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Leukozytoklastische Vaskulitis: Diagnose

Verschiedene Untersuchungen von Haut, Blut und Urin geben Aufschluss über eine mögliche leukozytoklastische Vaskulitis

von Dr. Angela Unholzer, aktualisiert am 15.11.2016
Biopsie eines Lymphknotens

In Gewebeproben, die bei einer Biopsie entnommen wurden, lässt sich die Gefäßentzündung nachweisen


Zunächst fragt der Arzt den Patienten, ob er in den Wochen vor dem Auftreten der Hautveränderungen an einem Infekt gelitten oder neue Medikamente eingenommen hat. Er erkundigt sich nach neu aufgetretenen Gelenkbeschwerden und nach Bauchschmerzen. Außerdem klärt er, ob chronische Grundkrankheiten bekannt sind.
Anschließend untersucht der Arzt die Haut des Patienten mit dem bloßen Auge. Dabei achtet er besonders darauf, ob die roten Flecken nur an den Beinen vorhanden sind oder ob sie die Gürtellinie überschreiten. Mit einem Spatel aus Plexiglas oder mit einem anderen durchsichtigen Gegenstand drückt er auf die roten Punkte. Wenn die Rötungen dabei bestehen bleiben, spricht dies für eine Einblutung in die Haut. Im Gegensatz dazu blassen erweiterte Gefäße ab, sobald man auf sie Druck ausübt und so das Blut aus ihnen herauspresst.

Biopsie

Um die Diagnose zu sichern, entnimmt der Arzt in örtlicher Betäubung zwei Hautproben (Biopsien). Die erste wird unter dem Mikroskop auf die feingeweblichen Anzeichen einer Gefäßentzündung hin untersucht. In der zweiten Hautprobe werden mit Hilfe der direkten Immunfluoreszenz- (DIF-) Methode abgelagerte Immunkomplexe an den Gefäßwänden nachgewiesen. Wenn hierbei Antikörper der Klasse IgA entdeckt werden, handelt es sich um eine Purpura Schoenlein-Henoch (siehe Kapitel Ursachen).

Blutuntersuchungen

Die weiteren Untersuchungen haben das Ziel, eine eventuelle Beteiligung innerer Organe auszuschließen und mögliche Ursachen der Gefäßentzündung aufzudecken. Hierzu lässt der Arzt das Blutbild, die Entzündungswerte sowie die Leber- und Nierenwerte im Blut bestimmen. Da eine Nierenbeteiligung auch erst im Verlauf einer leukozytoklastischen Vaskulitis auftreten kann, lässt er an mindestens drei verschiedenen Tagen den Urin des Patienten auf Eiweißstoffe (Proteine) und rote Blutkörperchen (Erythrozyten) untersuchen. Um zu erkennen, ob der Magen-Darm-Trakt betroffen ist, veranlasst der Arzt ein Test auf Blut im Stuhl (Hämoccult-Test).

Besonders häufig wird die Gefäßentzündung durch eine Infektion ausgelöst. Daher lässt der Arzt den Urin auf Bakterien und das Blut auf Antikörper gegen Hepatitis-Viren und Streptokokken untersuchen.

Spezielle Untersuchungen

Wenn eine leukozytoklastische Vaskulitis schubweise wiederkehrt oder gar chronisch verläuft, lässt der Arzt zusätzlich eine Infektion des Magens mit dem Bakterium Helicobacter pylori ausschließen. Um eine zugrunde liegende Autoimmunkrankheit im Sinne einer Kollagenose zu erkennen, wird überprüft, ob sich antinukleäre Antikörper (ANA) im Blut finden.
Immunkomplexe im Blut, die speziell bei Kälte unlöslich werden (Kryoglobuline) sowie andere abnorme Eiweißstoffe (Paraproteine) im Blut oder Urin können auf eine Erkrankung des blutbildenden Systems als mögliche Ursache hinweisen. Je nach Beschwerden und Vorgeschichte des Betroffenen können außerdem bildgebende Verfahren wie zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Bauchorgane oder eine Röntgen-Untersuchung der Lunge sinnvoll sein.