Hausstaubmilbenallergie: Vorbeugen

Mit einigen Maßnahmen können Allergiker den Kontakt mit den Hausstaubmilben weitgehend verhindern. Dazu gehört unter anderem: Bettwäsche regelmäßig reinigen, Matratze mit milbendichtem Überzug versehen, Staubfänger vermeiden

10.09.2013
Bett beziehen

Wichtig: Regelmäßig die Bettwäsche austauschen, lüften, Bettzeug heiß waschen und die Matratze absaugen


Hausstaubmilben lassen sich nicht komplett aus der Wohnung vertreiben. Doch wer allergisch auf die winzigen Spinnentiere reagiert, der kann ihnen zu Leibe rücken.

Milben aus dem Bett vertreiben

Die Matratze ist der bevorzugte Aufenthaltsort von Hausstaubmilben. Versehen Allergiker die Matratze mit einem speziellen Schutzbezug (Encasing), bewirken sie zum einen, dass die Spinnentiere schwerer an die Hautschuppen des Menschen gelangen. Zum anderen wird auch der Kot der Tiere, der das Allergen enthält, unter dem Schutzbezug zurückgehalten. Wichtig: Der Matratzenbezug sollte gut luftdurchlässig und waschbar sein. Alle sechs bis acht Wochen gehören die Matratzenbezüge in die Waschmaschine, sonst tummeln sich erneut Milben auf ihrer Oberfläche. Ein Waschgang bei 60 Grad Celsius tötet die Milben komplett ab und beseitigt die Allergene. Die milbendichten Überzüge gibt es auch für Kissen und Bettdecke. Allerdings werden sie dadurch etwas schwerer und unhandlicher, besonders wenn sich darüber noch die üblichen (Baumwoll)bezüge befinden.

Alternative: Bei 60 Grad Celsius waschbare Kissen und Bettdecken aus synthetischen Materialien. Diese sollten Allergiker ebenfalls alle sechs bis acht Wochen in die Waschmaschine stecken, damit sie nicht erneut zur Milbenbrutstätte werden. Hochwertige Daunenkissen und -decken bleiben häufig milbenarm, da der eng gewebte Stoff und die sorgfältig verarbeiteten Nähte weder Federn noch Hausstaubmilben durchlassen. Darüber hinaus sollten Allergiker Kopfkissen, Bettwäsche und -decke regelmäßig bei mindestens 60 Grad Celsius waschen. Am besten wöchentlich die Bettwäsche wechseln und täglich ausschütteln. Das Bett sollte auf Füßen stehen und keinen Bettkasten aufweisen. Das verbessert die Lüftung.

Das Schlafzimmer kühl und trocken halten

Milben benötigen Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit um zu überleben und sich fortzupflanzen. Empfindliche Personen sollten das Schlafzimmer deshalb möglichst trocken und kühl halten. Experten empfehlen, dass die Luftfeuchte bei weniger als 60 Prozent liegt und die Raumtemperatur möglichst unter 20 Grad Celsius beträgt. Wer regelmäßig lüftet, lässt frische Luft in den Raum und bewirkt zugleich, dass Feuchtigkeit nach außen gelangt. Das Schlafzimmer wird besonders über Nacht feucht, daher morgens für fünf bis zehn Minuten stoßlüften! Also Fenster weit öffnen und auch die anderen Fenster oder Türen in der Wohnung öffnen. So kann die abgestandene Zimmerluft am besten durch frische ersetzt werden. Insgesamt sollte dreimal täglich gelüftet werden. Zimmerpflanzen erhöhen die Luftfeuchte im Raum. Sie gehören daher nicht ins Schlafzimmer. Außerdem bilden Topfpflanzen ein Reservoir für Schimmelpilze, die ihrerseits zu einer Allergie führen können.

Die Wohnung von Staubfängern befreien

Lange Vorhänge oder gehäkelte Gardinen sehen zwar hübsch aus, doch darin verfängt sich Hausstaub. Deshalb haben sie zumindest im Schlafzimmer nichts zu suchen. Auch auf offenen Bücherregalen lagert sich Staub ab. In einer Couch oder einem Sofa aus Stoff können sich Milben ansiedeln. Polstermöbel aus glattem Leder eignen sich aus diesem Grund eher. Ob Allergiker Teppiche aus ihrem Domizil verbannen müssen, ist unter Experten umstritten. Einerseits sollen sich darin Hausstaubmilben aufhalten, die sich mit einem normalen Staubsauger daraus kaum entfernen lassen. Andererseits bindet ein Teppich Staubpartikel. Auf einem Laminat- oder Fliesenboden wird der Staub dagegen bei jeder Bewegung und jedem Luftzug aufgewirbelt. Böden sollten Allergiker deshalb regelmäßig saugen und nass wischen. Wer saugt, sollte auf einen sogenannten Feinstaubfilter achten. Denn im Gegensatz zu einem normalen Staubfilter hält dieser den feinen Milbenkot im Staubsack zurück.

Was bringen milbenabtötende Mittel?

Wer auf Hausstaubmilben allergisch ist, kann Matratze, Bettwäsche, Teppiche und Polstermöbel mit milbenabtötenden Mitteln (akarizide Mittel) behandeln. Zwar zeigen diese Mittel in Laborversuchen eine gewisse Wirkung. Ob sie Allergikern das Leben aber tatsächlich erleichtern, halten Experten für fraglich. Die Substanzen haben zudem den Nachteil, dass der Milbenkot nach wie vor auf den Textilien verbleibt. Waschen oder Absaugen müssen Betroffene die Matratze oder Ähnliches trotzdem. Zudem gelangen Milben über die Luft, über Dreck oder Staub sowie über die Kleidung schnell wieder in die Wohnung.