Fibrinogen: Ein Gerinnungs-Eiweiß

Dieses Plasmaprotein ist ein wesentlicher Baustein von Blutgerinnseln. Ein erhöhter Wert zeigt eine Entzündung an

von Dr. Christian Guht, aktualisiert am 23.05.2014
Verband

Nach Operationen wird die Bildung von Fibrinogen angeregt. Deshalb ist der Fibrinogen-Wert im Blut erhöht


Kurz gesagt:

Fibrinogen ist ein Gerinnungseiweiß und der wesentliche Baustein für Blutgerinnsel. Bei Blutverlust, Lebererkrankungen oder ärztlichen Eingriffen, die die Blutgerinnung beeinträchtigen, ist es vermindert. Bei Entzündungen oder Verletzungen kann es erhöht sein.

Was ist Fibrinogen?

Fibrinogen ist ein Plasma-Eiweiß, das für die Blutgerinnung wichtig ist. Bei Verletzungen wird es zu Fibrin umgewandelt, welches den entstehenden Blutpfropf vernetzt.

Wann ist der Wert krankhaft erniedrigt?

Zu einer Abnahme des Fibrinogens kommt es, wenn bei schweren Schockzuständen, bei einer schweren Infektion oder bei Verbrennungen das Gerinnungssystem aktiviert wird, ohne dass eine Verletzung besteht. Diese sogenannte intravasale Gerinnung ist eine gefürchtete Komplikation. Ärzte kontrollieren sie über den Fibrinogen-Wert. Auch bei einer Lyse-Therapie, bei der Blutgerinnsel durch Medikamente aufgelöst werden, sinkt der Fibrinogen-Wert.

Wann ist der Wert krankhaft erhöht?

Ein erhöhter Wert kann eine unspezifische Reaktion auf eine Infektion oder einen Herzinfarkt sein. Auch im Schockzustand kann ein erhöhter Fibrinogen-Wert bestehen. Fibrinogen gehört außerdem zu den sogenannten "Akute Phase"-Proteinen, die bei Entzündungen ansteigen.

Welcher Wert ist normal?

Als Normalwert gilt der Bereich von 1,8 bis 3,5 g/ l.

Wundheilung

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Michael Spannagl, Labor für Immungenetik und molekulare Diagnostik, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München