Diabetes Ratgeber

Welche Hautprobleme sind bei Diabetes besonders häufig?

Bei Diabetes ist die Haut besonders anfällig: Kleine Verletzungen sind häufiger und auch Krankheitserreger wie Bakterien und Pilze haben es leichter. Bakterien können zum Beispiel Infektionen wie Wundrose, Furunkeln oder Abszesse auslösen. Nagel- und Fußpilz tritt bei Menschen mit Diabetes öfter auf. Und häufiger entwickeln sie dort, wo Haut auf Haut trifft, nässende, gerötete Stellen. Was wir Hautärzte „Intertrigo“ nennen, kennt man wohl eher unter dem Ausdruck „Wolf“, wenn zum Beispiel beim Laufen die Schenkel aneinanderreiben. Viele Menschen mit Diabetes haben auch mit Juckreiz zu kämpfen. Der ist zwar in der Regel harmlos, aber bringt erheblichen Leidensdruck mit

Dr. Petra Ziegler, Dermatologin aus Dinkelsbühl

Dr. Petra Ziegler, Dermatologin aus Dinkelsbühl

Und warum sind Menschen mit Diabetes von all diesen Problemen besonders betroffen?

Das hat mehrere Gründe. Dauerhaft hoher Blutzucker schädigt beispielsweise die Blutgefäße, auch die feinen Kapillaren, welche die Haut versorgen. Deshalb werden bei Diabetes zum Beispiel die kleinen Gefäße in den Füßen schlechter durchblutet. Das erschwert die Abwehr von Eindringlingen und Keime werden schlechter abtransportiert. Hinzu kommt, dass bei Diabetes die Nervenfunktionen oft gestört sind – dadurch bemerken Betroffene zum Beispiel kleinere Verletzungen oft später. So kann die eigentlich kleine Verletzung zum großen und langwierigen Problem werden. Der Juckreiz trifft meist Menschen, die ihren Blutzucker nicht gut eingestellt haben oder er kann auch ein erstes Symptom von Diabetes sein.

Prof. Dr. med. Jochen Seufert

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Wie kann man bei bereits bestehenden Problemen gegensteuern?

Wichtig ist, Rötungen, Schmerzen oder andere Auffälligkeiten rasch abklären zu lassen. Gerade Menschen mit Diabetes sollten damit nicht so lange warten, bis zum Beispiel eine Entzündung entsteht. Man sollte sich nicht scheuen, einen Hautarzt oder eine Hautärztin aufzusuchen. Und dort findet sich sicher die passende Behandlung für die Probleme.

Wie lässt sich den typischen Hautproblemen vorbeugen?

Generell gilt: Je besser der Diabetes eingestellt ist, desto geringer sind auch die Komplikationen. Den Juckreiz kann oft eine Creme lindern – dazu kann man sich entweder in der Apotheke oder vom Hautarzt beraten lassen. Pilzinfektionen lassen sich recht gut vorbeugen: die Füße regelmäßig auf kleine Verletzungen kontrollieren und in öffentlichen Bereichen, zum Beispiel im Schwimmbad oder im Hotel nicht barfuß herumlaufen, sondern Badeschlappen tragen.

Wichtig ist auch, die Füße trocken zu halten, auch zwischen den Zehen. Föhnen sollte man sie aber nicht, das trocknet die Haut zu stark aus und macht sie dann wieder anfälliger für Verletzungen. Wo häufig Haut auf Haut reibt, zum Beispiel unter der Brust oder an der Pofalte, kann man ein Baumwoll- oder Leinentuch dazwischen legen oder die betroffenen Stellen mit Zinkpaste einreiben. Insgesamt sollte man besonders auf eine gute Hygiene achten.

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