Leberkrebs (Leberzellkrebs, Leberzellkarzinom, Hepatozelluläres Karzinom)

Leberkrebs stellt eine bösartige Erkrankung der Leberzellen (Hepatozyten) dar. Häufig ist eine Leberzirrhose die Ursache, zunehmend auch Fettleibigkeit
aktualisiert am 02.08.2013

Diese Grafik zeigt schematisch, wo sich die Leber im Bauchraum befindet

W&B/Ulrike Möhle

Was ist Leberkrebs?

Im Jahr 2010 erkrankten in Deutschland etwa 7800 Menschen an primärem Leberkrebs (Leberzellkarzinom, Hepatozelluläres Karzinom). Diese Krebsart entsteht in der Leber, während der sekundäre Leberkrebs seinen Ursprung in anderen Organen hat und als Tochtergeschwulst (Metastase) in der Leber auftritt. Die Informationen in diesem Text beziehen sich nur auf den primären Leberkrebs, nicht auf Lebermetastasen.

Die Leber ist das größte Organ des Körpers. Sie besteht aus einem rechten und einem linken Leberlappen. Diese setzen sich aus unzähligen kleinen Leberläppchen zusammen, die wiederum aus einer Vielzahl von Leberzellen (Hepatozyten) bestehen.

Als zentrales Stoffwechselorgan erfüllt die Leber lebenswichtige Aufgaben: Sie produziert Gallenflüssigkeit, die für die Verdauung von Fetten notwendig ist. Sie nimmt die aus dem Darm kommenden verdaulichen Stoffe auf und wandelt aufgenommenes Eiweiß in körpereigenes Eiweiß um. Zudem speichert die Leber Kohlenhydrate und versorgt die Körperzellen über das Blut mit Nährstoffen.

Auch die Produktion von Hormonen gehört zu ihren Aufgaben. Ferner dient sie als Entgiftungszentrale des Körpers (zum Beispiel für Medikamente oder Alkohol). Entgiftete Substanzen werden auf zwei unterschiedlichen Wegen aus dem Körper geschleust: Entweder werden sie über das Blut in die Nieren transportiert und dort mit dem Urin ausgeschieden. Oder sie gelangen mit der Gallenflüssigkeit über die Gallenwege in den Darm und werden mit dem Stuhl ausgeschieden.

Hauptursache von Leberkrebs: eine Leberzirrhose

Primärer Leberkrebs wird in etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle durch eine Leberzirrhose ausgelöst. Diese Erkrankung ist meist die Folge von übermäßigem Alkoholkonsum oder einer chronischen Infektion mit Hepatitis-B- oder -C-Viren (Hepatitis B oder C). Leberkrebs wird auch zunehmend durch nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen (Fettleberhepatitis) verursacht, vor allem als Folge einer Fettleibigkeit (Adipositas).

Im Frühstadium führt Leberkrebs nur selten zu Symptomen. Später kann es zu unspezifischen Beschwerden kommen – beispielsweise zu Schmerzen im rechten Oberbauch. Oder es sammelt sich Flüssigkeit in der Bauchhöhle an (Aszites). Allen Patienten mit einer Leberzirrhose, Patienten mit chronischer Hepatitis B oder mit einer Fettleberhepatitis sollten Früherkennungsuntersuchungen angeboten werden. Zur Früherkennung wird alle sechs Monate eine Ultraschalluntersuchung empfohlen.

Die Therapie richtet sich nach dem Tumorstadium und der Leberfunktion.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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