Höhenkrankheit - kurz erklärt

Bereits ab einer Höhe von 1500 Metern kann es zur sogenannten Höhenkrankheit kommen. Die Höhenkrankheit umfasst drei Krankheitsbilder: Die akute Höhenkrankheit (acute mountain sickness, AMS), das Höhenhirnödem (HACE) und das Höhenlungenödem (HAPE). Je nach vorherrschendem Krankheitsbild finden sich unterschiedliche Symptome von leichten Kopfschmerzen und Unwohlsein bis zur Verwirrtheit oder stärkster Atemnot. Treten Beschwerden auf, muss meist abgestiegen werden. Begleitend kann eine Sauerstofftherapie und die Gabe bestimmter Medikamente sinnvoll sein. Auch die Behandlung in einer Überdruckkammer (hyperbare Überdruckbehandlung) kann angebracht sein. Als beste Prävention gilt ein langsamer Aufstieg mit ausreichenden Stopps zur Gewöhnung an die Höhe (Akklimatisation).

Was ist die Höhenkrankheit und wann tritt sie auf?

Die Höhenkrankheit (high altitude illness, HAI) ist ein Sammelbegriff und umfasst drei Krankheitsbilder

  • die akute Höhenkrankheit (acute mountain sickness, AMS)
  • das höhenbedingte Lungenödem (high altitude pulmonary edema, HAPE)
  • das höhenbedingte Hirnödem (high altitude cerebral edema, HACE)

Ein Ödem bezeichnet eine Flüssigkeitsansammlung in den jeweiligen Geweben (Gehirn oder Lunge).

Wen die Höhenkrankheit trifft, ist nicht vorherzusagen. Sie kommt bei durchtrainierten Athleten genauso vor wie bei untrainierten Hobbywanderern, bei jungen genauso wie bei älteren Menschen. Auch die Geschlechterverteilung oder ob man raucht spielt scheinbar keine Rolle. Kinder scheinen etwas häufiger betroffen zu sein. Weitere Faktoren, welche für die Entstehung der Höhenkrankheit mitentscheidend sein können, sind:

  • genetische Veranlagung
  • vorausgegangene Höhenaufenthalte
  • Wohnhöhe
  • Aufstiegsgeschwindigkeit
  • höchste Höhe

Wer einmal unter der Höhenkrankheit gelitten hat, hat ein erhöhtes Risiko, dies wahrscheinlich wieder zu tun.

Auch gibt es keine "Schwellen-Höhe", die das Auftreten einer höhenbedingten Erkrankung charakterisiert. Wohnt man niediger als 900 m über NHM (Normalhöhennull) und steigt auf über 1500 m über NHM auf, kann auch diese Höhendifferenz bereits genügen, um eine Höhenkrankheit zu entwickeln, wenn man sich in dieser Höhe länger (ab 6 Stunden) aufhält. Insbesondere ein zu rascher Aufstieg mit geringer Anpassungszeit (Akklimatisationszeit) stellt einen Risikofaktor für die Entwicklung einer Höhenkrankheit dar.

Ursache: Wodurch kommt es zur Höhenkrankheit?

Die genaue Ursache, welche zur Entwicklung der akuten Höhenkrankheit (AMS) führt, ist unklar. Der Sauerstoffmangel wird als "Startmechanismus" angesehen. Im Rahmen einer Sauerstoffminderversorgung kommt es einerseits zur Gefäßweitstellung der Blutgefäße im Gehirn, andererseits auch zu einer Erhöhung der Gefäßdurchlässigkeit (Permeabilität), so dass sich Wasseransammlungen (Ödeme) bilden. Des weiteren werden durch den Sauerstoffmangel bestimmte Botenstoffe freigesetzt (hypoxia inducable factors, HIF), welche weitere Mechanismen in Gang setzen, um die Sauerstoffversorgung der Körperzellen zu verbessern. Dies äußert sich beispielsweise in einer erhöhten Atemfrequenz, einer gesteigerten Bildung roter Blutkörperchen oder einem gesteigerten Zuckerstoffwechsel.

Ausschlaggebend für die Entwicklung eines Höhenlungenödems ist ein überschießender Druckanstieg in den großen Lungenarterien (pulmonalarterieller Druck) und in den kleinen Lungengefäßen (alveoläre Kapillaren). Die Sauerstoffminderversorgung (Hypoxie) bedingt eine Engstellung der Lungenvenen. Insgesamt kommt es zu einer Umverteilung des Blutes mit unterschiedlich stark durchbluteten Regionen innerhalb der Lungenstrombahn.

