Cholera: Ursachen

Der Cholera-Erreger vermehrt sich vor allem im Wasser und ist sehr widerstandsfähig. Unhygienische Trinkwassersysteme werden leicht zur Ansteckungsquelle
von Dr. med. Markus N. Frühwein, aktualisiert am 13.04.2017

Der Cholera-Erreger wird vor allem durch verseuchtes Wasser übertragen

Jupiter Images GmbH/Comstock Images

Der Erreger Vibrio cholerae ist ein kleines, bewegliches Bakterium. Bekannt sind mehr als 200 Untergruppen (Serogruppen). Sie unterscheiden sich in ihren Oberflächenmerkmalen. Für den Menschen gefährlich sind nur zwei Untergruppen.

Die Beschwerden (siehe Kapitel Symptome) werden nicht allein durch den Keim selbst verursacht. Vibrio cholerae produziert zusätzlich ein Gift im Darm des Menschen, das sogenannte Choleratoxin. Es führt zu den typischen, heftigen Durchfällen. Die Beschwerden stellen sich daher erst Stunden bis Tage nach Aufnahme des Erregers ein, wenn dieser beginnt, das Choleratoxin auszuscheiden.

Risiko: Verseuchtes Wasser

Die Übertragung der Cholera findet normalerweise über mit Vibrio cholerae verseuchtes Wasser oder, in selteneren Fällen, über kontaminierte Lebensmittel statt. Während und kurze Zeit nach der Erkrankung werden die Erreger über den Stuhl ausgeschieden.

Vor allem Oberflächengewässer sind ein Reservoir für den Keim. Gerade stehendes Brackwasser bietet dem Erreger einen optimalen Überlebensraum. Hier kann Vibrio cholerae auf Wasserpflanzen, Algen, kleinen Schalentieren und sogar Plankton überleben.

Der Keim ist sehr widerstandsfähig

Ein Problem ist die ausgeprägte Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse. Zwar vermehrt sich der Keim bei niedrigen Temperaturen weniger gut. Doch er kann zum Beispiel auf Speisen überleben, selbst wenn sie eingefroren wurden. Auch mit gängigen Desinfektionsmitteln lässt sich Vibrio cholerae nicht bekämpfen. Nicht einmal durch Chlorzusatz lässt sich eine Übertragung durch Trinken von Wasser verhindern. Der Erreger nimmt hier zu seinem Schutz eine besondere Form, die sogenannte "runzlige Form", an. Sie macht ihn deutlich robuster.

Aus der hohen Widerstandfähigkeit des Erregers, seiner Vorliebe für Wasser und der einfachen Ansteckung durch Trinken von kontaminiertem Wasser wird ersichtlich, warum gerade Gegenden mit hygienischen Mängeln im Bereich der Trinkwassersysteme betroffen waren und sind.


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