Jemand verliert das Bewusstsein, kippt zu Boden, Arme und Beine zucken: Beobachtet man das, ist man wahrscheinlich Zeuge eines epileptischen Anfalls. Und dann?

Zwar sind viele der rund 800.000 Epilepsie-Betroffenen in Deutschland medikamentös so eingestellt, dass sie nahezu anfallsfrei leben. Darauf weist die Neurologin Angelika Görtzen hin. Dennoch kann es zu einem Anfall kommen.

Anfälle dauern oft zwei bis drei Minuten

Die bekannteste Form des epileptischen Anfalls ist der Grand-mal-Anfall: Ihn erkennt man unter anderem daran, dass Betroffene wie ein Baum umkippen, also nicht in sich zusammensacken.

Rund 800.000 Menschen in Deutschland sind von Epilepsie betroffen

Rund 800.000 Menschen in Deutschland sind von Epilepsie betroffen

„Meist sind die Augen offen und verdreht. Es bildet sich Schaum vor dem Mund, dann bewegen sich Arme und Beine rhythmisch“, so Görtzen, die als Chefärztin am Ameos Klinikum St. Clemens in Oberhausen tätig ist. Nach zwei bis drei Minuten endet der Anfall. Die Betroffenen sind anschließend oft desorientiert.

Verletzungsgefahr minimieren

Wer einen epileptischen Anfall als Außenstehender miterlebt, sollte Ruhe bewahren und die Betroffenen vor Schaulustigen schützen. Wichtig ist zudem, Schlimmeres zu verhindern. „Sorgen Sie dafür, dass der oder die Betroffene keine Verletzungen davonträgt, zum Beispiel, indem Sie eine weiche Unterlage unter den Kopf legen“, rät Görtzen, Hat der Betroffene spitze oder scharfe Gegenstände in der Hand, sollte man diese behutsam entfernen.

Ratsam ist auch der Blick auf die Uhr: Dauert ein Anfall fünf Minuten und länger, sollte man einen Notarzt verständigen, so Görtzen. Weiß man, dass die Person zum ersten Mal einen epileptischen Anfall hat sollte man generell den Notruf wählen. Gleiches gilt, wenn man sich unsicher fühlt oder nicht weiß, ob es sich um den ersten Anfall handelt oder nicht.

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