Leberkrebs: Diagnose

Bei Verdacht auf Leberkrebs untersucht der Arzt zunächst mittels Ultraschall den Bauchraum und nimmt Blut ab
aktualisiert am 02.08.2013

Die Computertomografie ist bei Krebs eine wichtige Untersuchungsmethode

W&B/Falk Heller

Besteht der Verdacht auf ein Leberzellkarzinom, tastet der Arzt zunächst den Bauch ab und betrachtet die Leber mittels Ultraschall (Sonografie). Die kontrastmittelverstärkte Ultraschalluntersuchung dient als Standardmethode unter den bildgebenden Verfahren, um ein Leberzellkarzinom zu diagnostizieren. Um das Tumorstadium zu bestimmen, kommen – ergänzend zur  Ultraschalluntersuchung – die Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT), auch beides bildgebende Verfahren, zum Einsatz.

Die Bestimmung des Tumormarkers Alpha-Fetoprotein (AFP) im Blut kann die bildgebenden Verfahren ergänzen.

Für Menschen, die an einer Leberzirrhose leiden, eine chronische Hepatitis B-Infektion oder eine nicht-alkoholische Fettleberhepatitis haben, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig. Alle sechs Monate sollte die Leber per Ultraschall zur Früherkennung untersucht werden. Ergänzend kann eine Bestimmung des AFP-Wertes erfolgen.

Eine Gewebeentnahme (Biopsie) wird nur dann durchgeführt, wenn sich die Verdachtsdiagnose Leberkrebs mit den oben aufgeführten Untersuchungsmethoden nicht sichern lässt beziehungsweise wenn vermutet wird, dass der Biopsiebefund die Wahl der Behandlung beeinflusst.

Leberzellkrebs wird nach der internationalen TNM-Klassifikation in folgende Stadien eingeteilt:

•   T1: Es liegt ein einzelner (solitärer) Tumor vor, der noch nicht in die Gefäße eingebrochen ist

•   T2: Solitärer Tumor, der bereits in die Blutgefäße eingebrochen ist oder mehrere (multiple) Tumoren mit maximal fünf Zentimeter Durchmesser

•   T3: Multiple Tumoren mit mehr als fünf Zentimeter Durchmesser in der größten Ausdehnung oder Tumoren mit Befall eines größeren Astes der Pfortader und der Lebervene

•   T4: Tumor(en) mit Einwachsen in angrenzende Organe (ausgenommen Gallenblase) oder Tumor(en) mit Durchbruch der Bauchfellschicht

•   N1: Es sind örtliche Lymphknoten befallen

•   M1: Es sind Tumorabsiedlungen in anderen Organen (Fernmetastasen) nachweisbar

Neben der aktuellen TNM-Klassifikation wird bei Patienten mit Leberkrebs immer auch die Leberfunktion mit beachtet. Aus diesem Grund wird die BCLC- (Barcelona Clinic for Liver Cancer) Klassifikation für Leberkrebs mit verwendet.


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