Leishmaniose

Die Infektionskrankheit Leishmaniose (Orientbeule, Kala Azar) kommt weltweit in warmen Ländern vor – in Europa zum Beispiel im Mittelmeerraum. Die Erreger werden von Sandmücken übertragen. Menschen und Tiere – wie Hunde – können erkranken
aktualisiert am 08.01.2015

Leishmaniose befällt nicht nur Menschen, sondern auch Tiere – beispielsweise Hunde

Thinkstock/iStockphoto

Was ist eine Leishmaniose?

Die Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit, die durch einzellige Kleinstlebewesen – sogenannte Leishmanien – verursacht wird. Übertragen werden sie mit dem Stich der Sand- oder Schmetterlingsmücke, die in warmen Regionen lebt.

In Deutschland erworbene Krankheitsfälle sind extrem selten. Meistens trifft es Urlauber, die eine Leishmaniose aus Risikoregionen mitbringen. In Mittelmeerländern wie Spanien, Italien oder der Türkei ist die Leishmaniose verbreitet – ebenso im Nahen Osten, im Norden und Osten Afrikas. Auch in Asien kommt Leishmaniose vor, insbesondere in Indien, sowie in warmen Regionen Südamerikas.

Es gibt mehrere Varianten der Leishmaniose, die durch verschiedene Leishmania-Arten verursacht werden:

Haut-Leishmaniose (kutane Leishmaniose)

Diese leichteste Form der Krankheit befällt ausschließlich die Haut, verursacht schmerzlose Geschwüre, die in etwa der Hälfte der Fälle von selbst wieder abheilen – wobei allerdings oft Narben entstehen. Diese Form wird auch Orientbeule, Bagdadbeule oder Aleppobeule genannt.

Schleimhaut-Leishmaniose (mukokutane Leishmaniose)

Diese Variante schädigt Haut und Schleimhäute, vor allem im Nasen-Rachenbereich. Sie kommt klassischerweise nur in Südamerika vor und wird auch als Espundia oder Uta bezeichnet. Sie verläuft schwerer und erfordert immer eine Therapie.

Leishmaniose der inneren Organe (viszerale Leishmaniose)

Hier breitet sich der Parasit auf die inneren Organe aus. Befallen sind vor allem Milz und Leber, aber auch das Knochenmark. Die Krankheit verläuft schwer, ist ohne Therapie sogar lebensgefährlich. Auch unter optimaler Behandlung kann eine viszerale Leishmaniose im ungünstigen Fall tödlich enden. Andere Namen sind Kala-Azar und Dum-Dum-Fieber.

Als Komplikation kommt es bei einer Leishmaniose manchmal zu einer Ansteckung mit weiteren Krankheitserregern (Sekundärinfektion). Solche Zweitinfektionen können gefährlich werden.

Beratender Experte: Dr. Hinrich Sudeck ist Internist und Tropenmediziner

Bundeswehrkrankenhaus Hamburg

Um eine Leishmaniose festzustellen, entnimmt der Arzt meistens Gewebeproben oder eine Knochenmarksprobe. Darin lassen sich die Erreger nachweisen.

Wie sieht die Therapie aus?

In leichten Fällen einer Haut-Leishmaniose ist oft keine Behandlung notwendig. Alle anderen Formen der Krankheit werden mit Medikamenten therapiert. Wer sich in Risikogebieten aufhält, sollte auf einen möglichst guten Schutz vor Mückenstichen achten, um sich gegen eine Ansteckung mit Leishmanien zu wappnen.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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