Herr Waalkes, man munkelt, Sie seien Hypochonder …

Ich bin Teilzeithypochonder, das heißt, ich jammere manchmal prophylaktisch und auf Vorrat sozusagen. Gesundheit ist ja auch bloß eine Illusion – aber eine sehr schöne.

Mal anders gefragt: Wie geht es Ihnen, wenn Sie die Apotheken Umschau lesen? Fühlen Sie sich danach krank?

Überhaupt nicht. Ich freue mich über jedes Symptom, das ich in der Apotheken Umschau neu entdeckt habe.

Tatsächlich?

Ja, wenn ich morgens aufwache und nichts mehr spüre, dann bin ich ja tot. Das ist ja nicht so gut.

Sie schwören auf Ostfriesentee. Hilft der Ihnen, wenn die Symptome mal allzu schlimm werden?

Ostfriesentee wirkt auf mich doppelt: Erstens schwelge ich sofort in Erinnerungen an die täglichen Teestunden nachmittags um drei mit meinen Eltern. Und zweitens fühle ich mich euphorisiert – entweder durch die Erinnerungen oder durch den Tee selbst.

Das heißt, Ostfriesentee ist auch bei Winterblues zu empfehlen?

Nicht nur bei Winterblues! Mir hat das letztens sogar geholfen, meinen Schnupfen zu überwinden. Heißer Ostfriesentee macht ja Heimatgefühle und positives Denken. Vor jedem Auftritt trinke ich eine Tasse! Also dieser Nachmittagstee, der hat schon so eine seltsame Wirkung…

Wie geht es Ihnen selbst im Winter? Schlägt Ihnen das kalte Wetter aufs Gemüt?

Nein. Ich bin doch auf Schlittschuhen aufgewachsen. Ich bin zur Schule gefahren bei Eis und Schnee, das habe ich immer sehr gemocht. Ich bin ein Wintermensch, ich liebe den Winter. Und gerade diese Gemütlichkeit, die stärkt auch das Immunsystem, habe ich das Gefühl.

Den Großteil der kalten Jahreszeit verbringen Sie aber trotzdem lieber im warmen Florida …

Meine winterlichen Reisen in den Süden sind immer mit etwas Arbeit verbunden: Mal ist es ein Drehbuch, mal ein Bühnenprogramm oder eine Fernsehshow – daheim gibt’s zu viele Ablenkungen.

Das sind ganz schön viele Projekte. Wie schaffen Sie es, sich zwischendurch zu entspannen?

Malen ist eine wunderbare Beschäftigung. Irgendwie spannend und entspannend zugleich. Am Anfang fühlt man sich vollkommen frei und dann ist man immer gespannter auf das, was am Ende rauskommt.

Die meiste Zeit verbringen Sie damit, andere zum Lachen zu bringen. Und als Komiker erwartet man von Ihnen ja auch, immer komisch zu sein. Ist das nicht ganz schön anstrengend, ständig diese Erwartung erfüllen zu müssen?

Ich glaube, für mich wäre es anstrengender, darauf zu verzichten, komisch zu sein. Das liegt mir im Blut.

Man sagt ja immer, Lachen sei gesund. Glauben Sie das auch?

Ob Lachen gesund ist, müssten Sie besser wissen als ich. Menschen zum Lachen zu bringen, macht Spaß, mir jedenfalls. Sinn für Komik ist etwas, das der Mensch exklusiv hat – er sollte ihn pflegen.

Wie wichtig ist Humor für Sie persönlich, wenn es Ihnen mal nicht so gut geht?

Da geht’s mir wie den meisten: Wenn man drüber lachen kann, ist auch ein Malheur nur noch halb so schlimm. In Zeiten wie diesen ist das ja manchmal gar nicht so leicht mit dem Lachen.

Ein Geschenk von Otto an uns: Der Ottifant liest die Apotheken Umschau.

Ein Geschenk von Otto an uns: Der Ottifant liest die Apotheken Umschau.

Pandemie, Ukraine-Krieg, Energiekrise. Darf man da überhaupt lustig sein?

Gegen solche Katastrophen hilft auch kein Humor. Doch da der Mensch so widerstandsfähig ist, kann er auch damit leben – und zum Leben gehört nun mal das Lachen.

Kurz vor Weihnachten wird Ihre Märchenshow ausgestrahlt. Das Thema zieht sich ja wie ein roter Faden durch Ihr Lebenswerk: die sieben Zwerge, Catweazle … Was fasziniert Sie eigentlich so an Märchen?

Märchen sind meist kurz und schlank erzählt. Da bleibt viel Raum für eigene Fantasien. Sie erheben auch keinen Anspruch auf Wahrheit. Deshalb erzähle ich diesmal die Wahrheit über Hänsel und Gretel.

Nicht das erste Mal, dass die beiden dran glauben müssen …

Ja, weil das Märchen einfach eines der bekanntesten ist. Dadurch ist es parodierfähig und das kommt bei vielen Leuten gut an. Aber in meiner Märchenshow sind wirklich alle vertreten. Aschenputtel, Dornröschen …

Haben Sie ein Lieblingsmärchen?

Es gibt ein Märchen, in dem wird von einem Jungen erzählt, „der in einer Glückshaut“ geboren wurde. Als Kind wollte ich immer wie dieser Junge sein – und manchmal kommt es mir so vor, als wäre ich es geworden. Das Märchen heißt übrigens „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ – äußerlich bin ich dem wahrscheinlich noch ähnlicher als dem Jungen mit der Glückshaut.

Warum schauen wir eigentlich ausgerechnet zur Weihnachtszeit so gerne Märchen?

Vielleicht liegt es daran, dass auch die Weihnachtsgeschichte etwas Märchenhaftes hat: das Kind in der Krippe, das von drei Weisen beschenkt wird, die ein Stern aus dem Morgenland hingeführt hat …

Apropos Weihnachten. Ist das für Sie ein Wohlfühlfest oder eher Harmonie-Overload?

Harmonie kann ich nie genug haben. Was gibt es Schöneres als friedliches Beisammensein? Nein, in meinem Elternhaus gab’s nie Streit, das wäre auch heute noch mein Ideal.

Gibt es etwas, auf das Sie sich im nächsten Jahr ganz besonders freuen?

Erst mal freue ich mich auf Weihnachten, das gibt’s ja zum Glück jedes Jahr. Und dann nehme ich mir vor, gesund und munter zu bleiben. Das reicht mir.

Zuletzt in einer Apotheke war ich …

… gestern, um mir Lakritz zu kaufen.

In meiner Hausapotheke fehlen nie …

... alle Sachen, die meiner Stimme Wohlklang verleihen.

Der beste Gesundheitstipp, den ich je bekommen habe …

… Trink mal einen Ostfriesentee!

Gemeinsam mit anderen Comedians, Schauspielerinnen und Schauspielern geht Otto Waalkes den großen Fragen und Irrtümern der sagenumwobenen Welten nach. Ausgestrahlt wird „Ottos Märchenshow“ am 17. Dezember um 20:15 Uhr auf RTL.

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