Vor allem in der Schwangerschaft bekommen viele Frauen Eisen  verordnet. Doch auch andere Menschen können von einem Mangel an dem  Spurenelement betroffen sein. Dieser lässt sich in den allermeisten  Fällen entweder einfach durch eine eisenreichere Ernährung oder bei  einem ausgeprägteren Defizit durch die Einnahme von Eisenpräparaten  rasch in den Griff bekommen. Wenn der Arzt eine Blutarmut durch Eisenmangel festgestellt hat und entsprechend Medikamente  verordnet, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für die  eigentlich rezeptfreien Eisenpräparate.

Diese Eisentabletten, -kapseln, -säfte und –tropfen nimmt man über  den Mund zu sich, was Ärzte als orale Therapie bezeichnen. Nur wenn eine  solche Behandlung nicht genügt, um den Eisenmangel zu beheben oder  besondere Umstände oder Krankheiten vorliegen, kann es notwendig sein,  dass der Arzt Eisen intravenös, also direkt in die Blutgefäße,  verabreicht.

Wieviel Milligramm Eisen pro Tag sollte man schlucken? 

Das hängt unter anderem von der Schwere des Mangels ab. "Eisen sollte man nicht auf eigene Faust dosieren, sondern sich genau an die Empfehlungen des Arztes halten", rät Apothekerin Beatrix Meister aus Hamburg. 

Was sollte man vor der Einnahme wissen? 

Eisenpräparate können den Stuhl schwarz verfärben. Das ist aber nicht weiter bedenklich. Wichtig ist es jedoch, den Arzt darauf hinzuweisen, wenn man noch andere Medikamente schluckt. Denn diese können Wechselwirkungen mit Eisen eingehen und seine Aufnahme beeinträchtigen. Magensäureneutralisierende Medikamente (Antazida) und bestimmte Mineralstoffpräparate, unter anderem mit Calcium und Magnesium, hemmen zum Beispiel die Aufnahme von Eisen in den Körper. 

Umgekehrt kann Eisen auch die Wirkung anderer Arzneimittel abschwächen, etwa von manchen Antibiotika, wie Doxycyclin sowie von Schilddrüsenhormonen. "L-Thyroxin nehmen viele Patienten morgens nüchtern ein, was für Eisen auch empfohlen wird", so Apothekerin Meister. "Da es aber Wechselwirkungen zwischen Eisen und L-Thyroxin geben kann, sollte man dann die Eisentabletten besser erst zwei Stunden nach dem Frühstück schlucken."

Sprechen Sie Ihren Arzt oder Apotheker also an, wenn Sie noch weitere Arzneimittel einnehmen. Er berät sie, was es bei Ihrer individuellen Kombination zu beachten gibt.

Wann und wie sollte man Eisenpräparate einnehmen? 

Möglichst nüchtern, ungefähr eine Stunde vor dem Frühstück. So kann der Körper am meisten davon aufnehmen. Nimmt man Eisen zu einer anderen Tageszeit ein, sollte die letzte Mahlzeit mindestens zwei Stunden her sein. Bis zur nächsten sollte noch mindestens eine Stunde vergehen. "Nahrungsmittel können die Aufnahme von Eisen beeinträchtigen. Deswegen ist es so wichtig, die Einnahmehinweise einzuhalten", betont Apothekerin Meister. "Statt mit Wasser ist es empfehlenswert, Eisen mit Orangensaft oder einer anderen Vitamin-C-haltigen Flüssigkeit einzunehmen. Das kurbelt die Aufnahme des Spurenelements an." Außerdem immer die Gebrauchsinformation beachten!

Folgende Lebensmittel können beispielsweise die Eisenaufnahme behindern:

  • Schwarzer und grüner Tee, Kaffee
  • Milch
  • Colagetränke und andere phosphathaltige Lebensmittel (zum Beispiel Schmelzkäse)
  • Rhabarber, Spinat, Rote Bete und andere oxalsäurereiche Nahrungsmittel
  • Getreide, Reis, Soja und andere Phytinsäure-Quellen

Diese also auf keinen Fall zusammen mit Eisenpräparaten und während der Behandlung am besten nicht in größeren Mengen konsumieren.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Vor allem Magen-Darmbeschwerden wie Krämpfe, Verstopfung und Übelkeit sind häufig. 

Was tun, wenn Nebenwirkungen auftreten?

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker! Gegen Magenschmerzen und Bauchkrämpfe   kann es helfen, das Medikament statt nüchtern wie oben beschrieben zwei   Stunden nach der Mahlzeit einzunehmen. Klären Sie aber unbedingt, ob Sie die Dosierung anpassen müssen, wenn Sie vom   empfohlenen Einnahmezeitpunkt abweichen. "Manchmal hilft es auch, das   Eisen abends zwei Stunden nach dem Essen zu nehmen. Dann werden eventuell auftretende Magenschmerzen   vielleicht verschlafen," sagt Meister. Eine weitere Möglichkeit ist es,   das Präparat nach Rücksprache mit dem Arzt zu wechseln. Es gibt   beispielsweise Kapseln, die sich erst im Dünndarm auflösen. "Die werden   meist besser vertragen", so Meister. Auch eine seltenere Einnahme des   Medikamentes, zum Beispiel nur jeden zweiten Tag in höherer Dosis oder   aber eine Aufteilung der Dosis auf mehrere kleine Mengen sind   Möglichkeiten, die Sie mit dem Arzt oder Apotheker prüfen können. 

Einer Verstopfung können Sie vorbeugen, indem Sie sich viel bewegen,   ausreichend trinken und auf eine ballaststoffreiche Kost achten. Falls   es dennoch zu Schwierigkeiten mit dem Stuhlgang kommt, kann ihr Apotheker weiterhelfen. Er kann Ihnen Mittel für eine kurzfristige Einnahme   empfehlen, die sich mit der Eisentherapie vertragen. 

Kindersicher aufbewahren

Zuviel Eisen tut nicht gut. Halten Sie sich daher an die   Dosierungsanweisung Ihres Arztes. Bei Kindern können bei der   versehentlichen Einnahme von zu viel Eisen lebensgefährliche   Vergiftungen mit Erbrechen, Durchfall, Leber- und Nierenschäden   entstehen. Daher Eisenpräparate immer kindersicher verwahren, damit es   nicht zu Unglücksfällen kommt.

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