Welche rezeptfreien Schmerzmittel empfehlen Sie häufig, Frau Dr. Francke?

Das ist sehr unterschiedlich. Oft kommen Kundinnen und Kunden bereits mit einem bestimmten Wunsch in die Apotheke. Sie möchten Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure, etwa gegen Kopfschmerzen. Unsere Aufgabe ist es, die Menschen hier sicher und gut zu beraten.

Um zu entscheiden, welche Präparate wir empfehlen können, fragen wir nach Symptomen, ob an­dere Medikamente eingenommen werden oder auch ob Erkrankungen vorliegen. Manche Schmerzmittel dürfen dann nicht genommen werden. Wer etwa gerinnungshemmende Arzneimittel einnimmt, sollte diese nicht mit sogenannten Cox-Hemmern wie Acetylsalicylsäure kombinieren. Es gibt viele weitere Risikofaktoren, die wir erfragen. Im Zweifelsfall geben wir kein Produkt ab, sondern raten zum Arztbesuch.

In welchen Fällen können Sie keine Schmerzmittel verkaufen?

Besteht der Verdacht, dass der Patient ein medizinisches Problem hat, das ärztlich behandelt werden muss, verweisen wir an den Arzt. Das gilt auch für chronische Krankheiten. Liegt ein Notfall vor, wie Schmerzen mit Lähmungserscheinungen, organisieren wir sofort ärztliche Hilfe.

Wie lange darf ein rezeptfreies Schmerzmittel eingenommen werden?

Hier gibt es klare Leitlinien: Verschreibungsfreie Schmerzmittel dürfen an maximal zehn Tagen im Monat und nicht länger als drei Tage am Stück ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden. Wer einen hohen Schmerzmittelbedarf hat, sollte zum Arzt gehen.

Wie gehen Sie mit chronischen Schmerzpatientinnen und -patienten um, wenn das verordnete Mittel nicht ausreicht?

Dr. Nadine Francke leitet eine Apotheke in Emmelshausen bei Koblenz. Dort hat sie täglich mit Schmerzpatientinnen und -patienten zu tun.

Dr. Nadine Francke leitet eine Apotheke in Emmelshausen bei Koblenz. Dort hat sie täglich mit Schmerzpatientinnen und -patienten zu tun.

Ich versuche, gemeinsam mit unseren Pa­tienten herauszufinden, wie ich am besten helfen kann. Manchmal wirkt das verordnete Medikament nicht richtig, weil es falsch angewandt wird. Ich frage also zum Beispiel, ob Zeitabstände eingehalten werden oder das Schmerzpflaster korrekt aufgeklebt wird. Nach Möglichkeit nehme ich mir die Zeit, mit dem Kunden oder der Kundin in Ruhe in unserem Beratungsraum zu sprechen. Manchmal hilft es, weitere Therapiemöglichkeiten aufzuzeigen, etwa den Weg zu Spezialisten zu bahnen: Fachärzte, Schmerzambulanzen, Physio- oder Psychotherapeuten. Wir sind da vermittelnd tätig.

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Quellen:

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