Farbsehstörungen / Farbenblindheit

Bei einer Farbsehschwäche erkennen Menschen bestimmte Farben nur eingeschränkt. Wenn eine Rot- oder Grünblindheit vorliegt, haben die Betroffenen ein stark reduziertes Farbensehen und können viele Farben nicht unterscheiden

aktualisiert am 11.03.2013
Erdbeere

Ein Rotblinder kann zum Beispiel das Rot der Erdbeere nicht von dem Grün der Blätter unterscheiden


Was sind Farbsehstörungen? Was ist eine Farbenblindheit?

Auch wenn viele Menschen unter den Begriffen Farbsehstörung (auch Farbsehschwäche genannt) und Farbenblindheit dasselbe verstehen, liegen dennoch verschiedene Störungen zugrunde.

Ein Mensch, der eine Farbsehschwäche hat, erkennt manche Farbtöne nur eingeschränkt. Dabei sind alle Sinneszellen in der Netzhaut, mit denen er farbig sieht (Rot-, Grün- und Blau-Zapfen), vorhanden. Allerdings funktioniert ein Teil von ihnen fehlerhaft – meist diejenigen Zapfen, die für "Grün" zuständig sind, seltener die Rot-Zapfen. Ein Mensch mit einer Grünschwäche (Deuteranomalie) erkennt "Grün" nur dann, wenn es besonders kräftig (gesättigt) ist. Gleiches gilt entsprechend für Personen mit einer Rotschwäche (Protanomalie).

Professor Dr. med. Thomas Berninger

Liegt eine teilweise (partielle) Farbenblindheit vor, fehlt dagegen ein Teil der Sinneszellen. Betroffene besitzen dann nur zwei funktionstüchtige Zapfentypen, wodurch das Farbsehen erheblich reduziert ist. Einem Grünblinden (Deuteranopie) fehlen die Grünzapfen, einem Rotblinden (Protanopie) die Rotzapfen. Besondere Bedeutung kommt der Rotblindheit zu. Menschen, die diese Farbe nicht wahrnehmen, erkennen auch ein kräftiges Rot nicht. Sie sehen zum Beispiel bei Nebel nicht das rote Rücklicht des vor ihnen fahrenden Autos, sondern schlicht Schwarz.

Nur sehr selten können Menschen gar keine Farbnuancen wahrnehmen – sehen also nur schwarz, weiß und Grautöne. In diesem Fall liegt eine totale Farbenblindheit (Achromasie) vor.

Sowohl eine Farbsehschwäche als auch eine Farbenblindheit kann angeboren oder erworben sein. Bei den angeborenen Formen tritt meist eine Rot-Grün-Störung auf. Sie betrifft etwa acht Prozent der Männer und weniger als ein Prozent der Frauen. Dagegen stellt ein eingeschränktes Blau-Gelbsehvermögen die häufigste erworbene Farbsehstörung dar. Diese Formen können als Folge einer Augenkrankheit auftreten (zum Beispiel einer Makuladegeneration).

Da vielen Menschen nicht bewusst ist, dass sie eine Farbsehschwäche haben beziehungsweise farbenblind sind, kommt der Früherkennung eine große Bedeutung zu. Personen, die eine bestimmte Farbe gar nicht oder nur eingeschränkt erkennen, eignen sich für manche Berufe nur bedingt. Auch im Straßenverkehr haben sie teils Probleme.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.