Der akuten Höhenkrankheit und dem Höhen-Hirnödem liegen scheinbar die gleichen Entstehungsmechanismen zugrunde. Als Hauptursache wird eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke angesehen. Dennoch ist das Hirnödem ein eigenständiges Krankheitsbild und kann ohne vorherige Zeichen einer akuten Höhenkrankheit auftreten. Es ist die schwerste Form der Höhenkrankheit und kann innerhalb von Stunden tödlich enden. Üblicherweise tritt ein Höhen-Hirnödem in größeren Höhen auf als das AMS oder HAPE.

Hintergrundinformationen:

Sauerstoffversorgung unserer Gewebe

Sauerstoff wird über die Atemluft in die Lunge eingeatmet. In den Lungenbläschen wandert (diffundiert) der Sauerstoff über die Wand der Lungenbläschen ins Blut und wird dort vornehmlich an ein Transportmolekül, das Hämoglobin, gebunden. Ein geringer Teil des Sauerstoffs ist auch in freier Form im Blut enthalten. 
Der Sauerstoff gelangt über den Blutstrom in die kleinsten Blutgefäße, die sogenannten Kapillaren, von welchen aus er durch die Gefäßwände in die Zellen aufgenommen wird (zum Beispiel Gehirnzellen, Leberzellen).

Sauerstoffminderversorgung (Hypoxie)

Unter Hypoxie versteht man eine verminderte Sauerstoffversorgung des Körpers und damit der Gewebe. Aufgrund des zunehmend verminderten Luftdrucks in der Höhe ist der Sauerstoffpartialdruck (siehe unten) vermindert. Der Sauerstoffpartialdruck ist entscheidend für den Übertritt von Sauerstoff aus der Lunge in die Blutbahn. Bei geringerem Sauerstoffpartialdruck diffundiert weniger Sauerstoff in die Blutbahn. Diese Sauerstoffminderversorgung kann unter anderem zu Beschwerden des Nervensystems und der Lunge (neurologische und pulmonale Symptome) führen.

Was bewirkt nun der unterschiedliche Luftdruck?

Der Sauerstoffpartialdruck in der eingeatmeten Luft (PIO2) ist entscheidend vom Luftdruck abhängig. Ist dieser verringert, ist auch der Sauerstoffpartialdruck geringer, wodurch weniger Sauerstoff ins Blut übertritt. Der Luftdruck verringert sich vor allem in der Höhe, aber auch bei niedrigeren Temperaturen, Winter, höherem Breitengrad und schlechtem Wetter. Auch wenn diese Komponenten weniger Einfluss besitzen als die Höhe, gewinnen sie doch ab einer Höhe von 2800 Metern an Bedeutung.

Symptome: Welche Beschwerden bereitet die Höhenkrankheit?

Die jeweiligen Beschwerden hängen davon ab, welche Art der Höhenkrankheit vorliegt. Gemeinsam ist aber allen, dass bei Nichtbeachten der Warnsignale und einem weiteren Aufstieg ernsthafte Komplikationen bis hin zum Tod drohen.

Akute Höhenkrankheit

Die akute Höhenkrankheit ist die häufigste Form der Höhenkrankheit und trifft vor allem auch junge und leistungsfähige Bergsteiger, insbesondere wenn diese zu schnell und an der Belastungsgrenze aufsteigen. Die Symptome entwickeln sich mit einer Verzögerung (Latenz) ab einer Aufenthaltsdauer von circa 6-24 Stunden in ungewohnter Höhe. Die akute Höhenkrankheit ist selbstlimitierend, das heißt, sie hört nach einer gewissen Zeit (bis zu fünf Tagen) von alleine wieder auf, ohne dass weitere Maßnahmen notwendig waren. Wichtig ist allerdings, nicht weiter aufzusteigen sondern zu warten, bis sich der Körper an die neue Höhe gewöhnt hat.

Hauptsymptom der akuten Höhenkrankheit ist der Kopfschmerz, welcher vor allem im Stirn- und Schläfenbereich auftritt und sich durch körperliche Anstrengung verstärkt. Tritt nur Kopfschmerz auf, ist auch vom Höhenkopfschmerz oder "high altitude headache" (HAH) die Rede. Kommt zum Kopfschmerz mindestens ein weiteres Symptom hinzu, ist von der akuten Höhenkrankheit (AMS) die Rede. Bei etwa jedem zweiten Betroffenen kommt es zu zusätzlichen Beschwerden, wie:

  • Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen
  • Schwindel, Benommenheit
  • Leistungsminderung, Antriebsarmut, Teilnahmslosigkeit
  • Schlafstörungen

Diskutiert wird aktuell, ob auch ohne Kopfschmerzen beim Auftreten der oben genannten Beschwerden von einem AMS gesprochen werden sollte.

