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Myome: Therapie

Symptomlose Myome müssen normalerweise nicht behandelt werden. Machen die Knoten Probleme, gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten

aktualisiert am 02.03.2014
Operation

Wenn Myome Beschwerden bereiten, müssen sie manchmal in einer Operation entfernt werden


Größe und Lage des Myoms, Alter der Patientin, ihre Familienplanung sowie die Art der Beschwerden spielen bei der Wahl der geeigneten Therapie eine Rolle. Infrage kommen Medikamente, operative und nicht-operative Verfahren. Alle haben Vor- und Nachteile. Patientinnen sollten sich dazu individuell von ihrem Arzt beraten lassen.

Ausschälung

Bei der Myomenukleation entfernt der Arzt die Wucherungen in einem operativen Eingriff. Dabei bleibt die Gebärmutter möglichst intakt, so dass die Frau im Normalfall auch weiterhin Kinder bekommen kann.

Die Ausschälung erfordert eine Vollnarkose. Minimalinvasive Eingriffe können oft auch ambulant erfolgen. Die Lage der Myome bestimmt, welches Verfahren zur Ausschälung angewandt wird.

Wachsen die Knoten direkt unter der Gebärmutterschleimhaut, kommt oft eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) infrage, also eine Ausschälung durch die Scheide. Sitzen die Myome eher an der Außenseite der Gebärmutter, werden sie häufiger per Bauchspiegelung (Laparoskopie) entfernt. In manchen Fällen ist auch ein Bauchschnitt (eine Laparatomie) erforderlich. Ein Vorteil dieser Therapiemethode: Bei operativen Eingriffen kann eine Gewebeprobe gewonnen und auf bösartige Zellen untersucht werden. So lässt sich sehr sicher ausschließen, dass es sich um eine Krebsgeschwulst handelt – was aber auch nur sehr selten der Fall ist. Wie bei allen Operationen kann es aber auch bei der Myom-Entfernung zu Komplikationen kommen, beispielsweise Blutungen oder Verwachsungen. Die Rückfallrate – also die Gefahr, dass erneut Myome entstehen – beträgt bis zu 30 Prozent.

Gebärmutterentfernung

Leiden Frauen unter äußerst heftigen Schmerzen, starken Regelblutungen und sehr vielen oder schnell wachsenden Myomen, bleibt manchmal nur die Option, die Gebärmutter komplett zu entfernen. Das ist jedoch eher die Ausnahme. Die Frau sollte die Familienplanung abgeschlossen haben, denn sie kann anschließend keine Kinder mehr bekommen.

Die Entfernung des Organs kann sowohl von der Scheide aus wie auch über einen Bauchschnitt erfolgen. Eine Gebärmutterentfernung ist außerdem mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) möglich. Welche Methode am besten geeignet ist, muss individuell abgewogen und besprochen werden. Mögliche Komplikationen sind die Verletzung benachbarter Organe, beispielsweise des Darms, der Harnleiter oder der Blase. Auch Infektionen oder Verwachsungen sind möglich. Nach dem Eingriff hat die Frau keine Monatsblutungen mehr. In etwa zehn Prozent der Fälle hat die Operation zur Folge, dass auch die Hormonproduktion in den Eierstöcken abnimmt. Die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Eierstockkrebs und Brustkrebs ist nach einer Gebärmutterentfernung auch weiterhin notwendig.

Medikamente

Hormonpräparate helfen manchmal, das Wachstum der Knoten zumindest vorübergehend zu bremsen. Zum Einsatz kommen Gestagene oder so genannte GnRH-Analoga. Beide sind Gegenspieler des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen. Die Therapieoption eignet sich zum Beispiel, um eine kürzere Zeitspanne bis zu einer geplanten Operation oder zu den Wechseljahren zu überbrücken. Sie kommt außerdem zum Einsatz, wenn eine Frau durch verstärkte Periodenblutungen unter einer deutlichen Blutarmut leidet. Wird der Menstruationszyklus durch die Arzneien vorübergehend ausgeschaltet, kann sich das blutbildende System erholen und Nachschub liefern. Die Arzneien haben jedoch auch Nebenwirkungen. So leiden manche Frauen unter Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und anderen Symptomen, die typisch für die Wechseljahre sind. Zudem können die Myome nach der Behandlung wieder wachsen, sobald sich der Hormonspiegel normalisiert hat.

Gebärmutter

Embolisation

Bei diesem relativ neuen Therapieverfahren versuchen Ärzte, das Myom von der Blutversorgung abzuschneiden, so dass es "verhungert" und somit schrumpft. Über einen kleinen Hautschnitt in der Leiste wird ein Katheter durch die Blutgefäße zu der Arterie vorgeschoben, die den Knoten mit Blut versorgt. Das geschieht unter Röntgenkontrolle. Mit winzigen Plastikpartikeln wird das Blutgefäß dann absichtlich verstopft. Die Geschwulst bildet sich allmählich zurück. Bis die Beschwerden nachlassen, kann es eine Weile dauern. Die Methode kommt nicht in allen Fällen infrage und kann auch Nebenwirkungen haben. So lässt sich beispielsweise das Risiko nicht völlig ausschließen, dass Teile der gesunden Gebärmutter geschädigt werden und absterben. Auch die Langzeitwirkung ist noch unerforscht. Manche Experten raten daher von der Embolisation ab, wenn noch ein Kinderwunsch besteht.

Fokussierter Ultraschall

Unter der Kontrolle von Magnetresonanztomografie-Aufnahmen werden die Knoten mit Ultraschallwellen zerstört oder zum Schrumpfen gebracht. Das experimentelle Verfahren wird derzeit in wenigen Kliniken erforscht und getestet. Es gehört aber noch nicht zur Standardtherapie, da Mediziner noch zu wenig Erfahrungen damit gesammelt haben.

Myomen vorzubeugen ist nicht möglich. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Frauenarzt helfen jedoch, die Knoten frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Alle sechs Monate sollten sich Myom-Patientinnen vom Gynäkologen untersuchen lassen. Das gilt auch für die Frauen, denen die Myome keine Beschwerden verursachen.