Scheidenkrebs: Diagnose

Meist fallen Veränderungen der Vaginalschleimhaut im Rahmen einer gynäkologischen Vorsorge-Untersuchung auf

aktualisiert am 11.04.2018
Gynäkologischer Stuhl

Besteht der Verdacht auf Scheidenkrebs, führt der Frauenarzt spezielle Untersuchungen durch


Bei der routinemäßigen Vorsorge inspiziert der Frauenarzt neben den äußeren auch die inneren Geschlechtsorgane der Frau. Zudem kann er mit einem Wattestäbchen einen Abstrich von der Vaginalschleimhaut machen. Die abgestrichenen Zellen werden anschließend unter dem Mikroskop betrachtet. Ist der Abstrich auffällig, muss der Arzt die Schleimhaut der Scheide genauer untersuchen.

Eine wichtige Methode zur Früherkennung von Scheidenkrebs stellt die Kolposkopie dar. Dabei sieht sich der Gynäkologe mit einer speziellen Lupe die Vagina an. Das Gerät kann die Scheidenschleimhaut bis zu 30-fach vergrößert darstellen. Zusätzlich betupft er die Schleimhautoberfläche mit einer bestimmten Lösung und betrachtet die gefärbten Bereiche anschließend. Krankhafte Veränderungen der Scheide lassen sich auf diese Weise erkennen.

Besteht der Verdacht auf ein Vaginalkarzinom, entnimmt der Frauenarzt eine Gewebeprobe (Biopsie) des verdächtigen Bereichs und lässt diese untersuchen. Unter dem Mikroskop wird entartetes Gewebe sichtbar, deshalb kann der Arzt anhand der Biopsie einen Tumor diagnostizieren oder ihn ausschließen.

Hat sich der Verdacht auf Krebs bestätigt, muss die Lage und Ausbreitung des Tumors festgestellt werden. Hierzu führt der behandelnde Arzt zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung der Scheide oder auch eine Spiegelung der Harnwege sowie des Enddarms durch. Besteht der Verdacht, dass der Tumor auf andere Organe übergegriffen hat, kommen auch bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) des Beckens, eine Ultraschalluntersuchung der Leber oder Röntgenaufnahmen der Lunge zum Einsatz.

Wie stark sich der Scheidenkrebs ausgebreitet hat, wird nach den FIGO-Stadien (Fédération Internationale de Gynécologie et d`Obstrétrique) eingeteilt.

Folgende Stadien werden für das primäre Vaginalkarzinom unterschieden:

•    Stadium 0: Krebs im Frühstadium (Oberflächenkarzinom) ohne Lymphknotenbefall und ohne Metastasen (Tochtergeschwülste).

•    FIGO Stadium I: Der Tumor ist auf die Scheide begrenzt und noch nicht in andere Gewebe eingewachsen. Es existieren keine Tochtergeschwülste in den nahe gelegenen Lymphknoten und auch keine Fernmetastasen in anderen Organen.

•    FIGO Stadium II: Der Tumor ist in das an die Vagina benachbarte Gewebe eingewachsen. Die Beckenwand und die benachbarten Lymphknoten sind jedoch nicht befallen. Es sind keine Metastasen vorhanden.

•    FIGO Stadium III: Dieses Stadium wird zugewiesen, wenn der Tumor die Beckenwand erreicht hat oder die nahe gelegenen Lymphknoten von Krebszellen befallen sind. Metastasen in Organen außerhalb des Beckens (Fernmetastasen) sind nicht vorhanden.

•    FIGO Stadium IVA: Der Tumor ist in andere Organe wie Blase oder Enddarm und/oder auch in Organe außerhalb des kleinen Beckens eingedrungen. Die Lymphknoten können ebenfalls befallen sein.
Metastasen in Organen außerhalb des Beckens (Fernmetastasen) sind nicht vorhanden.

•    FIGO Stadium IVB: Jedes Tumorstadium, mit oder ohne Lymphknotenbefall, wenn zusätzlich Fernmetastasen existieren.