Wird trotz bestehender Beschwerden weiter aufgestiegen, können folgende Symptome hinzukommen:

  • schwere Gleichgewichtsstörungen
  • Bewusstseinseintrübung mit Realitätsverlust

Diese Beschwerden bedeuten einen lebensbedrohlichen Zustand, da sie für die Weiterentwicklung eines Hirnödems stehen! Spätenstens jetzt muss kompormisslos und in Begleitung abgestiegen werden (siehe auch Therapie)!

Akutes Höhenlungenödem

Das akute Lungenödem entwickelt sich zwei bis fünf Tage nach einem raschen Aufstieg über 3000 Meter. Meist bestehen auch Berschwerden der Akuten Höhenkrankheit. Zusätzlich fällt meist ein deutlicher Leistungsabfall auf, hinzu kommt eine zunehmender Atemnot, zunächst unter Belastung, im weiteren Verlauf auch in Ruhe. Daher gelten als frühe Warnsymptome:

  • Leistungsknick mit deutlicher Verminderung der Leistunsfähigkeit
  • Atemnot bei Belastung
  • Husten
  • Druckgefühl in der Brust

Schreitet das Lungenödem weiter fort, kommt es zu sogenannten Alarmzeichen:

  • starker Husten, schaumiger Auswurf, Atemnot, beschleunigte Atmung
  • ein hörbares Rasselgeräusch
  • Zyanose (blau-violette Verfärbung von Haut und Schleimhäuten, meist an bläulichen Lippen und bläulichen Fingerkuppen sichtbar)

Das akute Höhen-Lungenödem ist die häufigste Todesursache einer schweren Höhenkrankheit. Unbehandelt führt ein Höhen-Lungenödem zum Tod, das Gute ist aber, wird es behandelt, heilt es vollständig wieder aus und es ist sogar gegebenenfalls ein Fortsetzen der Tour möglich.

Höhen-Hirnödem (HACE)

Als wichtigstes Warnsignal für ein Hirnödem gelten

  • Gang- und Standunsicherheiten (Ataxie).

Des weiteren können folgende Symptome hinzukommen:

  • starke Kopfschmerzen, welche auch durch Schmerzmittel nicht zu mindern sind
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schwindel
  • Bewusstseinstörungen,Verhaltensauffälligkeiten, vernunftswidriges Verhalten
  • Halluzinationen
  • leicht erhöhte Körpertemperatur
  • neurologische Ausfälle (zum Beispiel Halbseitenlähmung, Sehstörungen)
  • Sinkende Urinmenge (unter 500 ml in 24 Stunden)

Schlimmstenfalls endet ein Hirnödem im Koma und kann tödlich verlaufen.

Diagnose: Wie wird die Höhenkrankheit festgestellt?

Die Verdachtsdiagnose einer Höhenkrankheit muss gestellt werden, wenn sich Zeichen der Höhenkrankheit zeigen. Dann sind entsprechende Therapiemaßnahmen einzuleiten (siehe Therapie).

Ist der Betroffene im Krankenhaus, erfolgt zunächst die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese, inklusive Reiseanamnese) sowie eine körperliche Untersuchung. Laboruntersuchungen (Blutgasanalyse, Blutwerte) können helfen, andere Erkrankungen (beispielsweise eine Lungenentzündung), die für die Beschwerden ebenfalls in Betracht kämen, auszuschließen. Zur weiteren Diagnostik könnten - je nach gefundenen Symptomen - auch Röntgenaufnahmen der Lunge, eine Computertomografie (CT-Untersuchung) oder Magnetresonanztomografie (MRT-Untersuchung) zum Einsatz kommen. Allerdings ist dies sehr theoretisch, da die Ausstattung von Krankenhäusern zwischen den Ländern und auch innerhalb Regionen (Städte versus ländlicher Region) sehr stark variieren. In vielen geographischen Lagen, welche bei Trekking- und Expeditionsreisen begangen werden, sind schlichtweg keine Krankenhäuser vorhanden.

Therapie: Wie wird die Höhenkrankheit behandelt?

