Überschüssige Pfunde können krank machen. Das Risiko für Diabetes, für Herz-Kreislaufkrankheiten wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall sowie manche Krebserkrankungen steigt. Doch das Gewicht allein ist nicht entscheidend.

Um das individuelle Risiko einzuschätzen, verschafft ein Besuch beim Hausarzt oder der Hausärztin Klarheit. Der Arzt oder die Ärztin misst Blutdruck, Blutzucker und Blutfette wie Cholesterin und Triglyceride. Sind zwei oder mehr Werte zu hoch, kann das ein Hinweis auf falsche Ernährung, wenig Bewegung, zu viel Gewicht sein.

Ob Fettpolster bedenklich sind, lässt sich auch über verschiedene Messungen herausfinden. Hier erfahren Sie, was Sie dabei beachten müssen und wie die Ergebnisse auszuwerten sind.

Taillenumfang: Maß für das Bauchfett

  • Messen: Gemessen wird in der Mitte zwischen Beckenkamm und dem untersten Rippenbogen. Zuvor ausatmen, Blick nach vorne.
  • Auswerten: Als ideal gilt bei europäischen Frauen ein Wert von unter 80 cm, bei ­­Männern von unter 94 cm. ­Adipositas liegt vor, wenn der Taillenumfang bei ­­Frauen mindestens 88 cm, bei Männern mindestens 102 cm beträgt.
  • Bewerten: Der Taillenumfang berücksichtigt, dass Bauchfett besonders gefährlich ist. Denn meist findet es sich bei erhöhten Werten auch in den Organen.

Taille-Hüft-Verhältnis: Hüftfett mit im Blick

  • Messen: Der Taillenumfang (siehe oben) wird durch den Hüftumfang geteilt. Letzterer wird auf Höhe des großen Rollhügels des Oberschenkelknochens gemessen, grob gesagt: der breitesten Stelle im Hüftbereich.
  • Auswerten: Der Quotient sollte bei Frauen idealerweise unter 0,85, bei Männern unter 0,90 betragen.
  • Bewerten: Manche Experten halten diesen Wert für noch ­aus­sagekräftiger als den Taillenumfang, die Messung ­allerdings für weniger praktikabel.
Taille-Hüft-Quotient: Nach der Messung teilt man den Taillenumfang durch den Hüftumfang

Taille-Hüft-Quotient: Nach der Messung teilt man den Taillenumfang durch den Hüftumfang

Taillenumfang-Körpergröße-Verhältnis

  • Messen: Taillenumfang messen und durch die Körpergröße teilen. Eine Rolle spielt hier auch das Alter.
  • Auswerten: Wer unter 40 Jahre alt ist, sollte beim Ergebnis nicht über 0,5 kommen. Ab 40 Jahren gibt es pro Lebensjahr 0,01 bis zum kritischen Wert dazu. Mit 41 Jahren liegt er bei 0,51, mit 42 Jahren bei 0,52, und so weiter. Ab 50 Jahren gilt grundsätzlich alles über 0,6 als kritisch.
  • Bewerten: Die Datenlage ist noch relativ gering. Für viele Menschen ist das Thema Taille-Körpergröße aber interessant. Denn besonders sehr große Menschen stellen sich häufig die Frage, ob sie wirklich einen Bauchumfang unter 102 Zentimetern haben müssen.

Body-Mass-Index (BMI): Guter Anhaltspunkt

  • Messen: Der BMI berechnet sich so: Sie multiplizieren Ihre Körpergröße in Metern mit sich selbst. Danach teilen Sie Ihr Körpergewicht durch das Ergebnis.
    Körpergewicht (kg)
    _____________________________
    (Körpergröße (m) x Körpergröße (m) )
  • Auswerten:
    Beispiel: Mann oder Frau, 70 kg schwer, 1,73 m groß: 1,73 x 1,73 = 2,99;
    70 ÷ 2,99 = 23,4
    Werte zwischen 18,5 und 24,9 gelten als Normalgewicht. Ab 25 spricht man von Übergewicht, ab 30 von Adipositas.
  • Bewerten:
    Der BMI berücksichtigt weder Alter, ­Geschlecht, Muskelmasse noch Körperfett-Verteilung. Er kann deshalb in die Irre führen, ist aber im Adipositas-Bereich ein guter Anhaltspunkt.

Typfrage: Die verschiedenen Arten von Übergewicht

Betrachten Sie sich nackt im Spiegel und vergleichen Sie sich mit der Graphik unten. Apfel oder Birne oder gar Olive mit Stiel? Befindet sich das Körperfett vor allem im Bauchbereich (Apfeltyp und Oliventyp), steigt das gesundheitliche Risiko. Fett an Hüfte und Po (Birnentyp) ist eher unbedenklich.

Professor Norbert Stefan, Diabetes-Experte, demonstriert das Messen des Hüftumfangs

Professor Norbert Stefan, Diabetes-Experte, demonstriert das Messen des Hüftumfangs

Fazit: Der BMI macht keinen Unterschied zwischen Muskeln und Fett, gilt aber als guter Anhaltspunkt für Übergewicht. Wer Taille und Hüfte regelmäßig misst und auch öfter auf die Waage steigt, hat sein Gewicht gut im Blick. Wichtig ist aber auch, regelmäßig die entscheidenden medizinischen Werte beim Arzt oder der Ärztin kontrollieren zu lassen. Sind zwei oder mehr erhöht, liegt wahrscheinlich ungesundes Bauchfett vor.

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