Der russische Angriffskrieg ist allgegenwärtig und die Situation der Menschen in der Ukraine beschäftigt viele. Aber auch, wenn einen die Situation sehr mitnimmt, erlebt man vielleicht zwischendurch unbeschwerte Momente. Sei es beim Sport, mit den Enkelkindern oder auf einem Spaziergang durch den Wald.

Chefredakteurin des Senioren Ratgebers und Apothekerin Claudia Röttger wollte wissen, ob man Glück trotz Krisenzeiten empfinden kann. „Ja, das ist schon möglich“, sagt Glücksexpertin Prof. Michaela Brohm-Badry. „Natürlich dürfen wir die kleinen oder größeren Glücksmomente empfinden, es ist ja wunderbar, wenn wir sie auch in diesen Zeiten haben. Aber wir dürfen auch empfinden, dass es uns zurzeit vielleicht nicht so gut geht.“

Menschen empfinden Glück ganz unterschiedlich

Für ihren Podcast „Einmal täglich Glück“ hat Moderatorin Claudia Röttger bisher 19 Menschen nach ihrem persönlichen Umgang mit dem Glück gefragt. Darunter zum Beispiel Extremsportler Hubert Schwarz, der findet: „Glück ist oft eine Folge von Anstrengung.“ Für Eremitin Maria Anna Leenen, die abgeschieden im Wald lebt, ist es ihre Beziehung zu Gott, die sie glücklich macht. Und für Fernsehmoderatorin und Autorin Nina Ruge sind es die kleinen Momente des Alltags. „Glück ist für mich die absolut tief erlebte Gegenwart“, sagt sie in Folge elf.

Nach Ausbruch des russischen Angriffkriegs hat Claudia Röttger mit Michaela Brohm-Badry von der Universität Trier gesprochen. Sie gilt international als eine der führenden Forscherinnen im Bereich der Positiven Psychologie. In diesem Fachgebiet geht es nicht um Krankheiten der Seele. Im Vordergrund steht, wie Menschen langfristig Wohlbefinden und Zufriedenheit erreichen und welche inneren und äußeren Faktoren dafür erfüllt sein müssen. Gemeinsam mit anderen Forschenden hat Michaela Brohm-Badry außerdem das „Deutsche Institut für Motivation“ gegründet, mit dem sie Erkenntnisse aus der Forschung stärker in die Gesellschaft einbringen will.

Kein Zwang zum Glück

In Krisenzeiten gehe es vor allem darum, die Seele im Gleichgewicht zu halten, sagt Michaela Brohm-Badry. Ihr Tipp: trotz der Situation etwas für sich tun, beispielsweise eine Freundin treffen. Dass es einem über einen bestimmten Zeitraum nicht gut gehe, sei in Ordnung. „Wenn sich dieser Zustand aber hartnäckig hält und eine Person hohen Leidensdruck empfindet, dann ist natürlich professionelle Hilfe wichtig“, so die Expertin.

Übrigens: ob jemand glücklich ist oder nicht, hängt nur zu einem gewissen Grad von äußeren Faktoren ab. Eine weitere Rolle spielen sowohl die Gene als auch die eigene Einstellung. Und: glücklich sein, könne man trainieren, so die Forscherin. Ähnlich wie eine Sportart oder ein Instrument. Wie das geht, verrät sie in der 20. Folge des Podcasts „Einmal täglich Glück“.

„Einmal täglich Glück“ – der Glück-Podcast

Wie schaffen wir es glücklich zu sein – mit uns, mit dem Leben, mit dem, was wir tun? Moderatorin Claudia Röttger macht sich auf die Suche nach Antworten und spricht dafür mit Menschen, die darauf ihre ganz persönliche, ungewöhnliche oder berührende Geschichte zu erzählen haben. Beispielsweise berichtet Lotteriegewinnerin Angelika Justl davon, wie es ist, eine Million Euro zu gewinnen. Und in Claudia Röttgers Lieblingsfolge mit dem über 70-Jährigen Raver Günther Anton Krabbenhöft, geht es darum, wie man zu sich selbst findet und glücklich wird.

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