Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Teebaum, Teebaumöl

Teebaumöl macht Bakterien, Viren und Pilzen den Garaus. Ob sich diese Effekte medizinisch nutzen lassen, ist jedoch noch nicht ausreichend untersucht worden
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 22.12.2016

Teebaum (Melaleuca alternifolia)

Imago Stock & People GmbH/Arco Images/Melaleuca Alternifolia

Der Teebaum stammt aus dem fernen Australien. James Cook, britischer Entdecker und Weltumsegler, soll das Gewächs Ende des 18. Jahrhunderts entdeckt haben. Da sich aus den Blättern ein erfrischendes warmes Getränk zubereiten ließ, nannte er die Pflanze Teebaum. Die australischen Aborigines gewannen aus den Blättern ätherisches Öl, das sie unter anderem als Heilmittel gegen Wunden nutzten. Diese Erkenntnisse machten sich früher wohl auch Angehörige der australischen Armee zunutze: Sie wendeten Teebaumöl bei Verletzungen auf der Haut an, damit sich die Wunden nicht infizierten.

Wie sieht der Teebaum aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Der australische Teebaum (Melaleuca alternifolia) ist ein immergrüner, bis zu sieben Meter hoch werdender Strauch oder Baum. Die Blätter sind ganzrandig und sehen nadelförmig aus. Die kleinen, weißen Blüten ordnen sich in Ähren an. Teebaum gehört zu den Myrtengewächsen (Myrtaceae) und ist an der Ostküste Australiens beheimatet.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich im ätherischen Öl, das vor allem in den Blättern vorkommt. Das Öl setzt sich aus bis zu 60 verschiedenen Substanzen zusammen. In größeren Mengen finden sich zum Beispiel die Stoffe Terpinen-4-ol, 1,8-Cineol, alpha-Pinen und Limonen.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Teebaumöl?

In Labortests hemmt Teebaumöl das Wachstum von Bakterien, unter anderem das von Akne-Erregern. Aus experimentellen Untersuchungen gibt es zudem erste Hinweise, dass die Inhaltsstoffe aus Teebaumöl Viren, zum Beispiel Herpes simplex-Viren, und Hautpilze unschädlich machen können.

Die potenziellen Anwendungsgebiete sind daher vielfältig. Naturheilkundlich orientierte Menschen erhoffen sich beispielsweise eine Wirkung gegen Akne, Warzen, Fuß- und Nagelpilz sowie Herpes. Medizinische Untersuchungen, die solche Effekte belegen, gibt es bislang jedoch nicht. Außerdem ist Teebaumöl in Deutschland derzeit nicht als Arzneimittel zugelassen und unterliegt damit nicht den strengen Vorschriften, die für Arzneimittel gelten.

Wichtige Hinweise:

Wer Teebaumöl anwenden möchte, sollte das vorher mit dem Arzt absprechen. Das ätherische Öl sollte nie in unverdünnter Form zum Einsatz kommen, da dies Hautreizungen und allergische Reaktionen hervorrufen kann.

Verantwortlich sind dafür wohl in erster Linie Bestandteile des Öls, die bei der Lagerung entstehen. Solche Zersetzungsprodukte bilden sich insbesondere, wenn das Ölfläschchen zu lange steht und bereits offen ist oder wenn das Öl Licht ausgesetzt wird.

Heilpflanzen, die ätherische Öle enthalten, dürfen bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Bereich von Nase und Mund angewendet werden, da dies bei den Kleinen zu Atemnot führen kann. Dies gilt insbesondere, wenn im Öl die Substanzen Kampfer oder Menthol vorkommen.

Auch Menschen, die an Asthma leiden, müssen vorab mit dem Arzt abklären, ob sie entsprechende Mittel einnehmen dürfen. Inhalieren mit ätherischen Ölen ist für sie tabu, da dies einen Asthmaanfall auslösen kann.

Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



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