Was ist eine Phobie?

Eine Phobie ist eine psychische Erkrankung. Bei einer psychischen Erkrankung sind die Gedanken und die Gefühle einer Person betroffen. Bei einer Phobie hat eine Person sehr große Angst.

Angst ist ein wichtiges Gefühl. Die Angst zeigt nämlich: Etwas ist gefährlich. Aber Angst kann auch eine Erkrankung sein. Der Arzt sagt dazu: Angststörung. Bei einer Angststörung ist die Angst sehr stark. Und die Angst hält lange an. Angststörungen haben sehr großen Einfluss auf das Leben von den betroffenen Menschen. Eine Phobie ist eine Art der Angststörung.

Menschen können vor verschiedenen Sachen Angst haben. Manche Menschen haben zum Beispiel Angst vor:

  • Spinnen
  • engen Räumen
  • Reisen mit dem Flugzeug

Die Angst kann durch eine bestimmte Situation entstehen. Die Angst kann auch nur durch den Gedanken an die Situation entstehen. Diese Gedanken können dann körperliche Reaktionen auslösen.

Es gibt verschiedene Arten von Phobien:

  • Spezifische Phobie: Bei einer spezifischen Phobie hat die Person Angst vor einer bestimmten Sache oder Situation. Die Person kann genau sagen: Vor dieser Sache oder vor dieser Situation habe ich Angst. Die Person hat zum Beispiel Angst vor Spinnen oder vor dem Fliegen.
  • Agoraphobie: Bei einer Agoraphobie hat eine Person Angst vor Menschenmengen. Und die Person hat Angst auf öffentlichen Plätzen. Die Person hat Angst, die Situation nicht verlassen zu können. Die Person fühlt sich in der Situation hilflos.
  • Soziale Phobie: Bei einer sozialen Phobie haben betroffene Personen Angst vor viel Aufmerksamkeit. Die Person möchte nicht im Mittelpunkt sein. Und die Person möchte am liebsten nicht auffallen.

Manchmal entsteht eine Phobie schon im Kindesalter. Andere Phobien entstehen erst bei Erwachsenen.

Woran können Sie eine Phobie erkennen?

Eine Phobie kann verschiedene Anzeichen haben. Das wichtigste Anzeichen einer Phobie ist sehr starke Angst. Für die Angst gibt es keinen Grund. Trotzdem ist die Angst sehr stark. Die Person kann die Angst dann kaum aushalten.

Eine Phobie kann auch körperliche Anzeichen haben. Häufige körperliche Anzeichen sind zum Beispiel:

  • Herzrasen
  • Zittern
  • Atemnot
  • Übelkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Schwitzen

Eine Person hat Angst vor bestimmten Sachen oder Situationen? Dann meidet sie diese Sachen oder Situationen vielleicht. Das kann den Alltag stark einschränken.

Sie haben sehr große Angst in bestimmten Situationen? Und die Angst behindert Sie in Ihrem Alltag? Dann gehen Sie zum Arzt. Der Arzt untersucht Sie und gibt Ihnen alle wichtigen Informationen.

Was sind die Ursachen einer Phobie?

Eine Phobie hat meist viele Ursachen. Viele einzelne Ursachen führen zusammen zu einer Phobie. Ursachen einer Phobie sind zum Beispiel:

  • Persönliche Erfahrungen: Menschen können Angst lernen. Ein Mensch hat ein schlechtes Erlebnis? Dann kann das Angst machen. Der Mensch hat dann gelernt: Das Erlebnis macht mir Angst.
  • Erziehung: Ein Mensch kann Angst von anderen Menschen lernen. Zum Beispiel: Die Eltern haben Angst vor Spinnen? Dann hat das Kind vielleicht auch Angst vor Spinnen.
  • Veranlagung: Angst kann vielleicht angeboren sein. Ein Familienmitglied hat eine Angststörung? Dann steigt das Risiko einer Person eine Angststörung zu bekommen.
  • Körperliche Auslöser: Angst kann eine körperliche Erkrankung sein. Dann arbeiten die Botenstoffe im Gehirn nicht richtig. Botenstoffe leiten Informationen im Gehirn weiter. Die Botenstoffe arbeiten nicht richtig? Dann leiten sie vielleicht falsche Informationen weiter. Die betroffene Person hat dann vielleicht Angst.

