Cholera: Symptome

In den meisten Fällen verursacht Cholera eher milde Symptome. Kommt es jedoch zum Vollbild der Krankheit, besteht Lebensgefahr
von Dr. med. Markus N. Frühwein, aktualisiert am 13.04.2017

Cholera verurtsacht meist Symptome wie Durchfall, Erbrechen und Bauchkrämpfe

Image Source/ RYF

In 80 bis 90 Prozent der Infektionsfälle verläuft die Choleraerkrankung ohne oder mit nur milden Symptomen wie leichten Durchfällen und Bauchkrämpfen. Eine Gefahr durch Austrocknung besteht hier in der Regel nicht.

Die Beschwerden beginnen üblicherweise zirka ein bis fünf Tage nach der Aufnahme des Erregers über Wasser oder Nahrungsmittel. Nach wenigen Tagen ist die Erkrankung in den meisten Fällen ohne medikamentöse Therapie überstanden. Der Erreger lässt sich noch ein bis zwei Wochen im Stuhl der Patienten nachweisen.

Gefährlich: Schwere Cholera-Erkrankung

Kommt es zum Vollbild der Erkrankung, handelt es sich um eine lebensbedrohliche Situation. Innerhalb kürzester Zeit setzen stärkste Durchfälle, begleitet von Erbrechen, ein. So kann ein Erwachsener bis zu einen Liter Wasser in der Stunde verlieren. Die Durchfälle sind wässrig und werden häufig als reiswasserartig beschrieben.

Durch den hohen Flüssigkeitsverlust kommt es zu massiver Austrocknung (Dehydratation). Die Schleimhäute sind trocken, die Gliedmaßen kalt, Blutdruck sowie Körpertemperatur erniedrigt. Im Gesicht fallen eine spitze Nase, eingefallene Wangen und Augenhöhlen auf.

Mit der Flüssigkeit verliert der Körper große Mengen Salze (Elektrolyte) wie Natrium und Kalium. Der pH-Wert (ein Maß für den Säuregrad) im Körper fällt – es entsteht eine Übersäuerung. Auch der Blutzuckerspiegel sinkt. Häufig kommt es in diesem Stadium zu Muskelkrämpfen.

Ohne Flüssigkeitsgabe kann es zum Nierenversagen mit Ausbleiben von Urin, Schock und Bewusstseinsstörungen kommen.

Ungefähr die Hälfte der nicht behandelten Patienten mit schwerer Cholera verstirbt. Besonders bei Kindern verläuft die Erkrankung häufiger mit schweren Komplikationen und sollte so früh wie möglich behandelt werden.

Unter passender Flüssigkeits- und Elektrolyttherapie lässt sich die Krankheit jedoch gut therapieren. Die Symptome hören normalerweise nach spätestens sechs Tagen wieder auf. Die Todesrate liegt dann unter zwei Prozent.


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