Nasenpolypen: Diagnose

Der HNO-Arzt untersucht Nase und Nasennebenhöhlen. Dabei sind Nasenpolypen eventuell schon erkennbar. Bildgebende Verfahren wie die Computertomografie liefern zusätzliche Informationen

aktualisiert am 13.11.2014
Sprechstunde beim Arzt

Könnten Nasenpolypen die Ursache der Symptome sein? Um das zu klären, erkundigt sich der Arzt zunächst nach den Beschwerden des Patienten


Erster Ansprechpartner ist manchmal der Hausarzt. Er wird bei Bedarf zum Spezialisten, dem Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt), überweisen.

Zu Beginn erkundigt sich der Mediziner nach den Beschwerden und den Vorerkrankungen (Asthma, Allergien) des Patienten. Symptome wie ein beeinträchtigter Riechsinn, Probleme beim Atemholen durch die Nase oder häufige Nasennebenhöhleninfekte lenken den Verdacht bereits in Richtung Nasenpolypen.

Untersuchung beim HNO-Arzt

Der Arzt wird die Nase und die Nasennebenhöhlen dann genau untersuchen. Große Nasenpolypen, die in die Nasenhaupthöhle ragen, sind eventuell schon mit bloßem Auge auszumachen. Mit Hilfe von Spiegeln und einem Nasenendoskop – einem dünnen Instrument mit eingebauter Lichtquelle – kann der Arzt auch kleinere oder tiefer sitzende Polypen oft gut erkennen.

Bildgebende Verfahren

Unter Umständen sind weitere Untersuchungen nötig, um Gewissheit zu erhalten. Hierzu eignen sich bildgebende Verfahren, insbesondere die Computertomografie (CT) oder die digitale Volumentomografie (DVT). Konventionelle Röntgenaufnahmen der Nebenhöhlen sind heute eher in den Hintergrund gerückt. Die Ultraschalluntersuchung und die Magnetresonanztomografie haben nur in speziellen Situationen Bedeutung bei der Diagnose von Nasenpolypen.

Meistens treten Nasenpolypen beidseitig, also in den Nebenhöhlen auf beiden Seiten des Kopfes auf. Einseitige Geschwülste sollten immer genauer untersucht werden, insbesondere, wenn sie häufig Nasenbluten verursachen. Denn – eher selten – handelt es sich dann gar nicht um einen Polypen, sondern um einen bösartigen Tumor. Besteht dieser Verdacht, entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe, die unter dem Mikroskop untersucht wird.

Allergie-Tests

Ob eine Allergie wie beispielsweise Heuschnupfen der Wegbereiter für die Nasenpolypen sein könnte, überprüft der Arzt mit Hilfe verschiedener Allergie-Tests – zunächst mit dem Prick-Test. Da sich die Ergebnisse aus diesem Hauttest nicht uneingeschränkt auf die Nasenschleimhaut übertragen lassen, kann dann ergänzend ein nasaler Provokationstest erfolgen: Der potenzielle Allergieauslöser wird auf die Nasenschleimhaut gesprüht, dann wird gemessen, ob der Luftwiderstand in der Nase zunimmt.

Eine Schmerzmittel-Unverträglichkeit kann durch Blutuntersuchungen oder mit Hilfe von Provokationstests aufgedeckt werden: Nach Gabe des verdächtigen Schmerzmittels wird der Widerstand in den Bronchien oder in der Nase gemessen.

Wichtig: Solche Provokationstests dürfen nur unter strenger ärztlicher Kontrolle und in speziell darauf eingestellten Praxen und Zentren stattfinden! Die Tests könnten schwere Unverträglichkeitsreaktionen auslösen, die sofortige Notfallmaßnahmen erfordern.