In diesen Lebensmitteln ist Jod enthalten

Fisch und Meeresfrüchte sind gute Lieferanten. Aber auch Milch und Milchprodukte, da Jod häufig als Zusatzstoff im Tierfutter eingesetzt wird. Zu den wichtigsten Quellen zählt jodiertes Speisesalz. Viele industriell hergestellte Backwaren, Wurst oder Konserven sind ebenfalls mit Jodsalz angereichert. Allerdings stecken in verarbeiteten Lebensmitteln meist viel Fett und Zucker.

Darauf ist bei der Einnahme zu achten

Bei abgepackten Lebensmitteln ist normalerweise auf der Zutatenliste angegeben, ob sie Jodsalz oder herkömmliches Salz beinhalten. Generell wird empfohlen, pro Tag nicht mehr als sechs Gramm Salz zu sich zu nehmen. Viele Erwachsene überschreiten diese Menge und kommen auf etwa zehn Gramm pro Tag.

Es kann deshalb Sinn machen, den individuellen Salzkonsum von Haus­ärztin oder -arzt unter die Lupe nehmen zu lassen und gegebenenfalls anzupassen. Vor allem dann, wenn man seinen Salzkonsum einschränken will oder soll, zum Beispiel aufgrund von Bluthochdruck. Jodtabletten sollten nur nach Rücksprache mit Haus­ärztin oder -arzt eingenommen werden. Eigentlich lässt sich der Jodbedarf sehr gut über die Ernährung abdecken.

Deswegen ist Jod für den Körper notwendig

Jod ist ein unentbehrliches Spurenelement, das vor allem für den Aufbau von Schilddrüsenhormonen zuständig ist. Diese sind unter anderem für Knochenbildung, die Entwicklung des Gehirns und den Stoffwechsel von Bedeutung.

Für Menschen ab 51 Jahren liegt die empfohlene Tageszufuhr bei 180 Mikrogramm. Diese Menge steckt zum Beispiel in folgenden Speisen: 

1,7 Liter Kuhmilch

400 Gramm Käse

76 Gramm Seelachs

So kann man Mängel erkennen

Eine langfristige Unterversorgung kann zu einer Vergrößerung der Schilddrüse und zu einem Kropf führen. In der Schwangerschaft kann ein Jodmangel schwere Entwicklungsstörungen des Kindes zur Folge haben. Obwohl Deutschland zu den jodärmsten Regionen Europas zählt, hat sich die Versorgung in den letzten Jahrzehnten stark verbessert.

Das lag vor allem an der Nahrungsmittel­industrie, die verstärkt jodiertes Speisesalz einsetzte. Momentan ist die Jodversorgung wieder rückläufig. Ein Grund könnte sein, dass die Lebensmittelhersteller wieder weniger Jodsalz verwenden.

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Das geschieht bei einer Überdosierung

Dauerhafte Überdosierung jodhaltiger Nahrungsergänzungsmittel kann zu einer Störung der Schilddrüsenfunktion führen. Auch eine Unterfunktion ist möglich. Vor allem Algenpräparate enthalten große Mengen Jod, die besonders bei älteren Menschen Schilddrüsenerkrankungen zum Ausbruch bringen können. Deshalb unbedingt vorher beraten lassen, ob Nahrungsergänzung nötig ist – etwa in der Arztpraxis oder der Apotheke vor Ort.

Im Video: So kommt es zur Schilddrüsenunterfunktion

Wie kommt es zur Schilddrüsenunterfunktion?

Personen mit erhöhtem Bedarf

Für Schwangere steigt der tägliche Jodbedarf auf 230 Mikrogramm, für Stillende sogar auf 260 Mikrogramm. Sie sollten mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen, ob die Einnahme eines Jodpräparates sinnvoll sein könnte. Das gilt auch für Personen, die auf Fleisch, Fisch, Milch und Eier verzichten.

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