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Antithrombin III (AT3)

Das Eiweiß AT3 schützt uns als natürlicher Gerinnungshemmer vor Thrombosen

von Dr. Martin Allwang, aktualisiert am 23.05.2014
Frauenbeine

Bei niedrigen Antithrombin-Werten ist das Risiko für Thrombosen erhöht


Kurz gesagt:

Antithrombin verhindert die Bildung gefährlicher Thrombosen im Körper. Eine Reihe von Erkrankungen, in seltenen Fällen auch eine angeborene Verminderung, kann den Wert sinken lassen, was mit einem erhöhten Risiko für Thrombosen oder Embolien einhergeht.

Was ist Antithrombin (AT)?

Der Eiweißstoff Antithrombin ist ein wichtiger Regulator der Blutgerinnung. Er hemmt die Aktivität mehrerer Gerinnungsfaktoren, vor allem des Gerinnungseiweißes Thrombin, und schützt so vor ungewollten Blutgerinnseln (Thrombosen). Alle Arten von Heparinen, die zur Gerinnungshemmung vorbeugend oder therapeutisch verabreicht werden, benötigen AT zur Entfaltung ihrer Wirkung.

Welcher Wert ist normal?

Bei einem Gesunden liegt der Blutplasmaspiegel von AT zwischen 80 und 120 Prozent des Normalwerts.

Wann steigt der Wert?

Erhöhte AT-Werte finden sich bei Patienten, die bestimmte gerinnungshemmende Mittel einnehmen, bei manchen Gallenerkrankungen, aber auch ohne krankhafte Ursache.

Wann ist der Wert zu niedrig?

Wenn die Bildung in der Leber aufgrund einer Lebererkrankung vermindert ist, sinkt der Blutspiegel. Daneben gibt es Menschen, bei denen die AT-Bildung aufgrund der genetischen Veranlagung reduziert ist. Betroffene haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Thrombosen.

Daneben lassen alle Krankheiten den AT-Spiegel abfallen, die zu einem erhöhten Verbrauch des Gerinnungshemmers führen – etwa, wenn bei einer Blutvergiftung, bei Tumoren, Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen die Blutgerinnung außer Kontrolle gerät (sogenannte Verbrauchskoagulopathie). Die Einnahme der "Pille" kann die AT-Konzentration leicht reduzieren, ebenso wie Blutungen, schwere Verletzungen oder Nierenschäden mit Eiweißverlust.

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Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Michael Spannagl, Labor für Immungenetik und molekulare Diagnostik, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München