Rund sieben ­Millionen Menschen in Deutschland leiden an Typ-2-Diabetes. Davon leben Schätzungen zufolge 1,3 Millionen Menschen mit der sogenannten Zuckerkrankheit, ohne es zu wissen. Das Problem: Anfangs haben Betroffene meist keine Symptome oder Beschwerden. Dauerhaft hohe Zuckerwerte schädigen aber z. B. Augen, Nieren oder Nerven. In vielen Fällen lässt sich das verhindern, wenn man rechtzeitig gegensteuert. Des Weiteren gibt es eine dritte, vermutlich recht große Gruppe, die zwar normale Blutzuckerwerte aufweist, aber trotzdem ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes hat. Faktoren wie Stress, über- mäßiger Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung, zu wenig Bewegung, Rauchen, Übergewicht, aber auch Alter und Gene können die Wahrscheinlichkeit erhöhen, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Manche Dinge kann man also nicht beeinflussen, andere hingegen schon.

Eine vollwertige, ballaststoffreiche Ernährung ist das A und O für einen gesunden Körper und ein niedriges Diabetes-Risiko. Wer Vollkornprodukte isst, kann sein Risiko senken. Darauf deuten mehrere wissenschaftliche Studien hin. Vollkorn lässt den Blutzucker nicht so stark ansteigen wie Lebensmittel mit Weißmehl. Schon beim Einkaufen sollte darauf geachtet werden, dass Brot, Nudeln, Reis und Getreideflocken einen hohen Vollkornanteil aufweisen. Ebenso wichtig: Öfter eine Portion Fleisch durch eine Portion Gemüse ersetzen. Eine Langzeitbeobachtung brachte zutage, dass diejenigen, die täglich 150 Gramm rotes Fleisch oder mehr essen, ein erhöhtes Dia­betes-Risiko haben. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät, aus gesundheitlichen Gründen nur 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche zu verzehren. Zudem gilt es als gesünder, eher zu weißem Fleisch zu greifen.

Auch regelmäßig aktiv zu sein, hat direkte und langfristige Effekte auf den Stoffwechsel. Egal ob Gartenarbeit, Radfahren, Spazieren an der frischen Luft, Joggen oder Krafttraining: „Wer seinen Körper trainiert, senkt seinen Blutzucker durch die Bewegung und den Muskel­aufbau“, sagt Präventions­mediziner Professor Peter Schwarz. Der Diabetologe Professor Andreas Birkenfeld führt aus, dass man auf etwa 180 Trainingsminuten pro Woche kommen sollte, um sein Diabetes-Risiko zu reduzieren. Wichtig sei dabei der Spaßfaktor, weil man sonst schnell die Lust verliert und das Training wieder aufgibt. Wer sich länger nicht körperlich betätigt hat, sollte vorher mit seiner Ärztin oder seinem Arzt sprechen, welche Sportart und welche Belastungsintensität zumutbar ist.

Bewegung kann vor allem dabei helfen, das Gewicht zu halten. Um aber überflüssige Pfunde zu verlieren, ist ausgewogene Kost entscheidend. Auch längere Pausen zwischen den Mahlzeiten unterstützen beim Abnehmen. Vor allem der Taillenumfang sollte reduziert werden, denn je breiter die Taille, desto höher die Wahrscheinlichkeit, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Verantwortlich dafür ist das Bauchfett. Bei übergewichtigen Personen, die älter als 40 Jahre sind, hilft schon ein Gewichtsverlust von drei bis sechs Kilogramm, das Diabetes-Risiko deutlich zu senken. Das hat Präventionsexpertin Dr. Adina Feldman herausgefunden, als sie eine schwedische Gesundheitsstudie auswertete. Wer abnimmt, sollte dies allerdings langsam und dauerhaft tun. Ärztinnen und Ärzte können beraten, welche Gewichtsziele realistisch und vor allem gesund sind.

Wer regelmäßig raucht, erhöht sein Risiko, an Diabetes zu erkranken. Es gibt Hinweise darauf, dass Tabakkonsum die Insulinwirkung abschwächt und somit einen Typ-2-Dia­betes begünstigt. Wer aufhören möchte zu qualmen, findet professionelle Hilfe in Entwöhnungskursen. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür. Manche Raucherinnen und Raucher befürchten, dass sie nach dem Zigarettenstopp an Gewicht zulegen, und bleiben deshalb beim Glimmstängel. Allerdings schaden zwei bis drei Kilo mehr auf der Waage weniger, als weiterhin zu rauchen.


Quellen:

  • Tina Haase; Wort & Bild Verlag: Apotheken Umschau, Diabetes Typ 2: Wie hoch ist Ihr Risiko?. Online: https://www.apotheken-umschau.de/... (Abgerufen am 16.06.2022)
  • DGE: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. Online: https://www.dge.de/... (Abgerufen am 16.06.2022)
  • DGE: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Einfluss einzelner Lebensmittelgruppen auf das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2. Online: https://www.dge.de/... (Abgerufen am 16.06.2022)
  • Helmholtz Znetrum München: Diabinfo - Das Diabetesinformationsportal, Diabetes in Deutschland - Zahlen und Fakten. Online: https://www.diabinfo.de/... (Abgerufen am 16.06.2022)
  • Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke: Deutscher Diabetes Risiko Test. Online: https://www.dife.de/... (Abgerufen am 15.08.2022)
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