Die Versorgung mit lebensnotwendigen Blutpräparaten ist aktuell vor Herausforderungen gestellt: Der anhaltend hohe Bedarf der Kliniken steht einem geringen Bestand gegenüber, schrieben die DRK- und BRK-Blutspendedienste Ende April in einer Mittelung. Zwar ist die Versorgung laut Deutscher Krankenhausgesellschaft DKG aktuell noch nicht in Gefahr. Eine stabile Versorgungslage laut Rotem Kreuz aber schon.

„Aufgehobene Corona-Restriktionen und die damit verbundene höhere Mobilität der Menschen sowie Feiertage und Ferien wirken sich nachhaltig negativ auf die Blutspendebereitschaft aus“, lautet die Erklärung der Wohlfahrtsverbände.

Die geringere Spendebereitschaft ist das eine. Hinzu kommt laut den Blutspendediensten, dass die Vorräte an Blutkonserven bereits jetzt merklich dezimiert sind. Woran das liegt, erklärt Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der DKG: Zum einen wurde während der Pandemie insgesamt weniger Blut gespendet und sind Blutprodukte oftmals nur kurz haltbar. Zum anderen seien Krankenhäuser derzeit bemüht, verschobene Operationen nachzuholen. „Auch wenn wir vom Normalbetrieb noch weit entfernt sind, ist diese Kombination problematisch“, warnt Gaß.

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Dass die Blutspendebereitschaft übers Jahr verteilt schwankt, ist dabei keine neue Entwicklung. „Es gibt immer Zeiten, in denen es schwierig wird. In diesem Jahr zeigen sich die Auswirkungen jedoch schon so früh, so dass der rückläufige Aufkommenstrend jetzt dringend gestoppt werden muss“, sagt Stephan David Küpper. Er ist Sprecher des DRK-Blutspendedienstes West.

Wer gesund und grundsätzlich blutspendefähig ist, werde deshalb gebeten, den nächstmöglichen Blutspendetermin zu reservieren. Ziel sei eine kontinuierlich hohe Auslastung der angebotenen Termine in den kommenden Wochen und darüber hinaus. Auch die DKG appelliert an die Bevölkerung, Blutspendetermine wahrzunehmen. Freie Termine in ihrem Postleitzahlbereich finden alle Spendenwillige bundesweit zum Beispiel unter www.drk-blutspende.de.

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Beim Blutspendedienst ihres Bundeslandes gibt es für Interessierte auch Informationen zu den jeweils geltenden Spendeeinschränkungen, etwa nach einer Corona-Infektion, oder zu Hygienevorschriften: Aktuell entfällt etwa die 3G-Regelung, während die Verpflichtung zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes (mindestens OP-Maske) beim Spendentermin weiterhin besteht.

Eine Blutspende ist laut Rotem Kreuz vor und nach einer (Booster-) Impfung gegen SARS-CoV-2 problemlos möglich. Bei allen derzeit in Deutschland eingesetzten Impfstoffen sei laut Paul-Ehrlich-Institut grundsätzlich keine Rückstellung bis zur nächsten Blutspende erforderlich. Das DRK empfiehlt allerdings rein vorsorglich, nach der Impfung einen Tag bis zur Blutspende zu warten, um eventuell auftretende Nebenwirkungen abgrenzen zu können.