Kurz gesagt:

Der Hämatokrit bezeichnet das Verhältnis fester zu flüssigen Bestandteilen des Blutes und gibt Aufschluss über den Flüssigkeitshaushalt des Patienten sowie über den Erythrozytengehalt seines Blutes.

Was ist Hämatokrit?

Der Hämatokrit ist ein Maß für das Verhältnis von Flüssigkeit und Zellen im Blut. Er gibt den Anteil zellulärer Bestandteile am Volumen des Blutes wieder. Weil dickflüssigeres Blut schlechter fließt, kann es für Herz und Kreislauf problematisch sein: Das Herz muss stärker arbeiten, um eine ausreichende Versorgung der Organe sicherzustellen.

Wann steigt der Wert?

Je höher der Hämatokrit, desto größer ist der Anteil an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Blut. Dementsprechend niedriger ist der Flüssigkeitsgehalt. Ursache könnte entweder eine vermehrte Bildung roter Blutkörperchen (Polyglobulie) oder ein Flüssigkeitsmangel (Exsikkose) sein. Eine Polyglobulie tritt häufig schon nach einem längeren Aufenthalt im Hochgebirge auf, weil der Körper versucht, den Sauerstoffmangel durch Neubildung roter Blutkörperchen auszugleichen. Sie kann aber auch andere Ursachen haben, zum Beispiel eine krankhafte Neubildung der Erythrozyten im Knochenmark.

Wann ist der Wert zu niedrig?

Im Gegensatz dazu deuten niedrige Hämatokrit-Werte auf eine Überwässerung (zum Beispiel durch Infusionen) oder auf eine Blutarmut (Anämie) hin.

Welcher Wert ist normal?

Als normal gelten folgende Hämatokrit-Werte:
Frauen: 36 bis 48 Prozent
Männer: 40 bis 53 Prozent

Ermittelt wird der Wert, indem eine Blutprobe mit  gerinnungshemmendem Zusatz zentrifugiert wird. Die zellulären Bestandteile setzen sich dabei ab und können so gemessen werden.   

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Michael Spannagl, Labor für Immungenetik und molekulare Diagnostik, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München