Nesselsucht (Urtikaria): Symptome

Eine Urtikaria macht sich durch Quaddeln auf der Haut bemerkbar, die stark jucken. Manchmal treten gleichzeitig tiefere Schwellungen (Angioödeme) auf

von Dr. Angela Unholzer, aktualisiert am 28.12.2016

Stark juckende Quaddeln auf der Haut sprechen für eine sogenannte Urtikaria, auch Nesselausschlag genannt


Das typische Krankheitszeichen der Urtikaria ist die Quaddel. Sie kommt durch eine umschriebene Wasseransammlung in oberflächlichen Anteilen der Haut zustande. Die Quaddel wölbt die Hautoberfläche scharf begrenzt vor und kann von einer entzündlichen Rötung umgeben sein. Die Farbe der Quaddel selbst variiert zwischen hautfarben und weißlich. Die einzelnen Hautveränderungen können wenige Millimeter messen, aber auch bis zu zwei Zentimeter groß werden. Benachbarte Quaddeln können zu flächigen Schwellungen zusammenfließen. Typisch ist der ausgeprägte Juckreiz.

Auch ohne Therapie bildet sich die einzelne Quaddel innerhalb von 24 Stunden vollständig zurück. Gleichzeitig können aber neue Quaddeln an anderen Stellen entstehen. Bei der häufigsten Form der Krankheit, der spontanen Urtikaria, verteilen sich die Quaddeln unregelmäßig über die gesamte Haut. Da die Hautveränderungen denjenigen ähneln, die nach einem Kontakt mit Brennnesseln auftreten, wird die Krankheit als Nesselsucht oder Urtikaria (lateinisch urtica "Nessel") bezeichnet.

Was ist ein Angioödem?

Bei einigen Patienten treten gleichzeitig Angioödeme auf, bei wenigen Betroffenen kommt es ausschließlich zu Angioödemen. Diese sind gekennzeichnet durch großflächige, unscharf begrenzte tiefe Schwellungen, die sich im Lauf von einem bis drei Tagen spontan zurückbilden. Zu einer Rötung oder zu Juckreiz kommt es in der Regel nicht. Stattdessen leiden die Betroffenen unter Spannungsgefühl und gelegentlich auch unter schmerzhaftem Brennen.

Angioödeme treten bevorzugt an den Handflächen und Fußsohlen sowie im Gesicht auf. Im Bereich von Augenlidern und Lippen ist das Unterhautgewebe sehr weich. Daher kann hier eine Schwellung besonders große Ausmaße annehmen und den Betroffenen vorübergehend entstellen. Sind die Schleimhäute von Zunge, Rachen oder Kehlkopf betroffen, können Schwierigkeiten beim Atmen hinzukommen.