Baby und Familie

Therme oder Vollbad mit Babybauch

„Gesunde Schwangere, die keine Anzeichen für ­einen vorzeitigen Blasensprung oder Wehentätigkeit haben, können ohne Bedenken ein Vollbad zur Entspannung nehmen oder eine Therme aufsuchen“, sagt Dr. Christian Albring vom Berufsverband der Frauenärzte. Die Temperatur sollte dabei 38 Grad Celsius nicht überschreiten. Und: Immer eine Person in der Nähe haben, falls es doch mal zu einem Blutdruckabfall kommen sollte.

Um Infektionen zu vermeiden, beim Baden lieber auf Badezusätze verzichten. Sie können das Scheidenmilieu stören. Wenn Sie sich wegen der Corona-Pandemie sorgen, ob ein Sauna- oder Thermen-Besuch für Sie das Richtige ist, besprechen Sie sich am besten mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.

Schwanger in die Sauna

Schwitzen in der Schwangerschaft? Für geübte Sauna-Gängerinnen kein Problem – wenn einige Regeln beachtet werden: Sie mögen es gerne heiß (90 – 100 Grad Celsius)? Dann bleiben Sie bitte nicht länger als 10 bis 12 Minuten in der Kabine. „Durch nur kurzzeitiges Saunieren oder moderate Wärme lässt sich eine Überwärmung des Kindes vermeiden“, erklärt Frauenarzt ­Albring, der eine Praxis in Hannover hat. Unbedenklicher seien Saunen mit gemäßigteren Temperaturen. Nach der ­Sauna langsam mit einem Wasserschlauch abkühlen, dabei mit den Beinen be­ginnen und dann Arme, Rücken und Bauch abduschen.

Bei Krampfadern und Durchblutungsstörungen sind Sauna­gänge nicht zu empfehlen, so Albring. Wenn Sie noch nicht viel Erfahrung mit Schwitzkuren haben, sollten Sie erst nach dem dritten Monat in die Sauna. Und: Immer jemanden mitnehmen, der helfen kann, falls der Blutdruck stark abfallen sollte.

Jetzt noch ein Babymoon?

Sie möchten gerne eine Wellness-Auszeit fernab der eigenen vier Wände ver­bringen? Immer mehr Hotels bieten unter dem Stichwort „Babymoon“ Pakete speziell für werdende Eltern an. Schwangere, die sich unsicher sind, ob das Angebot für sie geeignet ist, sollten dies vorher mit der Frauen­ärztin oder dem Frauenarzt besprechen. Am besten eignet sich für Reisen übrigens das zweite Schwangerschaftsdrittel.

Kosmetische 
Behandlungen für die werdende Mutter

Die meisten Pflegeprodukte, Masken und Peelings sind während der Schwangerschaft unbedenklich. Aggressive und chemische Peelings aber bitte meiden. Zudem gibt es ­einige Wirkstoffe, die in Schwangerschaft 
und Stillzeit tabu sind, etwa Retinol (Vitamin A) und verschreibungspflichtige Retin­oide, klärt Albring auf. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie in Schwangerschaft und Stillzeit auch auf Botox verzichten. „Laserbehandlungen sollten ebenso erst nach der Schwangerschaft durchgeführt werden – auch weil die Haut stärker mit Pigmentveränderungen reagieren kann“, rät Albring.

Massagen in der Schwangerschaft

Ob an Rücken, Schultern, Halswirbelsäule, an Armen, Beinen und Füßen – Massagen sind zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft möglich, sagt Christian Albring. „Alltägliche, leichte Entspannungsmassagen können vom Partner oder der Partnerin gut durchgeführt werden; sie sollten jedoch zu jeder Zeit als angenehm empfunden werden.“

Medizinische Massagen bei Beschwerden gehören in Hände von professionell ausgebildeten Personen. Achten Sie darauf, bei der Massage eine bequeme Position einzunehmen. Vorsicht bei der Rückenlage: Vor allem wenn der Bauch schon groß ist, kann es zum sogenannten Vena-cava-Syndrom kommen. Dabei übt die Gebärmutter Druck auf die große Hohlvene im Bauchraum aus und der Rückfluss des Blutes wird gedrosselt, erklärt Albring. Dies macht sich mit Schwindel und Übelkeit bemerkbar. Also: Sich besser in Seitenlage massieren lassen.

Sanfter Sport

„Ein ausgeglichenes Nervensystem, ein entspannter Körper und Gefühle von Harmonie und Ruhe lassen sich auch durch Yoga, Entspannungsmethoden wie autogenes Training und die positive Wirkung von Sport oder Bewegung erreichen“, sagt Christian Albring. Eine gute Kombi aus Wellness und Bewegung seien etwa Wassergymnastik und Schwimmen. Untrai­nierte Frauen beginnen langsam mit dem Sport. Sportarten mit Verletzungsgefahr meiden – am besten von Frauen­ärztin oder -arzt beraten lassen.

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