Kieferzyste: Ursachen und Risikofaktoren

Kieferzysten können sich in Folge einer Entzündung bilden. Auch Probleme, die während der Zahnentwicklung auftreten, können dahinterstecken. Männer sind häufiger betroffen als Frauen

aktualisiert am 14.06.2016
Auf dem Röntgenbild sieht man die Zyste am Zahn

Im Röntgenbild lassen sich nicht nur Weisheitszähne erkennen, die noch nicht in die Mundhöhle durchgebrochen sind, sondern auch Zysten im Kiefer (im Bild nicht zu sehen)


Zahnärzte kennen verschiedene Arten von Kieferzysten:  Ist der Ausgangspunkt ein Zahn, sprechen Mediziner von einer odontogenen Zyste. Tritt diese im Kieferbereich auf, hat sich jedoch aus anderen Geweben gebildet, dann handelt es sich um eine nicht-odontogene Zyste.

Zahnwurzelzyste und follikuläre Zyste

Odontogene Zysten können entzündlich bedingt sein oder entstehen, wenn sich ein Zahn nicht richtig entwickelt beziehungsweise dabei Probleme auftreten. Am häufigsten kommt die sogenannte radikuläre Zyste vor – auch Zahnwurzelzyste genannt. Auslöser hierfür ist meistens eine Entzündung an einer Zahnwurzelspitze, in deren Folge der Zahn beziehungsweise das im Zahn befindliche Gewebe (Pulpa oder umgangssprachlich der "Nerv") abgestorben ist. Die Zystenart betrifft Männer öfter als Frauen (dies trifft auf die anderen Arten ebenfalls zu) und macht sich meist im jungen bis mittleren Lebensalter bemerkbar.

Kieferzyste (Schematische Darstellung)

Zahnwurzelzysten finden sich eher im Oberkiefer, während sich follikuläre Zysten bevorzugt im Unterkiefer bilden. Letztere gehören zu den entwicklungsbedingten odontogenen Zysten und stellen unter ihnen die häufigste Form dar. Follikuläre Kieferzysten betreffen in vielen Fällen die unteren Weisheitszähne, wenn sie noch nicht in die Mundhöhle durchgebrochen sind beziehungsweise in der Durchbruchszeit. Während sich der Zahn entwickelt, kann es zu Störungen kommen. Diese Zysten kommen gehäuft im zweiten bis dritten Lebensjahrzehnt vor.

Keratozyste

Seltener ist eine sogenannte Keratozyste, die seit einigen Jahren "keratozystischer odontogener Tumor" heißt. Es handelt sich um einen gutartigen Tumor, der allerdings schnell wächst und gesundes Gewebe verdrängt. Die Geschwulst ähnelt vom Äußeren her einer Zyste – daher die alte Bezeichnung. In seltenen Fällen kann sich aus einer Keratozyste ein bösartiger Tumor entwickeln. Durch welche Mechanismen die Geschwulst genau entsteht, ist noch nicht geklärt. Es kommt aber wohl während der frühen Zahnentwicklung zu Problemen  – anstelle eines Zahns bildet sich im Kieferknochen ein Hohlraum. Auch an zurückgebliebenen Zähnen, die nicht in die Mundhöhle durchgebrochen sind, kann eine Keratozyste auftreten. Sie betrifft eher den Unter- als den Oberkiefer.

Nicht-odontogene Zysten kommen meist durch eine Störung während der Kiefer- und Schädelentwicklung zustande. Aus zurückgebliebenen Geweberesten können sich zum Beispiel Zysten in der Mitte des Gaumens (Ductus nasopalatinus Zyste) oder in der Nähe der Nase (nasolabiale Zyste) bilden.