Die Therapie der Höhenkrankheit richtet sich nach den auftretenden Symptomen. Wichtigste und erste Maßnahme ist, keinen weiteren Anstieg vorzunehmen und gegebenenfalls sogar wieder abzusteigen.

Akute Höhenkrankheit (AMS)

Beim Auftreten von Beschwerden ist es notwendig, auf gleicher Höhe bis zur vollkommenen Beschwerdefreiheit zu bleiben, dies dauert in der Regel nicht länger als drei Tage. Ist eine Übernachtung auf dieser Höhe nicht möglich, muss weiter abgestiegen werden, bis zur nächst-tiefer gelegenen Übernachtungsmöglichkeit. Ein weiterer Anstieg und Nichtbeachten der Warnsignale kann eine akute Lebensgefahr bedeuten!

Gegen Kopfschmerzen kann ein Schmerzmittel (Analgetikum, beispielsweise Ibuprofen) eingenommen werden. Bei fortschreitenden Beschwerden kann auch ein Kortikosteroid (Dexamethason) eingenommen werden, immer verbunden mit einem Abstieg um mindestens 500 Höhenmeter, am besten auf die letzte symptomfreie Schlafhöhe. Nach mindestens 18 stündiger Beschwerdefreiheit (ohne Medikamteneinnahme) kann ein erneuter, langsamer Aufstieg erfolgen.

Akutes Höhenlungenödem (HAPE)

Bei den ersten Anzeichen des Höhenlungenödems (siehe Symptome) muss abgestiegen werden. Bei bereits stärkeren Symptomen erfolgt eine medikamentöse Behandlung vor Ort. Dazu zählt die Gabe von:

  • Sauerstoff
  • Niefedipin retard (20mg)
  • Kortikosteroide (Dexamethason)

Auf Trekkingreisen werden häufig spezielle trag- und aufblasbare Säcke mitgeführt, in welchen eine Überdruckbehandlung (hyperbare Kammer) möglich ist. Diese Option gehört zu den wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten eines HAPE, vor allem wenn aus eigener Kraft kein Abstieg möglich ist.

Akutes Höhenhirnödem

Bei Verdacht auf ein HACE muss frühzeitig und rasch ein Abtransport in tiefere Lagen erfolgen. Dies stellt die Hauptmaßnahme dar. Ein selbständiger Abstieg ist sehr gefährlich und sollte nicht aus eigener Kraft durchgeführt werden. Ziel ist ein Abtransport unter 2500 m. Dies ist wahrscheinlich die einzige lebensrettende Maßnahme.

Ergänzend sollte eine Behandlung unterstützt werden, durch die Anwendung von:

  • Sauerstoff
  • Überdruckbehandlung im tragbaren Überdrucksack
  • Medikamentöse Behandlung mit Glukokortikoiden (zum Beispiel Dexamethason)

Vorbeugen: Wie kann man der Entwicklung einer Höhenkrankheit vorbeugen?

Leider lässt es sich nicht vorhersagen, welche Personen eine Höhenkrankheit entwickeln. Aber als Hauptrisiko gilt ein zu schneller Anstieg in zu große Höhen (zu schnell, zu hoch). Daher gilt: langsam an Höhe gewinnen und Akklimatisationstage einlegen. Wichtigster Präventionsfaktor ist eine großzügige Zeit- und Routenplanung.

Als Faustregel kann man sagen, wenn jemand normalerweise unter 1500 Metern wohnt, sollte die erste Übernachtung 2800 Meter nicht übersteigen. Problematisch kann daher bereits die Anreise mit dem Flugzeug in Ausgangslagen von teilweise über 3500 Metern sein.

Ist ein weiterer Anstieg auf über 3000 Meter geplant, sollte der nächste Übernachtungsstopp nicht höher als 500 Höhenmeter über dem vorherigen liegen. Auch Ruhetage auf gleicher Höhe sollten eingelegt werden. Sinnvoll könnte eine zusätzliche Nacht auf gleicher Höhe alle drei bis vier Tage sein oder circa alle 1000 m Höhendifferenz. Da eine Akklimatisation erst nach 5 Tagen auf der gleichen Höhenstufe abgeschlossen ist riskiert man, erst einige Tage nach der "neuen" Höhe an Symptomen zu leiden, obwohl die Krankheit bereits in der tieferen Lage begann.

