verschiedene Ursachen haben. Der häufigste Grund: ein Eisenmangel, der bis zur Blutarmut (Anämie) führen kann. Typische Symptome der Anämie sind Blässe, Müdigkeit und Erschöpfung. Auch brüchige Haare, trockene Haut sowie eingerissene Mundwinkel können auf einen Mangel hindeuten.

Zu den häufigsten Gründen für zu wenig Eisen zählen eine verstärkte Menstruation oder Blutverluste, zum Beispiel infolge eines Magengeschwürs. Auch bei chronischen Entzündungen, etwa des Darms, oder bei Tumorerkrankungen sowie während der Schwangerschaft können die Eisenwerte zu niedrig sein.

Besteht der Verdacht auf einen Mangel, überprüft der Arzt oder die Ärztin den Eisenhaushalt. Gleiches gilt, wenn eine Eisenüberladung vorliegen könnte. Der Körper kann überschüssiges Eisen nicht ausscheiden und lagert es deshalb in den Organen ab, etwa in Leber oder Herzmuskel. Eine Überladung kommt aber eher selten vor.

Welche Werte werden gemessen?

Der wichtigste Wert in diesem Zusammenhang ist Ferritin. Dieses Eiweiß ist für die Speicherung von Eisen zuständig und wird deshalb auch als Speichereisen bezeichnet. Es befindet sich vor allem in den Zellen der Leber, im Knochenmark und der Milz. Das im Blut gemessene Ferritin kann Aufschluss darüber geben, wie gut die Eisenspeicher des Körpers gefüllt sind.

Ist der Ferritin- und gleichzeitig der Hämoglobinwert zu niedrig, deutet das auf eine Eisenmangelanämie hin. Andererseits kann deutlich erhöhtes Ferritin eine Eisenüberladung anzeigen – oder auf eine andere Erkrankung hindeuten. In manchen Fällen müssen Ärztin oder Arzt weitere Werte des Eisenstoffwechsels bestimmen, um der Ursache einer Störung auf die Spur zu kommen. So kann zum Beispiel der Transferrinwert Aufschluss über die vorliegende Störung geben.

Was sind Normalwerte?

Ferritin: Frauen vor den Wechseljahren: zwischen 10 und 120 Mikrogramm pro Liter (μg/l), Männer: zwischen 20 und 250 μg/l.

Nach der Menopause, wenn der natürliche Blutverlust über die Menstruation endet, gleicht sich der weibliche Referenzbereich den Werten der Männer an.

Hämoglobin (Hb): Frauen: zwischen 11,6 und 15,5 Gramm pro Deziliter (g/dl), Männer: zwischen 13,5 und 17,5 Gramm pro Deziliter.

Transferrin: Erwachsene zwischen 200 und 360 Milligramm pro Deziliter (mg/dl).

Die Werte unterscheiden sich je nach Labor, das die Analyse durchführt. Es gelten die Werte auf dem Laborzettel. Dort sind auffällige Werte in der Regel gekennzeichnet.

Was tun, wenn die Werte abweichen?

Die Therapie hänge von der festgestellten Ursache ab, sagt Professor Peter Luppa, Leitender Oberarzt am Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München.

Bei einem Mangel wird Eisen zugeführt, meist in Form von Tabletten (Eisensubstitution). Eine intravenöse Gabe sollte nur in besonderen Fällen erfolgen, weil sie Venenentzündungen und schwere allergische Reaktionen auslösen kann. Bei einer Eisenüberladung können Aderlässe und gegebenenfalls Medikamente helfen, die das überschüssige Eisen binden.

In jedem Fall sollte auch die Ernährung überprüft und bei Bedarf umgestellt werden. Selbst ein erhöhter Eisenbedarf, etwa in der Schwangerschaft oder während der Menstruation, kann normalerweise über die Nahrung gedeckt werden.

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