Frau Knarr, manche Menschen bekommen Ausschlag oder eine Art Sonnenbrand, wenn sie Medikamente nehmen und in die Sonnegehen. Wie kommt das?

Einige Arzneimittel enthalten Wirkstoffe, die sich in der Haut anreichern und dort mit dem UV-Licht der Sonne reagieren. Dadurch werden die Hautzellen lichtempfindlicher. Es reicht dann ein kurzer Aufenthalt in der Sonne und wenig später entwickelt sich an Körperstellen, die ungeschützt waren, ein Ausschlag: Die Haut wird rot, brennt, juckt, schuppt sich oder wirft Bläschen. Oft entstehen auch Pigmentflecken.

Apothekerin Stefanie Knarr weiß, was zu tun ist, wenn Medikamente mit Sonne reagieren.

Apothekerin Stefanie Knarr weiß, was zu tun ist, wenn Medikamente mit Sonne reagieren.

Bei welchen Medikamenten passiert das?

Es gibt bei uns rund 350 Medikamente, die so eine Reaktion prinzipiell auslösen können. Darunter sind zum Beispiel spezielle Arzneistoffe für Chemotherapien. In solchen Fällen erhalten Betroffene Schulungen, wie sie damit umgehen sollen. Normalerweise tritt das Problem im Alltag nur bei wenigen Arzneigruppen häufiger auf. Etwa bei bestimmten Antibiotika mit den Wirkstoffen Doxycyclin oder Ciprofloxacin, bei Johanniskraut oder bei Schmerzsalben, die Ibuprofen oder Diclofenac enthalten.

Frau cremt sich den Arm ein

Was steckt hinter einem Hautausschlag?

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Wie erfahre ich, ob mein Medikament lichtempfindlich macht?

Der Arzt oder die Apothekerin sollte Sie informieren und Ihnen Tipps geben, wie Sie sich schützen können. Auf keinen Fall sollte man ein Medikament ohne Absprache absetzen, wenn man im Beipackzettel einen entsprechenden Hinweis entdeckt oder im Sommer Hautprobleme entwickelt.

Was hilft gegen einen Ausschlag?

Eine kühlende Hautlotion mit Aloe vera, bei stärkerem Ausschlag auch eine cortisonhaltige Creme sowie Tabletten gegen Allergien oder entzündungshemmende Tabletten. Das langsame Abklingen von Pigmentflecken lässt sich mit Cremes mit Thiamidol etwas unterstützen. Falls Sie sich bei der Ursache nicht ganz sicher sind, sollten Sie mit dem Ausschlag sofort zum Arzt gehen. Selten besteht etwa eine Allergie gegen ein Arzneimittel. Ein möglicher Hinweis ist es, wenn die Hautprobleme nicht beim ersten Sonnenkontakt auftreten oder auch an Hautstellen, die bedeckt waren.

Strand

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Lässt sich vorbeugen?

Ja. Mit den üblichen Empfehlungen zum UV-Schutz. Zudem lässt sich der Einnahmezeitpunkt eines Medikaments manchmal auf den Abend legen, sodass die Haut danach keine Sonne mehr abbekommt. Auch hierzu kann Sie der Apotheker oder die Ärztin beraten. Wer einen Beruf hat, in dem man viel draußen ist, sollte das seinem Arzt oder seiner Ärztin sagen, dann lässt sich das eventuell bei der Wahl der Arznei berücksichtigen.

Haben Sie einen persönlichen Tipp?

Nach jedem Sonnenbad braucht die Haut eine spezielle After-Sun-Pflege, um sich besser zu erholen. Normale Körperlotionen sind oft zu fettig für sonnengereizte Haut.

Noch mehr Tipps für den Alltag

  • Lichtschutzfaktor: Dermatologin Carola Berking rät für Sonnenschutzmittel unabhängig vom Hauttyp: „Stets mindestens Lichtschutzfaktor 30 benutzen, bei starker Sonne besser 50+.“ Auch ein Schutz gegen UV-A muss darin enthalten sein.
  • Kleidung: Shirt und Shorts sind ein Anfang. Lange Ärmel und lange Hosenbeine wären besser. Aber nicht jeder Stoff schützt gleich vor UV. Ein dünnes weißes Baumwoll- Shirt etwa bringt maximal Lichtschutzfaktor 4. Auch verschwitzte oder nasse Kleidung hält kaum UV ab. Achten Sie auf Textilien mit UV-Schutz: „UPF 30 und höher“ oder Prüfsiegel „UV Standard 801“. Haut stets eincremen, auch Füße.
  • Sonnenhut: Scheitel, Nacken, Ohrenund Nase ragen derSonne entgegen: Sie sind extrem gefährdet. Ein ausreichend großer Hut muss her – und dazu Sonnencreme. Ein Hut liefert einen UV- Schutz zwischen 2 und etwa 50, abhängig vom Material, etwa einem UV-Schutzstoff.
  • Nachcremen: Die Zeit, die man geschützt in der Sonne bleiben kann, verlängert Nachcremen nicht. Es ist trotzdem wichtig. Schweiß, Baden oder Abrieb an Kleidung kosten Schutz. Bei Neigung zu Ausschlag: „Produkte ohne Fett, Emulgator und Parfüm nutzen“, rät Apothekerin Stefanie Knarr.
  • Reihenfolge: „Erst Tagescreme, dann Sonnenschutz, zuletzt Make-up“: So kommt laut Apothekerin Knarr der Sonnenschutz ins Gesicht. Die Produkte jeweils einziehen las- sen, Lippenpflege mit UV-Schutz dazu. Den Sonnenschutz eine halbe Stunde vor dem ersten Sonnenkontakt auftragen.
  • Schatten: Wie stark ein Sonnenschirm UV-Stahlen abhält, hängt von Größe und Stoff ab. Lichtschutzfaktoren zwischen 5 und 40 sind möglich. Der Schatten unter einem Baum entspricht etwa einem Faktor zwischen 5 und 15. Lichtreflexionen erhöhen die UV- Belastung, Sand etwa bis zu 30 Prozent.

Quellen:

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