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Tubenkatarrh

Bei einem Tubenkatarrh entzündet sich die Schleimhaut der Ohrtrompete (Tuba auditiva, Eustachi-Röhre). Dadurch funktioniert der Druckausgleich im Mittelohr nicht mehr richtig

von Karin Hertzer, aktualisiert am 13.04.2017

Von einem Tubenkatarrh (Tubenmittelohrkatarrh, Syringitis) spricht man, wenn die Schleimhaut der Eustachi-Röhre (Ohrtrompete, Tuba auditiva) entzündet ist. Kinder sind anfälliger als Erwachsene für Infektionen des Mittelohrs, da die kindliche Eustachi-Röhre noch nicht vollständig ausgebildet und daher recht kurz ist und horizontal liegt.

Die Röhre verbindet den Nasen-Rachen-Raum und das Mittelohr, öffnet sich normalerweise beim Schlucken und Gähnen und ist für den Druckausgleich und den Transport von Sekreten zuständig.
Mediziner unterscheiden den akuten und den chronischen Tubenkatarrh.

Akuter Tubenkatarrh (Serotympanon)

Symptome:

Die Erkrankung macht sich meist durch ein plötzlich auftretendes Druck- und Völlegefühl im Ohr bemerkbar. Die Patienten nehmen ein Rauschen oder Pulsieren wahr, hören nur noch gedämpfte Töne ("wie unter einer Glasglocke") und werden vorübergehend schwerhörig. Manchmal kommt es auch zu Schwindelgefühlen.

Der Grund: Wenn die Schleimhaut der Eustachi-Röhre entzündet ist, schwillt sie an. So verengt sich die von Natur aus recht kleine Öffnung der Ohrtrompete, der Gang verstopft sich, und das Mittelohr wird nicht mehr genug belüftet. Ein Unterdruck entsteht. Dadurch verlagert sich das intakte Trommelfell, die Gehörknöchelchen können sich nicht mehr so gut bewegen. Die Schwerhörigkeit kann auch mit einer Ansammlung eines dünnflüssigen Sekrets (Paukenerguss) in der Paukenhöhle zusammenhängen, die hinter dem Trommelfell liegt.

Ursachen:

Die Schleimhaut in der Eustachi-Röhre kann sich aus verschiedenen Gründen entzünden. In Frage kommen zum Beispiel Schnupfen (Erkältungen), allergische Reaktionen, entzündete Nasennebenhöhlen, vergrößerte Rachenmandeln oder Tumoren des Nasen-Rachen-Raums.

Behandlung:

Ohrprobleme sollten grundsätzlich beim Arzt abgeklärt werden. Die genannten Symptome können auch viele andere Ursachen haben. Nur der Arzt kann nach gründlicher Untersuchung die Diagnose stellen.

Der Arzt rät dem Patienten eventuell, zu schlucken, zu gähnen, zu kauen und die Kiefer zu bewegen, um den Durchgang zur Ohrtrompete wieder zu öffnen. Der Druckausgleich funktioniert manchmal auch wieder, wenn man sich die Nase zuhält und bei geschlossenem Mund einige Male vorsichtig Luft in die Nase bläst (nur anwenden, wenn der Nasen-Rachen-Raum nicht entzündet ist). Eventuell empfiehlt der Mediziner auch Nasentropfen, die abschwellende Wirkstoffe enthalten, und Wärmebehandlungen. Je nach Befund wird der Arzt außerdem darauf hinweisen, dass beim Duschen und Baden kein Wasser ins Ohr gelangen sollte. Parallel sollte die Grunderkrankung behandelt werden.

Chronischer Tubenkatarrh (Seromukotympanon)

Symptome:

Die Patienten berichten über ähnliche Beschwerden wie beim akuten Tubenkatarrh, wobei sich die Schwerhörigkeit verstärkt und anhält.

Ursache:

Wenn die Eustachi-Röhre längere Zeit nicht gut durchlüftet ist, verdickt sich der anfangs dünne Schleim im Mittelohr. Durch die länger anhaltende Entzündung verfärbt sich das Sekret, auch Einblutungen sind möglich. Im weiteren Verlauf verdickt sich eventuell das Trommelfell und kann verkalken. Auch die Gehörknöchelchen können verwachsen und sich versteifen (Paukensklerose).

Behandlung:

Auch hier steht vor der Therapie die genaue Abklärung beim Arzt. Er empfiehlt eventuell Maßnahmen, welche die Nasenatmung verbessern sollen – beispielsweise Nasenspülungen mit einer Salzlösung (Nasendusche). Sie können helfen, Schleim und mögliche Verkrustungen in der Nase zu entfernen. Auch Wärmeauflagen und Inhalationen können den Schleim lösen. Der Arzt kann Medikamente verschreiben, damit die Schleimhaut abschwillt, weniger Sekret gebildet wird, die Entzündung nachlässt und Ohrenschmerzen kurzzeitig erträglicher werden.

Bei einem chronischen Tubenkatarrh kann eine Operation notwendig sein: Der Arzt öffnet das Trommelfell (Parazentese) und saugt den Schleim ab. Möglicherweise wird auch ein Paukenröhrchen eingesetzt. Das feine Kunststoff- oder Metallröhrchen soll dafür sorgen, dass das Mittelohr von außen belüftet werden kann. Der Körper stößt es nach 6 bis 12 Monaten von selbst wieder ab.

Sollte es zu narbigen Verwachsungen im Mittelohr gekommen sein, können sie operativ gelöst werden.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.