Bauchfellentzündung

Bei der Bauchfellentzündung entzündet sich das Bauchfell (Peritoneum). Das löst meist heftige Bauchschmerzen aus
von Justus Schönemann, aktualisiert am 13.04.2017

Die Bauchfellentzündung (Peritonitis) tritt als Komplikation anderer Erkrankungen auf. Sie wird in den allermeisten Fällen durch Infektionen hervorgerufen, wenn über geschädigte innere Organe Bakterien oder entzündungsfördernde Substanzen in die Bauchhöhle gelangen. Seltener entsteht eine Peritonitis durch Tumoren, durch Keimübertragung bei Operationen oder nach einer Verletzung der Bauchdecke oder innerer Organe.

Das Bauchfell reagiert auf die Entzündung mit dem Ausschwitzen einer fibrinhaltigen Flüssigkeit, was Verklebungen zwischen den Bauchorganen bewirkt. Auf diese Weise kann die Entzündung auf einen kleinen Teil der Bauchhöhle beschränkt bleiben (lokale Peritonitis). Findet diese Eingrenzung nicht statt, breitet sich die Entzündung rasch in der ganzen Bauchhöhle aus (diffuse / generalisierte Peritonitis).

Eine Bauchfellentzündung ist eine gefährliche, unbehandelt lebensbedrohliche Erkrankung, die in der Regel eine intensivmedizinische Behandlung (Operation, Antibiotika, Infusionen) erfordert. Bei der lokalen Form sind die Heilungschancen oft gut, vor allem bei der diffusen gibt es eine hohe Sterblichkeitsrate.

Symptome einer Bauchfellentzündung

Eine akute lokale Bauchfellentzündung ist meist durch heftige Bauchschmerzen gekennzeichnet, begleitet von leichtem Fieber. Die betroffene Bauchregion schmerzt bei Druck und reagiert empfindlich mit einer Abwehrspannung, wenn darauf geklopft wird. Zusätzlich kommt es oft zu Verstopfung, eventuell sogar Darmverschluss.

Bei einer diffusen Bauchfellentzündung sind heftigste Bauchschmerzen im gesamten Bauchraum das Leitsymptom, verbunden mit einer brettharten Bauchdecke. Magen- und Darmtätigkeit sind gestört, Übelkeit und Erbrechen können ebenso auftreten wie die Anzeichen eines septischen Schocks: oft hohes Fieber, kalter Schweiß, beschleunigter Herzschlag, erniedrigter Blutdruck und Atemstörungen.

Achtung: Nicht immer sind die Symptome bei einer Bauchfellentzündung eindeutig. Hinter den genannten Beschwerden können zudem auch andere Krankheiten stecken. Die Diagnose kann nur der Arzt nach gründlicher Untersuchung stellen.

Mögliche Ursachen einer Bauchfellentzündung

Bakterielle Infektionen: Am häufigsten entstehen Bauchfellenzündungen infolge einer Infektion mit Darmbakterien, meist Kolibakterien (Escherichia coli) oder Enterokokken. Die Bakterien werden in der Regel aus einem Organ freigesetzt, wenn beispielsweise Geschwüre in Magen, Dünndarm, Dickdarm durch die Wände des betroffenen Organs brechen (Beispiel: Durchbruch bei Blinddarmentzündung). Auch der Durchbruch eines Leber- oder Bauchdeckenabzesses oder einer entzündeten Gallenblase birgt das Risiko einer Bauchfellentzündung. In manchen Fällen wandern Bakterien auch durch eine vorgeschädigte Darmwand in die Bauchhöhle; es kommt zur sogenannten Durchwanderungsperitonitis.

Vorwiegend bei Frauen kann sich das Bauchfell des kleinen Beckens entzünden (Pelveoperitonitis), wenn bakterielle Erreger wie Chlamydien oder Gonokokken in die Bauchhöhle gelangen. Dies kann im Gefolge von Entzündungen der Geschlechtsorgane passieren.

Bei einer sogenannten primären Peritonitis verursachen über die Blutbahn eingeschleppte Bakterien die Entzündung. Diese Form ist jedoch selten, vorwiegend Kinder sind betroffen.

Chemisch toxische Auslöser: Infolge von Organerkrankungen können Fremdsubstanzen in die Bauchhöhle gelangen, zum Beispiel Blut, Galle aus der Leber oder Gallenblase, Urin aus der Blase, Sekrete aus der Bauchspeicheldrüse, Chylus aus den Darmlymphgefäßen, der Inhalt von Zysten. Diese Flüssigkeiten – oder darin enthaltene Bakterien – führen zu Bauchfellentzündungen oder können vorhandene verstärken.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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