Ein kleines Fellmonster ist schon süß, oder? Damit Heimtiere so gepflegt aussehen, sollten sie von klein auf ans Kämmen und Bürsten gewöhnt werden. Denn Zotteln, Filz und Berge an Unterwolle sind alles andere als niedlich. Ein verfilztes Fell kann zudem Juckreiz und Ek­zeme verursachen.

Was Herrchen und Frauen bei Hund und Katze außerdem nicht vergessen sollten: Zähne putzen. Sonst bildet sich Zahnstein. Der begünstigt nicht nur Mundgeruch, sondern kann zu schmerzhaften Entzündungen und vorzeitigem Zahnverlust führen.

Außerdem empfiehlt es sich, Augen und Ohren der tierischen Lieblinge regelmäßig zu reinigen. Tränenflecken in den Augenwinkeln entfernt man am besten allmorgendlich mit einem angefeuchteten Wattepad. Auch die (Hänge-)Ohren mancher Hunderassen wie Dackel, Beagle oder Tibet Terrier sollten regelmäßig mit einem feuchten Tuch ausgewischt werden, damit die Tiere nicht aus dem Ohr müffeln oder Milben bekommen.

Regelmäßige Körper- und Fellpflege lohnen sich

Der Pflegeaufwand zahlt sich nicht nur im Zusammenleben mit den Vierbeinern aus. Er hilft auch, sie gesund zu halten. Nach An­gaben des Berufsverbands der Tierärzte gehören Haut-, ­Ohren- und Augenerkrankungen mit zu den zehn häufigsten Krankheiten bei Hunden und Katzen in Deutschland.

Je früher man das Tier an die Maßnahmen gewöhnt, desto besser. „Versuchen Sie, das aus einer positiven Situation heraus zu machen, etwa beim Spielen oder Streicheln“, sagt Apotheker René Weigand aus Herborn, der sich auf Tierarzneimittel spezialisiert hat.

Zecken richtig entfernen – oder gleich abschrecken

Irgendwann gewöhnt sich das Tier an das „Fellness“-Programm, genießt es vielleicht sogar. Dazu gehört auch, das Haarkleid nach jedem Spazier- oder Freigang gründlich abzusuchen. Von März bis November ist Zeckenzeit. Nach einem Stich in die Haut saugen sich die Parasiten mit dem Blut der Vierbeiner voll und können – wie beim Menschen – Infektionskrankheiten wie ­etwa Borreliose übertragen. Bereits festsitzende Zecken entfernt man am besten mit einer speziellen Zange oder Pinzette.

Floh- und Zeckenschutzmittel gehören zu den am stärksten nachgefragten Präparaten in Weigands Apotheke. „Wir werden häufig gefragt, ob es natürliche Alternativen zu chemischen Wirkstoffen gibt.“

Gute Erfahrungen hat der Pharmazeut mit ätherischen Ölen gemacht. Sowohl bei Hunden als auch bei Katzen haben sich Mischungen aus Lavendel- und Schwarzkümmelöl sowie dem Öl aus den Früchten des Zitroneneukalyptus bewährt. Teebaum- und Margosaöl darf nur bei Hunden angewendet und auf keinen Fall überdosiert werden. Die Öle werden wie das chemische Pendant auf Hals und Schwanzansatz aufgetragen. Sie sollen Zecken bis zu fünf Stunden lang fernhalten.

Arzneimittel für Menschen? Für Tiere tabu!

Zeigt der vierbeinige Hausgenosse ernsthafte Krankheitsanzeichen, sucht Frauchen oder Herrchen am besten zeitnah eine tierärztliche Praxis auf. Keinesfalls sollten sie Hund oder Katze aus der eigenen Hausapotheke versorgen. „Arzneimittel für Menschen sind für Tiere prinzipiell tabu“, warnt Apotheker Weigand.

Manche Wirkstoffe aus der Humanmedizin wenden Tierärztinnen und -ärzte zwar auch bei Vierbeinern an – zum Beispiel das Asthma­mittel Theophyllin oder Kortison bei Hun­den. Doch muss die Dosierung unbedingt an das Körpergewicht der Tiere angepasst werden, um Komplikationen zu vermeiden. Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol und Diclofenac sind für Hunde und Katzen giftig – unter Umständen sogar tödlich.

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