Die Pollensaison startete dieses Mal bereits zu Jahresbeginn. Die warmen Temperaturen brachten Anfang Januar die ersten Bäume zum Blühen. Im warmen Rheintal war die Belastung für Allergiker besonders hoch. Doch in den meisten hiesigen Gegenden beginnt die Hauptblütezeit von Hasel und Erle im Februar. Die gesamte Saison endet oft erst im Oktober.

Frau mit Heuschnupfen

Heuschnupfen – allergischer Schnupfen

Symptome wie Niesen, Fließschnupfen, Augenjucken können auf eine Pollenallergie (Heuschnupfen) hindeuten. Welche Therapien helfen.

Apotheken bieten den Betroffenen Hilfe, mit dem Wissen der Fachkräfte und mit rezeptfreien Mitteln. „Unsere Kunden freuen sich darüber, dass sie einfach zu uns gehen und sich ihre Präparate holen können“, sagt Carole Holzhäuer, die in Ansbach (Franken) eine Apotheke führt.

„Erst schnäuzen, um die Nase von Pollen und Sekret zu befreien, dann das Nasenspray benutzen“ - Carole Holzhäuer, Apothekerin in Ansbach (Franken)

„Erst schnäuzen, um die Nase von Pollen und Sekret zu befreien, dann das Nasenspray benutzen“ - Carole Holzhäuer, Apothekerin in Ansbach (Franken)

Bei ausgeprägten Beschwerden der Nase sind kortisonhaltige Präparate oft die erste Wahl. „Doch viele Menschen wollen kein Kortison. Obwohl es die Symptome am besten lindert“, sagt Holzhäuer. Sie berät zögernde Kundinnen und Kunden oft zu den Eigenschaften von kortisonhaltigen Nasensprays. Und informiert sie, dass die Präparate allergische Entzündungen stoppen und kaum etwas von dem Wirkstoff in die Blutbahn gelangt. Wenn Nebenwirkungen auftreten, beschränken sie sich auf die Nase. Die Schleimhaut blutet oder trocknet aus. Die Beschwerden klingen ab, sobald das Mittel abgesetzt ist. „Für die meisten Patienten sind also kortisonhaltige Nasensprays während der Pollensaison gut verträglich“, sagt Holzhäuer.

Präparate mit drei verschiedenen Kortison-Wirkstoffen sind von der Rezeptpflicht entbunden. Allerdings dürfen Apothekerinnen und Apotheker diese Mittel nur an Personen mit einer nachgewiesenen Pollenallergie ohne ärztliches Rezept abgeben. „Darauf weise ich meine Kunden hin. Wer sich darüber nicht sicher ist, dem rate ich zum Arztbesuch“, sagt Holzhäuer. Denn chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen und virale Infekte verursachen oft ähnliche Symptome. Deshalb sollte eine Ärztin oder ein Arzt überprüfen, ob tatsächlich eine Allergie die Beschwerden verursacht.

Video: Wie entsteht Heuschnupfen?

Zur Anwendung von kortisonhaltigen Nasensprays beraten die Fachkräfte in Apotheken gern. „Erst schnäuzen, um die Nase von Pollen und Sekret zu befreien, dann das Nasenspray benutzen. Das verbessert die Wirkung“, erklärt Apothekerin Holzhäuer. Sie zeigt ihren Kunden zudem, wie die Sprays korrekt zu sprühen sind.

Antihistaminika für die Augen

Bei leichten bis moderaten Beschwerden der Nase sind Antihistaminika die Mittel der ersten Wahl. Diese Wirkstoffe unterbinden allergische Reaktionen, die durch den Botenstoff Histamin vermittelt werden. Es gibt sie als Sprays und Tropfen. Auch bei tränenden Augen sind Tropfen mit Antihistaminika oft die besten Medikamente.

Es gibt Antihistaminika auch als Tabletten. Sie eignen sich für Menschen, bei denen Nasensprays und -tropfen sowie Augentropfen nicht gut genug wirken. Und für Kontaktlinsenträger mit juckenden, tränenden und geröteten Augen sind sie sehr praktisch. So können sie ihr Medikament bequem schlucken und müssen ihre Linsen nicht bei jeder Anwendung herausnehmen und wieder einsetzen. Darüber hinaus verträgt auch nicht jede Linse Augentropfen.

„Antihistamin-Tabletten und -Tropfen können jedoch müde machen“, sagt Holzhäuer. Auch ihre Kunden weist sie auf diese häufige Nebenwirkung hin. Autofahrer müssen besonders aufpassen und beobachten, wie sie auf die Medikamente reagieren.

Es gibt auch rezeptfreie Mittel zur Vorbeugung gegen allergische Beschwerden: Sogenannte Chromone bewirken, dass bestimmte Immunzellen weniger Histamin und weitere Entzündungsstoffe freisetzen. „Mit dieser Anwendung sollte man vor der Pollensaison beginnen“, sagt Holzhäuer. Am besten mindestens eine Woche bevor der Blütenstaub allergische Beschwerden auslöst. Es gibt die Chromone als Nasensprays und Augentropfen. Die Präparate muss man sich mehrmals täglich verabreichen.

Mithilfe der genannten Wirkstoffe kommen viele gut durch die Pollensaison. Auch wenn diese bis weit in den Spätherbst andauern sollte.

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