Neun von zehn Menschen leiden – meistens während der Pubertät – an verschieden starken Formen der Akne. Man teilt sie ein in leichte (Mitesser und Pickelchen), moderate (zusätzlich ein paar gerötete Knötchen und Eiterbläschen) und schwere Akne (viele Knötchen und Pusteln).

Diese Arten der Lichttherapie gibt es

Will man dieser durchaus belastenden Hauterkrankung besser beikommen, trifft man früher oder später auf die Lichttherapie. Diese findet bei Akne schon länger Anwendung. Dabei kommt das Licht ganz unterschiedlich zum Einsatz: Es gibt die reine Lichttherapie, bei der die betroffene Haut mit sichtbarem Rot- oder Blaulicht bestrahlt wird.

Manchmal wird auch intensives, schnell pulsierendes Licht genutzt.

Und dann gibt es noch die vielen Kombinationsmöglichkeiten der photodynamischen Therapie (PDT). Hierbei werden verschiedene Cremes oder Gele mit Licht einer bestimmten Wellenlänge kombiniert.

Wie funktioniert Lichttherapie?

Professorin Silke Hofmann, Chefärztin des Zentrums für Dermatologie, Allergologie und Dermatochirurgie am Helios Universitätsklinikum in Wuppertal und Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), erklärt dazu: „Die Creme lagert sich in veränderten, entzündeten Zellen ab und wird dann durch Rot- oder Tageslicht aktiviert. Für die Anwendung bei Akne gibt es Daten, dass die photodynamische Therapie hilft und gut verträglich ist.“

Die Krankenkassen übernehmen für eine Lichttherapie bei Akne allerdings keine Kosten Sie zählt zu den sogenannten IGeL (individuelle Gesundheitsleistungen). Die Preise liegen zwischen 5,30 bis 15 Euro pro Sitzung, ein Behandlungszyklus umfasst bis zu acht Termine. Lichttherapie-Masken aus dem Internet für die Eigenanwendung zu Hause sind hier keine Alternative. Die Lichttherapie gehört immer in professionelle Hände.

Ja, die Behandlung kann helfen

Bringt die Investition in Lichttherapie denn etwas? Ja, die Behandlung kann bei Akne helfen. Aber: „Sie eignet sich grundsätzlich nur für leichte bis moderate Akne. Schwere Akne ist damit keinesfalls zu beherrschen“, erklärt Silke Hofmann.

Obwohl zur Lichttherapie schon viel Forschung betrieben wurde, liefern die Studien keine einheitlichen Ergebnisse. Zudem beziehen die Untersuchungen häufig zu wenig Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, um allgemeine Schlüsse daraus abzuleiten.

Aber: Vorsicht bei der Eigenanwendung!

Wird die Lichttherapie nicht von Fachpersonal mit professionellen Geräten durchgeführt, kann sie sogar gefährlich werden. Expertin Hofmann kennt die Problematik von Nebenwirkungen wie Rötungen und Verbrennungen. Besonders riskant: eine Eigenanwendung zu Hause.

Seit einiger Zeit kann man Lichtmasken mit LEDs für die private Anwendung kaufen. Hier ist unklar, ob sie überhaupt einen Effekt haben. Untersuchungen, die für diese Geräte vorliegen, sind meist von den herstellenden Firmen gesponsert. Teilweise werden die Masken mit LEDs in Regenbogenfarben angeboten. Allen Farben wird dabei eine positive Wirkung zugeschrieben. Zu recht? Hofmann bezweifelt es: „Zu Farben wie Grün, Orange oder Lila gibt es eigentlich keine Studien, die einen Nutzen belegen.“

Vor allem aber kann es auch bei Eigenanwendung zu unerwünschten Hautreaktionen kommen. Spätestens dann braucht man dringend ärztliche Beratung. So sollten die Augen durch die spezielle Konstruktion der Masken geschützt sein – das kann beim Eigengebrauch nicht immer garantiert werden. In Deutschland musste ein Modell bereits vom Markt genommen werden, da es nach der Anwendung vermehrt zu Sehstörungen kam.

Fazit: Bei leichter Akne kann Lichttherapie durchaus eine Besserung erzielen. Ob einem die Behandlung das Geld wert ist, muss man selbst wissen. Von Masken für den Hausgebrauch lieber die Finger lassen. Hofmann: „Das Geld ist in eine professionelle Akne-Toilette mit entsprechender Pflege besser investiert. Das bringt mehr als die Lichttherapie.“

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