Was können Sie bei einer Phobie tun?

Sie haben sehr große Angst in bestimmten Situationen? Und die Angst behindert Sie in Ihrem Alltag? Dann gehen Sie zum Arzt. Der Arzt untersucht Sie und gibt Ihnen alle wichtigen Informationen.

Der Arzt hat bei Ihnen eine Phobie festgestellt? Dann können Ihnen vielleicht diese Therapien helfen:

  • Psychotherapie: Während einer Psychotherapie sprechen Sie mit einem Therapeuten. Gemeinsam versuchen Sie herauszufinden: Was ist die Ursache für die Phobie? Und was kann ich gegen die Phobie tun?
  • Konfrontationsübungen: Konfrontationsübungen können bei spezifischen Phobien helfen. Konfrontationsübungen sind meist Teil einer Psychotherapie. Bei der Konfrontationsübung stellen Sie sich ihrer Angst. Eine Person hat zum Beispiel Höhenangst? Dann geht die Person mit dem Therapeuten auf einen hohen Turm.
  • Gruppentherapie: Eine Person hat eine soziale Phobie? Dann kann eine Gruppentherapie helfen. Bei der Gruppentherapie lernen Sie: Wie wirke ich auf andere Menschen? Wie kann ich andere Menschen ansprechen?
  • Tiefenpsychologische Therapie: Gemeinsam mit einem Therapeuten suchen Sie nach der Ursache ihrer Angst. Sie haben die Ursache gefunden? Dann suchen Sie gemeinsam nach möglichen Lösungen. Dieses Verfahren kann mehrere Monate oder Jahre dauern.

Bei einer Phobie können Ihnen vielleicht auch diese Dinge helfen:

  • Übungen für Achtsamkeit und Akzeptanz: Sie lernen ihre Gedanken und Gefühle zu akzeptieren. Und Sie lernen: So nehmen Sie Ihre Gefühle und Gedanken wahr. Das kann Ihnen helfen Ihre Angst zu bewältigen.
  • Entspannungstechniken: Sie haben eine Phobie? Dann kann Ihnen vielleicht autogenes Training helfen. Beim autogenen Training entspannen Sie Ihren Körper. Und Sie entspannen Ihre Gedanken.
  • Ausdauersport: Sie haben eine Phobie? Dann kann Sport Ihnen vielleicht helfen. Gehen Sie zum Beispiel laufen.

Gegen Phobien können auch verschiedene Medikamente helfen. 
Achtung: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Nehmen Sie erst dann Medikamente ein.

Sie haben sehr große Angst in bestimmten Situationen? Und die Angst behindert Sie in Ihrem Alltag? Dann sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Der Arzt gibt Ihnen alle wichtigen Informationen.

Wo bekommen Sie noch mehr Informationen?

Sie wollen noch mehr über Phobien lesen? Mehr Informationen über Phobien finden Sie hier. Achtung: Dieser Link führt aus unserem Einfache-Sprache-Angebot heraus. Die Informationen sind dann nicht mehr in Einfacher Sprache.

Achtung: In diesem Text finden Sie nur allgemeine Informationen. Die Texte ersetzen die Beratung durch den Arzt nicht. Nur ein Arzt kann Ihnen genaue Informationen geben. Sie fühlen sich krank? Oder Sie haben Fragen zu einer Krankheit? Dann sollten Sie immer mit Ihrem Arzt sprechen. Rufen Sie in der Arztpraxis an.

es siegel

Die Texte haben wir zusammen mit der Forschungsstelle Leichte Sprache geschrieben. Die Forschungsstelle Leichte Sprache ist an der Universität Hildesheim.