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Kurkuma: Verdauungsfördernd und entzündungshemmend

Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, ist vor allem als Gewürz bekannt: und zwar als Curry. Die Pflanze hilft aber auch bei Verdauungsbeschwerden und anderen Leiden

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 16.12.2019

Kurkuma – kurz erklärt

Curry ist eine bekannte fernöstliche Mischung verschiedenster Gewürze und weist häufig eine gelbliche Farbe auf. Dafür ist Kurkuma verantwortlich, auf Lateinisch: Curcuma longa. Diese Kurkuma-Art und Curcuma xanthorrizae, die Javanische Gelbwurz, dienen auch als Arzneikräuter. Sie lindern Verdauungsbeschwerden und möglicherweise auch entzündliche Krankheiten.

Gelbwurzel

Welche Inhaltsstoffe kommen vor?

Der Wurzelstock, auch Rhizom genannt, wird als pflanzliche Arznei verwendet. Er enthält Curcuminoide, die der Knolle ihre gelbliche Farbe verleihen. Hauptsächlich kommt dabei Curcumin vor. Daneben findet sich ätherisches Öl, das unter anderem aus alpha-Turmeron und Zingiberen besteht.

Gegen was hilft Kurkuma?

  • Blähungen und Völlegefühl

Am bekanntesten ist die traditionelle Anwendung der Gewürzpflanze: ihr Einsatz als verdauungsförderndes Mittel. Die Inhaltsstoffe regen wohl unter anderem die Leber dazu an, mehr Gallensäuren auszuschütten. Die binden an Nahrungsfette und machen das Fett verdaulich. Die Gelbwurz kann dadurch Blähungen und Völlegefühl lindern.

  • Antientzündliche Effekte

Wie Laboruntersuchungen zeigen, wirkt Kurkuma – vor allem das in der Pflanze enthaltene Curcumin –, leicht entzündungshemmend. Vermutlich bindet Curcumin an Enzyme, die an Entzündungsvorgängen im Körper beteiligt sind, und blockiert diese. Aus diesen Erkenntnissen lässt sich ein potenzielles Einsatzgebiet ableiten: entzündliche Krankheiten.

Kleine Studien deuten an, dass Kurkumaextrakt in hoher Dosierung den Verlauf und das Auftreten von Schüben bei Colitis ulcerosa günstig beeinflusst. Das ist eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit. Die Studienteilnehmer nahmen Kurkuma dabei ergänzend zur Standardtherapie ein. Ob sich das Heilkraut hierbei bewährt, müssen größer angelegte Studien zeigen.

Es gibt auch kleine Analysen zu Arthrose, also Gelenkverschleiß. Möglicherweise mindert Kurkuma Schmerzen und Gelenksteifigkeit, die beispielsweise bei einer Kniearthrose auftreten.

  • Potenzielle weitere Wirkungen

Curcumin zeigt krebshemmende Effekte. Auch unterbindet der Pflanzenstoff die Ablagerung von bestimmten Eiweißkomplexen im Gehirn. Diese Komplexe sind möglicherweise an der Entstehung von Alzheimer beteiligt.

Die bisherigen Erkenntnisse dazu stammen vorwiegend aus Laborexperimenten. Das bedeutet: Ruft Kurkuma im Labor einen Effekt hervor, heißt das noch lange nicht, dass dieser auch beim Mensch eintritt. Das lässt sich erst in entsprechenden Studien nachweisen.

Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Curcumin ist kaum wasserlöslich und wird nur in geringem Maß über den Darm aufgenommen. Aus einem Gelbwurzeltee zum Beispiel wird daher wohl zu wenig Curcumin herausgelöst, um im Körper gesundheitliche Effekte zu erzielen. Gelangt der gelbe Pflanzenstoff in den Organismus, kommt es zu einem weiteren Problem: Er wird über die Leber rasch wieder ausgeschieden. Forscher versuchen, wie man genau diese Nachteile von Curcumin umgehen könnte, indem sie den gelben Farbstoff in spezielle Arzneiformen verpacken.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Manche Menschen vertragen Kurkuma in höherer Dosierung nicht gut und bekommen Magenschmerzen. Andere berichten von einem trockenen Mund, Blähungen oder allergischen Hautreaktionen. Wer an Gallensteinen oder Leberkrankheiten leidet, sollte Kurkuma nicht einnehmen.

Möglicherweise kann Kurkuma Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten eingehen, zum Beispiel mit bestimmten Krebsmitteln.

Wichtig: Lassen Sie sich zu Dosierung, Anwendung und unerwünschten Effekten der Heilpflanze in der Apotheke beraten.

Quellen:

European Medicines Agency (EMA): Curcumae longae rhizoma. Online: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/curcumae-longae-rhizoma (Abgerufen 12/2019)

European Medicines Agency (EMA): Curcumae xanthorrhizae rhizoma. Online: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/curcumae-xanthorrhizae-rhizoma (Abgerufen 12/2019)

National Center for Complementary and Integrative Health (NIH): Turmeric. Online: https://nccih.nih.gov/health/turmeric/ataglance.htm (Abgerufen 12/2019)

Wichtl M: Teedrogen und Phytopharmaka. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2002