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Trommelfellverletzungen: Therapie

Leichte Trommelfellrisse heilen meist von alleine ab. Eingekrempelte Verletzungsränder werden unter Sicht geglättet, die Selbstheilung des Trommefells durch das Auflegen einer Folie als Schiene unterstützt. Wenn es nach einigen Wochen noch nicht verheilt ist, muss ein operativer Verschluss erfolgen

aktualisiert am 27.07.2016
Ohrenuntersuchung

Die meisten Trommelfellverletzungen heilen von selbst aus. Größere Risse oder Löcher glättet und schient der Arzt, damit das Trommelfell wieder seine ursprüngliche Form erhält


Die Therapie richtet sich danach, wie groß die Trommelfell-Verletzung ist. In der Regel heilen kleine schlitzförmige Risse im Trommelfell innerhalb weniger Tage von selbst und bedürfen keiner weiteren Behandlung.

Ist das Ohr mit Fremdkörpern oder Wasser in Kontakt gekommen, verordnet der Arzt eventuell ein Antibiotikum, um einer bakteriellen Infektion vorzubeugen. In der Heilungsphase ist es besonders wichtig, das Ohr trocken und sauber zu halten. Beim Duschen sollte der Gehörgang mit Creme-Watte verschlossen werden. Die meisten Trommelfellperforationen heilen innerhalb von etwa vier Wochen vollständig ab.

Perforationen, die nach vier bis sechs Wochen keine Heilungstendenz zeigen, erfordern einen operativen Eingriff. Ziel der Therapie ist es, die ursprüngliche Form des Trommelfells wiederherzustellen und gegebenenfalls auch die Schallweiterleitung im Ohr und somit die Hörfähigkeit wieder zu verbessern.

Schienung

Zunächst muss der HNO-Arzt die eingerollten Ränder des eingerissenen Trommelfells wieder straff ziehen. Im Anschluss richtet er das Trommelfell auf und schient es mit einer speziellen Silikonfolie, sodass die Ränder wieder glatt zusammenwachsen können.

Rekonstruktion

Wenn der Trommelfellschaden so schwer ist, dass eine alleinige Schienung nicht mehr ausreicht, muss das Trommelfell mithilfe der Myringoplastik rekonstruiert werden. Hierzu entnimmt der Arzt körpereigenes Gewebe des Patienten, zum Beispiel Faszie (eine Bindegewebsschicht, die zum Beispiel Muskeln umhüllt), Knorpelhaut oder Knorpel, und füllt damit die fehlenden Teile im Trommelfell aus. Kleine Perforationen (zum Beispiel Schweißperlen-Verletzungen) können auch mittels eines Stücks körpereigenen Fetts verschlossen werden. Nachdem der Arzt das Trommelfell rekonstruiert hat, schient er die Membran mit einer Silikonfolie.

Oft legt der Arzt abschließend einen Mullstreifen in den Gehörgang ein, der mit einer antiseptischen Lösung getränkt ist. Dies senkt das Risiko einer Infektion.

Schäden in Mittel- und Innenohr

In manchen Fällen kommt es bei einer mechanischen Trommelfell-Verletzung auch zu Schäden der Gehörknöchelchen oder des Innenohrs. Typisch sind unter anderem Verletzungen der Gehörknöchelchen-Kette. Diese Schäden behebt der Arzt nach Möglichkeit ebenfalls in einem operativen Eingriff. Die Operation kann unter Vollnarkose oder mit örtlicher Betäubung erfolgen.

Die Prognose einer Trommelfell-Verletzung ist bei kleinen Rissen sehr günstig. Liegen jedoch größere Verletzungen vor und treten Komplikationen, wie etwa eine bakterielle Infektion auf, kann das Hörvermögen dauerhaft Schaden nehmen.