Leberkrebs: Therapie

Je nachdem, wie weit der Krebs fortgeschritten ist und wie gut die Leberfunktion des Patienten ist, kommen unterschiedliche Therapien infrage
aktualisiert am 02.08.2013

Eine Operation ist bei Leberkrebs oft unumgänglich

Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY

Die Therapie richtet sich danach, wie weit der Leberkrebs fortgeschritten ist (Tumorstadium) und wie gut die Leberfunktion des Patienten ist. Eine Teilentfernung der Leber (Leberteilresektion) ist die Therapie der Wahl, wenn sich der Tumor noch in einem Frühstadium befindet und keine Leberzirrhose vorliegt. 40 bis über 60 Prozent dieser Patienten leben nach einer Leber-Teilentfernung vom Zeitpunkt der Diagnosestellung an fünf Jahre und länger (sogenannte Fünf-Jahres-Überlebensrate).

Lebertransplantation

Für Patienten mit Leberzirrhose, also eingeschränkter Leberfunktion, stellt die Lebertransplantation das optimale Therapiekonzept dar. Allerdings müssen bestimmte Voraussetzung, die sogenannten Mailand-Kriterien, erfüllt sein: Es darf nur ein Tumorherd vorliegen, dessen Durchmesser nicht größer als fünf Zentimeter ist oder maximal drei Tumorherde, deren Durchmesser alle unter drei Zentimeter liegen. Für die Behandlung sollten die Patienten an ein Lebertransplantationszentrum überwiesen werden. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt hier bei über 70 Prozent.

Eine Lebertransplantation kommt aufgrund der geringen Anzahl an Spenderorganen jedoch nur begrenzt infrage. Zudem besteht das Risiko, dass der Körper das neue Organ abstößt, so dass lebenslang Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppressiva) eingenommen werden müssen.

Bei Patienten mit guter Leberfunktion, aber nicht mehr heilbarer fortgeschrittener Krebserkrankung (Lymphknotenbefall oder Fernmetastasen), kann eine Behandlung mit dem sogenannten Tyrosin-Kinase-Hemmer Sorafenib die durchschnittliche Überlebenszeit etwas verlängern.

Für Patienten ohne Lymphknotenbefall oder Tochtergeschwülsten in anderen Organen (Fernmetastasen), bei denen eine Operation nicht infrage kommt, stehen verschiedene Methoden zur örtlichen Tumorzerstörung als weitere Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

Radiofrequenzablation (RFA)

Bei der RFA werden die Tumoren durch Hitze zerstört. Eine Sonde wird unter Ultraschall- oder Computertomografie-Kontrolle in den Tumor eingeführt. Ein Generator erzeugt hochfrequenten Wechselstrom, welcher über die Sonde in das Tumorgewebe eingeleitet wird und so die Tumorzellen "verkocht". Die RFA kann zum Einsatz kommen, wenn maximal drei Tumorherde vorliegen, die kleiner als fünf Zentimeter sind.

Transarterielle Chemoembolisation (TACE)

Unter Embolisation versteht man die gezielte Verstopfung eines Blutgefäßes (in diesem Fall der Leberarterien) durch Mikropartikel. Diese werden über einen Katheter von der Leiste aus in die Leberarterie, möglichst nah an die den Tumor versorgenden Arterien, verabreicht. Bei der Chemoembolisation wird das Embolisat mit Zytostatika kombiniert. Die TACE kann zum Einsatz kommen, wenn ein einzelner oder viele Tumorherde (multifokales Leberzellkarzinom) vorliegen.

Diese Therapieoptionen können das Fortschreiten der Erkrankung für eine gewisse Zeit bremsen, tumorbedingte Beschwerden lindern und das Überleben verlängern.


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