CLL: Therapie

Da die chronische lymphatische Leukämie sehr langsam fortschreitet, muss nicht unbedingt sofort eine Behandlung erfolgen. Extrem wichtig ist dann aber eine regelmäßige Kontrolle durch den behandelnden Arzt

aktualisiert am 20.01.2015

Zytostatika fertigen häufig Krankenhausapotheken an – und zwar individuell für einen Patienten


Eine CLL tritt meist erst in höherem Lebensalter auf und schreitet nur langsam fort. Eine sofortige Behandlung ist daher häufig ohne Vorteil. Deshalb beginnen Ärzte nicht zwingend sofort bei Diagnosestellung mit einer Therapie. Stattdessen überwachen sie den Patienten und führen regelmäßig Kontrolluntersuchungen durch. Diese Strategie nennt sich "Watch and Wait".

Hat der Patient Beschwerden oder verschlechtern sich die Blutwerte, ist eine Chemotherapie sinnvoll. Damit gelingt es zunächst fast immer, die Krankheitssymptome erfolgreich zurückzudrängen. Oft bleiben die Patienten jahrelang beschwerdefrei. Ist ein jüngerer Mensch an der CLL erkrankt, zielt die Behandlung darauf ab, die Leukämiezellen für lange Zeit möglichst komplett zurückzudrängen. Experten bezeichnen dies als komplette Remission. Die Therapie ist dafür entsprechend intensiver.

Bei älteren Patienten steht eine weniger intensive, palliative Chemotherapie im Vordergrund. Diese nebenwirkungsärmere Therapie hat das Ziel, die Krankheit aufzuhalten und die Beschwerden zu lindern. Das steigert die Lebensqualität der Erkrankten. Heilen lässt sich der Tumor dadurch allerdings nicht, da die Leukämiezellen nicht dauerhaft beseitigt werden.

Eine neuere Strategie ist die Behandlung mit sogenannten monoklonalen Antikörpern, die alleine oder in Kombination mit einer Chemotherapie eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise Rituximab oder Alemtuzumab. Die Leukämiezellen besitzen auf ihrer Oberfläche Merkmale, gegen die sich die Wirkstoffe gezielt richten. Binden die Antikörper an die Zellen, sterben diese dadurch ab.

In klinischen Studien wird zurzeit untersucht, ob eine Transplatation fremder Blutstammzellen (allogene Stammzelltransplantation) jüngeren Erkrankten helfen kann. Ist ihr Risiko hoch, dass die Leukämie rasch fortschreitet, kann die Transplantation möglicherweise die Behandlungsergebnisse verbessern und die CLL eventuell sogar heilen.

Die CLL an sich, aber auch die Chemotherapie, bringen oft unerwünschte Begleiterscheinungen mit sich. Patienten fühlen sich sehr müde und erschöpft (Fatigue-Syndrom). Zudem bekommen sie leichter Infekte, die aufgrund des geschwächten Immunsystems schwerer verlaufen können. Manchmal ist auch die Blutungsneigung erhöht. Das heißt, Verletzungen heilen langsamer zu, Schnittwunden bluten länger. Die Lebensqualität der Patienten kann jedoch mit unterstützenden Therapien wesentlich verbessert werden. Zum Beispiel, wenn Erkrankte bei einer Anämie eine Bluttransfusion erhalten oder Infektionen zügig therapiert werden. In bestimmten Situationen kann es auch sinnvoll sein, vorbeugend gegen Infektionen zu behandeln. Patienten sollten dies individuell mit ihrem Arzt besprechen.