Während der Tour sollte auf Alkohol und Sedativa (zum Beispiel Schlafmittel) verzichtet werden. Auch sollten sich Wanderer nicht überanstrengen. Eine bewusste Mehratmung, eine "Lippenbremse" (Ausatmung gegen leicht geschlossene Lippen) und mäßiger Konsum von Kaffee können positiv wirken. Zur Prävention eines Lungenödems sollte neben dem langsamen Anstieg auch körperliche Anstrengung beim Einteffen in der neuen Höhe vermieden werden.

Unter Bergsteigern gilt der Spruch, "steige hoch und schlafe tief" - auch dies kann zur Vermeidung einer Höhenkrankheit beitragen.

Litt der Betroffene schon einmal an einer Höhenkrankheit, insbesondere an einem Höhenlungenödem, ist es wahrscheinlich, dass dies wieder auftreten kann.

Neben der Höhenkrankheit ist aber auch zu beachten, dass andere Erkrankungen, wie beispielsweise eine koronare Herzkrankeit, Lungenerkrankungen (wie COPD) oder auch eine Schlafapnoe sich in der Höhe verschlechtern können.

Ist eine medikamentöse Prophylaxe sinnvoll?

Diese Option sollte der Bergbegeisterte nicht für sich in Anspruch nehmen, sondern seinem Körper Zeit für die Akklimatisation geben. Eine medikamentöse Prophylaxe ist für Personen gedacht, die unerwartet in große Höhe aufsteigen müssen, wie beispielsweise Einsatzkräfte zur Rettung von Verletzten. Lediglich im Einzelfall kann eine prophylaktische Gabe von Acetazolamid - nach Rücksprache mit einem Arzt - erwogen werden. Aber kein Medikament ist in der Lage, die Akklimatisation zu ersetzen!

Bei Personen, welche schon einmal ein Höhenlungenödem erlitten hatten, könnte eine medikamentöse Prophylaxe mit Nifedipin nach Rücksprache mit einem Arzt sinnvoll sein.

Zur Prävention eines Höhenhirnödems stehen zwei Medikamente zur Verbesserung der individuellen Höhenanpassung zur Verfügung (Acetazolamid, Dexamethason). Aber auch hier gilt eine vorherige Absprache mit dem Arzt / Höhenmediziner ist dringend erforderlich.

Fazit:

Die wichtigste Prävention einer Höhenkrankheit besteht im Beachten der drei Standardempfehlungen:

    •    steige nicht zu schnell zu hoch

    •    vermeide Anstrengung

    •    schlafe möglichst tief

Wichtig ist immer vor Antritt einer Trekking- oder Expeditionsreise in höhere Lagen sich eingehend von einem Arzt oder Höhenmediziner beraten zu lassen.

Unsere beratende Expertin:

Frau Dr. Bolland ist Fachärztin für Innere Medizin und arbeitet im Ärztehaus Bad Endorf. Ihre Zusatzqualifikationen sind Sportmedizin, Höhen- und Bergmedizin sowie Notfallmedizin. Sie hat 2016 als Teamärztin die Abschlussexpedition des DAV Frauen Expeditionskaders nach Tadschikistan begleitet und steht dem DAV Summit Club medizinisch beratend zur Seite.

Quellen:

  • Akute Höhenkrankheit, W. Schaffert, S. 469-480 aus F. Berghold, H. Brugger, M. Burtscher et al., Alpin- und Höhenmedizin, 2. Auflage, Springer-Verlag
  • Höhenlungenödem, R. Fischer, S. 481-488 aus F. Berghold, H. Brugger, M. Burtscher et al., Alpin- und Höhenmedizin, 2. Auflage, Springer-Verlag
  • Höhenhirnödem, F. Berghold, S. 489-500 aus F. Berghold, H. Brugger, M. Burtscher et al., Alpin- und Höhenmedizin, 2. Auflage, Springer-Verlag
  • Gallagher S. A., Hackett P., High altitude pulmonary edema. Post TW, ed. UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. http://www.uptodate.com (abgerufen am 03. Februar 2020)
  • Gallagher S. A., Hackett P., Rosen J. M., High altitude illness: Physiology, risk factors, and general prevention. Post TW, ed. UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. http://www.uptodate.com (abgerufen am 03. Februar 2020)
  • Gallagher S. A., Hackett P., Acute mountain sickness and high altitude cerebral edema. Post TW, ed. UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc. http://www.uptodate.com (abgerufen am 03. Februar 2020)
  • Institut für Reise- und Tropenmedizin, Höhenkrankheit. Online: http://www.tropeninstitut.at/hoehenkrankheit.htm (abgerufen am 03. Februar 2020)