Festivals sind Höchstleitungssport für unseren Körper: wenig Schlaf, viel stehen, tanzen, laufen, essen – sagen wir mal „unregelmäßig“. Und getrunken wird zwar schon viel, aber nicht gerade Tee. Wir haben deshalb ein paar Tipps zusammengestellt, wie man durch den Iron-Man der Musikwelt gut durchkommt; mit Listen fürs Packen, für vor Ort und mit den wichtigsten Sofort-Hilfe-Tipps.

Sonnentanz ohne Reue

Egal ob Glastonbury oder Wacken, Ring oder Park: Festivalgelände haben wenig bis gar keinen Schatten. Ein Sonnenbrand ist daher schnell geholt und kann enorm schmerzen. Deshalb sollte man diesen Sonnenschutz im Rucksack haben:

  • Hut, Cap oder Tuch
  • wasser- und schweißfester Sonnenschutz mit Faktor 50, zum Beispiel Sport-Sonnenspray (Kopfhaut nicht vergessen!)
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Zu lange in der Sonne gebadet? Erste Hilfe bei Sonnenbrand

Verbrannte, gerötete Haut tut nicht nur weh, sondern kann auch langfristig Schaden nehmen. Was jetzt hilft.

Noch gefährlicher ist ein Sonnenstich. Dabei können einen schlimme Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen plagen, es kann sogar zu Bewusstseinsstörungen kommen. Dann ist die Party gelaufen. Das lässt sich aber zum Glück leicht verhindern, indem man Folgendes beachtet:

  • immer wieder Schattenpausen einlegen, insbesondere zwischen 11 und 15 Uhr
  • den Kopf vor der Sonne schützen (siehe oben)
  • ausreichend trinken (siehe unten)

Ist es zu spät und man hat einen Sonnenbrand oder sogar Sonnenstich bekommen, helfen diese Sofortmaßnahmen:

  • sofort raus aus der Sonne
  • wer bei klarem Bewusstsein ist, sollte etwas Wasser trinken
  • kühle, feuchte Tücher (Klamotten gehen auch) auf Kopf und Nacken oder die verbrannte Haut legen
  • eventuell kühl duschen (in Begleitung, falls man zusammenklappt - und nicht, falls voher schon Herz-Kreislaufprobleme da sind)
  • hinlegen
  • bei Sonnenbrand, je nach Schwere: Feuchtigkeits-Lotion (After/Aprés -Sun), Hydrocortisoncreme, bei Bedarf Schmerzmittel in Tablettenform, etwa Ibuprofen oder Diclofenac. In der Apotheke zu geeigneten Präparaten und Dosierung beraten lassen. Achtung: Schmerzmittel bitte nicht bei Alkoholkonsum!
  • bei Blasenbildung auf der Haut sollte man sich zügig ärztlich vorstellen
  • Hilfe holen im Sani-Zelt - Personen mit Sonnestich in dieser Zeit aber möglichst nicht alleine lassen!
  • Notruf wählen, wenn die Person nicht mehr ansprechbar ist
Sonnenstich

Sonnenstich oder Hitzschlag: Was jetzt zu tun ist

Wer zu lange in der Sonne war, riskiert einen Sonnenstich – oder sogar einen Hitzschlag. Wie sich das verhindern lässt und was im Ernstfall zu beachten ist.

Eisgekühlter Bommerlunder und ein belegtes Brot? – Festivalessen

Nein, drei Bier sind kein Schnitzel. Und auch kein Wasserersatz. Denn „ernährt“ man sich nur flüssig, ist am nächsten Tag ein Monster-Kater zu Besuch. Um nicht auszutrocknen und genug Energie für drei-Tage-wach zu haben, hätten wir folgenden Menüvorschlag:

  • immer wieder: Wasser, Wasser, Wasser - das hilft auch gegen Kater und beugt Kreislaufkollaps und Sonnenstich vor
  • Bananen, Äpfel, Müsliriegel oder Nüsse sind perfekte Snacks zwischendurch (viel Energie, schnell gegessen, wenig Verpackung, kein Kochen, relativ gesund)
  • Traubenzucker (für den Notfall)
  • Verderbliches (Fleisch, Milchprodukte etc.) zuhause lassen, es sei denn, man legt Wert darauf, die Festival-Klos auf ihre Durchfall-Tauglichkeit zu testen

„Denkt an die Elektrolyte!“ – gegen den Kater

Festival macht keinen Spaß mit Kater, Kater macht keinen Spaß auf dem Festival. Das wissen alle, denen schon mal der Kopf mitten in der Nacht von lauten „Helga!!“-Rufen geplatzt ist. Also besser: erst gar keinen bekommen. Da wären wir wieder beim Wasser. Auch wenn es verlockend ist: Mit Alkohol nicht den Durst löschen, sondern erstmal Wasser oder andere, nicht alkoholische Drinks tanken. Und wie schon beschrieben ist Alkohol auch kein guter Essensersatz. Daher gilt: Grundlage schaffen. Pasta ist dafür ideal (Dosenravioli lassen wir da jetzt mal gelten). Und auch zwischendrin das Essen (Elektrolyte! -das ist kein Witz) nicht vergessen.

Am Morgen danach sollte man auf das Konterbier verzichten und stattdessen wieder mal: richtig, Wasser! Nur Kaffee und Kopfschmerztablette sind ebenfalls keine gute Idee, sie können ordentlich auf den Magen schlagen. Rollmops, Eier und saure Gurken hat man beim Festival als Frühstück eher nicht dabei, aber das macht nichts, ein Müsli(notfalls auch in „Riegelform“) oder belegtes Brötchen (Vollkorn am besten) gehen genauso gut.

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Zu viel Akohol? 5 Tipps gegen den Kater

Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen – typische Beschwerden nach einer durchzechten Nacht. Was hilft, einen Kater zu bekämpfen

Einpacken! Kleine Festivalapotheke

Neben Schmerztabletten, Sonnenschutz und After Sun haben wir noch ein paar „Luxusgüter“ aus der Apotheke zusammengesucht, mit denen das Festivalwochenende perfekt wird:

  • kleines Handdesinfektionsgel - warum? Nur ein Wort: Dixi-Klos
  • Lutschbonbons (etwa mit Salbei oder Isländisch Moos) für die Stimme. Warum weiß man nach dem ersten Konzert der Lieblingsband
  • Ohrenstöpsel. Warum, weiß man nach der ersten Nacht im Zelt. Schaden auch beim lauten Konzert nicht.
  • Kondome, erklärt sich von selbst
  • eventuell FFP-2-Masken - da war doch was mit so einem Virus...

Und wichtig: Eigene (Notfall-)Medikamente nicht vergessen und auch an die passende Lagerung denken! Dann steht einem schmerzfreien Festival-Marathon nichts mehr entgegen.

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Sommer-Reiseapotheke: Was gehört rein?

Der Sommerurlaub steht vor der Tür, das Meer ruft. Wir packen Ihr SOS-Set für Ferien am Strand. Weitere Beratung gibt es auch in der Apotheke