Kurz gesagt:

Troponin (genauer: kardiales Troponin, cT) ist ein Eiweiß, das spezifisch bei einem Herzmuskelschaden ins Blut gelangt. Erhöhte Werte können auf einen Herzinfarkt hindeuten. Typisch für den Herzmuskel sind das kardiale Troponin I und das kardiale Troponin T.

Wann wird der Troponinwert bestimmt?

Der Arzt bestimmt die Troponin-Konzentration im Blutserum vor allem dann, wenn der Verdacht auf einen Herzinfarkt besteht. Bei einem Herzinfarkt stirbt Herzmuskelgewebe ab – meist infolge einer Gefäßverstopfung, die einen Teil des Herzmuskels von der Blutzufuhr abschneidet. Schon kleinste Schäden des Herzmuskels führen zu einem Anstieg des kardialen Troponins im Blut, das daher als wichtigster Laborwert in der Infarktdiagnostik gilt.

Welcher Wert ist normal?

Im Blut gesunder Menschen kommt kardiales Troponin praktisch nicht vor. Messtechnisch bedingt können allerdings geringfügige Mengen von Troponin T und Troponin I nachweisbar sein.

Besteht der Verdacht auf einen Herzinfarkt – weil der Patient zum Beispiel charakteristische starke Schmerzen über der Brust verspürt –, kann der Troponin-Wert neben anderen Untersuchungsverfahren (zum Beispiel dem EKG) genutzt werden, um die Diagnose zu stützen. Erhöhte Troponin-Werte deuten mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Herzschädigung hin. Bleibt der Wert innerhalb der folgenden 12 Stunden im Normalbereich, ist ein Herzinfarkt eher  unwahrscheinlich.

Neben dem Troponin gibt es noch andere Laborwerte, die sich zur Erkennung eines Herzinfarkts eignen (zum Beispiel das Herzmuskelenzym CK-MB). Troponin besitzt allerdings die höchste Aussagekraft.

Erhöhte Troponin-Werte haben manchmal auch andere Ursachen, zum Beispiel eine Lungenembolie (Verschluss einer Lungenarterie durch ein Blutgerinnsel), Herzverletzungen bei einem Unfall, Herzoperationen oder bestimmte Herzerkrankungen.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München